Seasonic und MOREFINE treiben neue PC-Standards voran

Seasonic und MOREFINE präsentieren neue Strom- und Grafiklösungen. Intel und NVIDIA legen Roadmaps für Gaming und KI vor.

Der PC-Hardware-Markt erlebt einen grundlegenden Wandel: Neue Netzteile, externe Grafikkarten und Prozessoren setzen auf modernste Standards. Seasonic bringt eine limitierte Edition seines 1000-Watt-Netzteils, MOREFINE eine kompakte externe GPU – und Intel sowie NVIDIA liefern neue Roadmaps für Spieler und KI-Anwendungen.

Externe Grafikkarten und modulare Netzteile im Aufwind

Die Nachfrage nach Desktop-Leistung in kompakten oder mobilen Formaten wächst. MOREFINE hat mit dem G2 ein externes GPU-Gehäuse vorgestellt, das eine Desktop-NVIDIA-RTX-5060-Ti mit 16 Gigabyte GDDR7-Speicher beherbergt. Mit gerade einmal 140 x 100 x 54 Millimetern und 700 Gramm Gewicht ist das Gerät ein echter Kraftzwerg. Es unterstützt Thunderbolt 5, OCuLink 4.0×4 und USB4 v2 – und liefert 4K-Auflösung bei 144 Hertz sowie 100 Watt Power Delivery für angeschlossene Geräte.

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Der Vorverkauf läuft bereits, der Preis liegt bei umgerechnet rund 1.000 Euro. Die Auslieferung startet am 20. Mai 2026. Die Integration von GDDR7-Speicher in einem externen Mittelklasse-Gerät zeigt: Die Branche rüstet sich für anspruchsvollere Texturen und höhere Auflösungen in aktuellen Spielen.

Doch solche Hochleistungskomponenten brauchen eine stabile Stromversorgung. Seasonic präsentierte am 26. April die Vertex SAKURA GX-1000, ein 1000-Watt-Netzteil mit 80-Plus-Gold-Zertifizierung und dem neuen 12V-2×6-Steckerstandard. Das vollmodulare Netzteil ist auf die Anforderungen moderner Grafikkarten ausgelegt. Je nach Region gewährt Seasonic zehn bis zwölf Jahre Garantie – ein starkes Signal für das Vertrauen in die ATX-3.1-Architektur.

Intel und NVIDIA: Weniger Latenz, mehr KI

Intel treibt seine Intel-18A-Fertigungstechnologie voran. Nach der Einführung der Core-Serie 3 am 16. April 2026 wurden am 23. April erste Referenzdesigns der Wildcat-Lake-Architektur gesichtet. Diese mobile Plattform kombiniert zwei Cougar-Cove-Leistungskerne mit vier Darkmont-Effizienzkernen. Eine Neural Processing Unit (NPU) mit 17 TOPS ist verbaut, bleibt aber unter der 40-TOPS-Schwelle für Copilot+-PC-Zertifizierung. Dafür bietet das System einen speziellen 11-Watt-lüfterlosen Modus – ideal für ultramobile Gaming- und Produktivitätsgeräte.

Intel hat zudem einen Fünf-Jahres-Plan vorgelegt, der sich gezielt gegen konkurrierende Gaming-Prozessoren richtet. Kernstück ist die kommende Nova-Lake-Architektur, die Gaming-Latenzen deutlich senken soll. Als Überbrückung dient das Binary Optimization Tool (BOT) – eine Software, die die Spieleleistung auf vorhandener Hardware um zehn bis 30 Prozent steigern kann. Zudem plant Intel, Sockelkompatibilität und Übertaktungsmöglichkeiten auf eine breitere Palette seiner CPUs auszuweiten.

Auch NVIDIA erweitert sein Ökosystem. Am 26. April kündigte das Unternehmen Day-0-Support für das DeepSeek-V4-Modell auf seinen Blackwell-GPUs an. Die Blackwell-Ultra-Serie (GB300) schafft rund 3.500 Tokens pro Sekunde. Parallel dazu bringt NVIDIA in Partnerschaft mit Google Cloud Vera-Rubin-NVL72-basierte A5X-Instanzen in die Cloud. Diese Systeme sind für „agentische KI“ und physische KI-Workloads ausgelegt – mit 1.400 TOPS und einer Speicherbandbreite von 4,8 TB/s.

