Das Fintech-Unternehmen Daloopa hat mit Scout einen neuen KI-Agenten vorgestellt, der die Erstellung von Finanzmodellen direkt in Microsoft Excel automatisieren soll. Wie aus Berichten vom 8. und 9. September 2026 hervorgeht, ist das Werkzeug ab sofort allgemein verfügbar.
Scout ermöglicht es Anwendern, komplexe Modelle mithilfe von natürlichsprachlichen Befehlen zu generieren. Als Datengrundlage greift die Anwendung auf verifizierte Informationen von weltweit mehr als 6.000 Unternehmen zurück.
Integration in professionelle Finanzökosysteme
Die Einführung von Scout erfolgt in einem Marktumfeld, in dem technologische Schwergewichte ihre Kapazitäten für den Finanzsektor massiv ausbauen. So gab Google Cloud Anfang September die Einführung von Gemini Enterprise for Financial Services bekannt. Diese agentische KI-Lösung richtet sich gezielt an Akteure in den Kapitalmärkten und im Corporate Banking. Daloopa fungiert dabei als einer der zentralen Konnektoren innerhalb der Plattform.
Zu den frühen Anwendern und Partnern dieser Entwicklung gehören namhafte Institute. Während die Deutsche Bank als Design-Partner fungiert, zählen die CME Group, BNY, Citi Wealth, Lloyds und Macquarie zu den sogenannten Early Adopters. Das System umfasst über 50 spezifische Fähigkeiten und bietet Schnittstellen zu weiteren Datenanbietern wie LSEG, FactSet, S&P, Moody’s, MSCI sowie SEC Edgar.
Wachsender Markt für agentische Finanzplanung
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Parallel zum Vorstoß von Daloopa verdeutlichen aktuelle Finanzierungsrunden das Vertrauen von Investoren in KI-gestützte Finanzanalyse-Tools. Das Unternehmen Sapien wurde im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 180 Mio. USD bewertet. Die Plattform analysiert operative Auswirkungen auf den Gewinn und wird bereits von Kunden wie Bayer oder Westgate Resorts genutzt.
In einer Fallstudie mit dem Unternehmen Carlex konnte Sapien aufzugeben, dass ein vermeintlich positiver EBITDA von 10 Mio. USD tatsächlich ein Defizit von 2 Mio. USD darstellte. Fehlzuordnungen in Höhe von 12 Mio. USD wurden dabei innerhalb von 20 Minuten identifiziert.
Ein weiteres Beispiel für die Dynamik im Sektor ist Outline. Das Unternehmen sammelte 3 Mio. USD ein, um seine agentische Finanzplanungsplattform für CFOs mittelständischer Unternehmen mit Umsätzen zwischen 5 Mio. EUR und 150 Mio. EUR weiter auszubauen. Die Software automatisiert das Forecasting und die Budgetierung, wobei der Zeitaufwand für diese Prozesse laut Unternehmensangaben von mehreren Tagen auf wenige Minuten reduziert werden kann.
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Lokale Lösungen und spezialisierte Suiten
Neben Cloud-basierten Ansätzen rücken auch lokale Lösungen in den Fokus. Mit Estha wurde eine KI-Belegschaft speziell für Apple Silicon auf dem Mac vorgestellt. Diese führt Aufgaben wie Dokumentenanalysen oder Tabellenkalkulationen lokal aus, wodurch Cloud-Inferenzgebühren entfallen. Dies adressiert insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, da laut Marktbeobachtungen rund 56 % der Firmen ihre KI-Anwendungen bevorzugt in privaten Cloud-Umgebungen betreiben.
Zeitgleich erweitern Anbieter wie Paystand ihr Portfolio. Die dort angebotene agentische Finanz-Suite umfasst nun allgemein verfügbare Agenten für das Berichtswesen und das Ausgabenmanagement. Ein Agent für das Inkassowesen befindet sich derzeit in der Testphase. Auch Alphio.AI hat einen Finanz-Agenten auf dem AWS Marketplace veröffentlicht, der Marktinformationen in natürlicher Sprache bereitstellt.
Effizienzsteigerung bei der Datenaufbereitung
Die technologische Basis für diese Agenten wird durch Updates etablierter Plattformen gestärkt. Google Sheets hat Funktionen eingeführt, die die Integration mit anderen Workspace-Anwendungen verbessern und die manuelle Datenaufbereitung um bis zu 40 % reduzieren sollen.
Zudem wurde mit Gemini 3.8 Flash ein neues Modell angekündigt, das bis zum 31. Dezember 2026 zu vergünstigten Einführungspreisen von 0,75 USD pro 1 Million Input-Token angeboten wird.
Ergänzend dazu hat Catchr einen Konnektor veröffentlicht, der Live-Daten von über 100 Plattformen wie Google Ads oder Shopify direkt in KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude einspeist. Prophecy wiederum stellte Werkzeuge zur Datenaufbereitung vor, die es Geschäftsanwendern ermöglichen, die Arbeitsergebnisse von KI-Agenten auf Plattformen wie Snowflake oder Databricks zu überprüfen.

