SearchLeak (CVE-2026-42824): Kritische Lücke in Microsoft 365 Copilot

Microsoft startet Copilot Cowork mit neuem Preismodell, doch Sicherheitslücken und Governance-Defizite überschatten den Launch.

Ab sofort können Unternehmen autonome KI-Agenten in ihrer Arbeitsumgebung einsetzen – doch der Start wird von Sicherheitslücken und Governance-Problemen überschattet.

Neues Preismodell: Zwei Stufen für den KI-Einsatz

Microsoft hat am 17. Juni 2026 den globalen Rollout von Copilot Cowork gestartet. Das System kombiniert die bestehende monatliche Lizenz – 30 Euro pro Nutzer für Unternehmen, 20 Euro für kleinere Firmen – mit einem verbrauchsbasierten Abrechnungsmodell. Pro Copilot Credit werden 0,01 Euro fällig, wobei die Kosten je nach Modellnutzung, Datenabruf und Einbindung externer Tools variieren. IT-Administratoren können Budgetgrenzen festlegen und die Ausgaben über Prüfprotokolle überwachen.

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Die Plattform greift auf mehrere KI-Modelle zurück: Neben OpenAIs GPT-5.5 und Microsofts eigenem Cowork 1 kommen auch Anthropics Opus 4.8 und Sonnet 4.6 zum Einsatz. Partner-Integrationen mit Plattformen wie Miro, Monday.com, LSEG und S&P Global erweitern die Möglichkeiten.

Doch bereits am Launch-Tag gab es einen Rückschlag: Anthropic deaktivierte seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 aufgrund von Exportbeschränkungen. Sicherheitsexperten fordern nun eine schnelle Wiederherstellung.

Sicherheitslücke „SearchLeak“: Datenleck durch einen Klick

Parallel zum Launch wurde eine kritische Schwachstelle namens SearchLeak (CVE-2026-42824) bekannt. Die von Varonis Threat Labs entdeckte Sicherheitslücke betraf die Enterprise-Suche von Microsoft 365 Copilot. Ein manipulierter Link genügte, um sensible Daten abzugreifen – darunter E-Mails, Kalendereinträge, SharePoint-Dateien und sogar MFA-Codes.

Der Angriff nutzte eine Parameter-in-Prompt-Injektion über die URL aus, kombiniert mit einer Race-Condition bei der HTML-Darstellung. Microsoft hat das Problem inzwischen behoben, bestätigte aber, dass die Integration von KI-Agenten die Angriffsfläche deutlich vergrößert.

Governance-Lücke: Chefetage und IT-Technik driften auseinander

Während Großkonzerne wie KPMG bereits 276.000 Mitarbeiter mit Microsoft-KI-Agenten ausstatten, zeigt eine aktuelle Studie von Heimdal alarmierende Unterschiede in der Risikowahrnehmung: 29 Prozent der US-Führungskräfte glauben, KI-Risiken im Griff zu haben – aber nur 7 Prozent der IT-Praktiker teilen diese Einschätzung.

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Eine Umfrage von Publicis Sapient unter 1.550 KI-Entscheidern ergab zudem: 42 Prozent der Organisationen fühlen sich nicht bereit, echten Wort aus KI zu ziehen. Hauptgrund ist eine veraltete IT-Infrastruktur.

Experten von CWSI warnen vor zusätzlichen Risiken durch Unternehmensfusionen: Unterschiedliche Datenklassifizierungen und getrennte digitale Mandanten schaffen Sicherheitslücken, die KI-Tools ungewollt offenlegen können.

Um diese Identitäts- und Zugriffsrisiken zu adressieren, stellte der Spezialist Aembit auf der Identiverse-Konferenz Mitte Juni neue Integrationslösungen vor. Sie sollen das Prinzip der geringsten Privilegien für KI-Agenten durchsetzen – mit dynamischen Zugangsdaten. Branchenexperten rechnen damit, dass bis Jahresende ein erheblicher Teil der Unternehmensanwendungen autonome Agenten integrieren wird.