Professionelle Simulatoren und Retro-Trends

Der Enthusiasten-Markt erlebt einen Boom bei professioneller Simulations-Hardware. Der Aston Martin AMR-C01-R-Simulator erscheint in einer Auflage von nur 50 Stück, angetrieben von einer NVIDIA RTX 5090. Der Red-Bull-RB19-Simulator kostet umgerechnet rund 124.000 Euro, und das Fanatec-Bentley-GT3-Lenkrad richtet sich an anspruchsvolle Rennsport-Fans. Diese Produkte zeigen: Die Grenzen zwischen professionellen Rennsimulatoren und Consumer-Gaming verschwimmen zunehmend.

Doch nicht alles muss teuer sein. Am 26. April wurden Details zu einem 3D-gedruckten Retro-PC-Gehäuse veröffentlicht. Der Designer stellte die Dateien kostenlos zur Verfügung. Das Gehäuse ist kompatibel mit ITX-Mainboards und Standard-ATX-Netzteilen und verfügt über einen 3,5-Zoll-Frontschacht für moderne USB-Anschlüsse. Ein Trend, der zeigt: Retro-Ästhetik trifft auf moderne Technik.

Microsoft hat zudem ein Update seines Update-Systems vorgestellt. Seit dem 26. April können kritische Patches per „Direct Delivery“ ausgeliefert werden – ohne Umweg über den Windows Server Update Service (WSUS). Die mittlere Zeit bis zur Installation (MTTP) sank von 72 auf unter vier Stunden. Für Gamer, die auf hohe Betriebszeiten und Sicherheit angewiesen sind, ein entscheidender Fortschritt.

Notebook-Markt schrumpft – Apple wächst

Der breitere Notebook-Markt verändert sich. Laut einer Studie von Sigmaintel werden 2026 weltweit 181,1 Millionen Laptops ausgeliefert – ein Rückgang um acht Prozent gegenüber 2025. Apple trotzt dem Trend und soll seinen Marktanteil um 22 Prozent steigern, Dell überholen und zum drittgrößten Hersteller aufsteigen. Treiber ist das MacBook Neo, ein Einstiegsmodell ab umgerechnet rund 540 Euro.

Am 26. April enthüllte Apple das iPad Neo mit M4-Pro-Chip und 18-TOPS-NPU. Für Anfang 2027 wird ein MacBook Ultra erwartet – mit OLED-Touchscreen, einem 2-Nanometer-M6-Pro- oder Max-Prozessor und integriertem 5G/LTE-Modem. Ursprünglich war eine frühere Veröffentlichung geplant, doch ein globaler Speicherchip-Mangel verzögerte die Pläne.

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Auch die Führungsspitze von Apple steht vor einem Wechsel. Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus den CEO-Posten, der bisherige Chef wird Executive Chairman. Der Zeitpunkt ist strategisch: Apple treibt die KI-Integration voran, um mit etablierten Anbietern im Bereich generativer KI mitzuhalten.

Ausblick: TPUs, faltbare iPhones und KI-Konvergenz

Der Rest des Jahres 2026 verspricht weitere Hardware-Meilensteine. Google bringt seine achten Tensor Processing Units (TPUs) auf den Markt – die TPU 8t für Training, die TPU 8i für Inferenz. Beide sind für Echtzeit-KI-Workloads und großskalige Modelle optimiert.

Im Mobilsegment bereitet Apple angeblich sein erstes faltbares Gerät vor – iPhone Ultra oder iPhone Fold genannt – für den Herbst 2026. Analysten von IDC prognosticieren, dass Apple im ersten Jahr einen Marktanteil von 22 Prozent im Faltsegment erobern könnte. Die Grenzen zwischen Gaming, KI und professioneller Hardware verschwimmen – und das Tempo der Innovation bleibt hoch.