Seagate durchbricht mit neuer HAMR-Technologie die 40-Terabyte-Grenze für Unternehmensspeicher. Die Festplatte soll die wachsenden Datenmengen der KI-Ära bewältigen.
KI-Treiber für historische Speicherdichte
Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz zwingt die Speicherindustrie zu einem Technologiesprung. Der Speicherriese Seagate hat mit seiner Mozaic 4+-Plattform eine Festplatte mit 44 Terabyte (TB) Kapazität auf den Markt gebracht. Sie ist speziell für die enormen Datenmengen von KI-Training und Cloud-Computing konzipiert. Bereits zwei führende Hyperscaler – große Cloud-Anbieter – setzen die Laufwerke nach Unternehmensangaben produktiv ein.
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Der Schlüssel zum Erfolg ist die kommerzielle Reife der Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR)-Technologie. Herkömmliche magnetische Aufzeichnung stößt seit Jahren an physikalische Grenzen. HAMR umgeht dieses Problem mit einem nanoskopischen Laser. Dieser erhitzt die Plattenoberfläche beim Schreibvorgang kurzzeitig, was eine deutlich höhere Datendichte ermöglicht, bevor die magnetischen Partikel beim Abkühlen stabilisieren.
Revolution im bewährten Gehäuse
Bemerkenswert ist, dass Seagate die Kapazität vervielfachte, ohne das Standard-3,5-Zoll-Format zu ändern. Für Rechenzentren bedeutet das: Sie können die neuen 44-TB-Laufwerke nahtlos in bestehende Storage-Systeme integrieren. Ein teurer Umbau der Infrastruktur entfällt.
„Da Daten zum wertvollsten Gut moderner Unternehmen werden, sind fortschrittliche Speicherlösungen essenziell“, betonte Seagate-CEO Dave Mosley. Die Mozaic-Plattform liefere genau die Skalierbarkeit und Effizienz, die Hyperscale-Kunden verlangen. Intern entwickelte Nanophotonik und ein verbessertes System-on-a-Chip (SoC) sorgen für die nötige Präzision und Zuverlässigkeit.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Fokus
Die Mozaic-4+-Platten verändern die Wirtschaftlichkeit großer Rechenzentren grundlegend. Wo sind die größten Effekte zu erwarten?
* Kostensenkung: Gegenüber Flash-Speicher bieten die Festplatten deutlich geringere Kosten pro Terabyte – ideal für die Archivierung riesiger KI-Datensätze.
* Platzersparnis: Der Wechsel von aktuellen 30-TB- auf die neuen 44-TB-Laufwerke steigert die Infrastruktureffizienz laut Seagate um etwa 47 Prozent. Pro Exabyte werden rund 100 Quadratmeter Fläche eingespart.
* Energieeffizienz: Weniger physische Laufwerke für die gleiche Datenmenge sparen schätzungsweise 800.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr ein. Das hilft Tech-Konzernen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Wettlauf um die Speicherkrone
Der Markt für Unternehmensspeicher steht unter enormem Wettbewerbsdruck. Mit der 44-TB-Festplatte setzt Seagate seinen Hauptrivalen Western Digital unter Zugzwang. Dieses plant eigenen Berichten zufolge erst später in 2026 den Launch einer 40-TB-Festplatte, die auf einer alternativen energieunterstützten Aufzeichnungstechnologie basiert. Ein Architektur-Duell zeichnet sich ab.
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Experten sehen in Seagates Lösung eine direkte Antwort auf die Engpässe in Rechenzentren: begrenzter Platz und knappe Stromkapazitäten. Die Technologie ermöglicht es Betreibern, ihre Speicherkapazität massiv zu erhöhen, ohne neue Gebäude zu bauen – ein entscheidender Vorteil für das exponentielle Wachstum der KI.
Die Roadmap führt zu 100 Terabyte
Seagate denkt bereits weiter. Die Mozaic-4+-Architektur ist die Basis für eine aggressive Roadmap. Das langfristige Ziel: Die Speicherdichte von derzeit gut 4 TB pro Scheibe auf zukünftig 10 TB pro Scheibe zu steigern. Gelingt dies, könnten noch vor Ende des Jahrzehnts Festplatten mit bis zu 100 TB Kapazität vom Band laufen.
Die breitere Verfügbarkeit der 44-TB-Laufwerke für große Unternehmen und kommerzielle Anwender wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Branche wird genau beobachten, wie sich die HAMR-Technologie unter Dauerlast in Hyperscale-Umgebungen bewährt. Bleibt die Zuverlässigkeit hoch, könnte dies den Weg ebnen, die ultrahohen Kapazitäten auch für kleinere Unternehmen und anspruchsvolle Privatanwender erschwinglich zu machen.




