Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat einen wesentlichen Schritt zur Neugestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte unternommen. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, wurde der überarbeitete Vorschlag zur Krypto-Verwahrungsregel unter der Bezeichnung „Amendments to the Custody Rules“ (RIN 3235-AN46) am 25. August 2026 dem Weißen Haus zur Überprüfung vorgelegt.
Die Übermittlung an das Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA) markiert eine strategische Neuausrichtung der Behörde. Unter der Führung von SEC-Chef Paul Atkins verlagert sich der Schwerpunkt demnach von einer rein repressiven Durchsetzung bestehender Bestimmungen hin zu einer präzisen Regelsetzung.
Die Initiative ist zudem in die breitere Digital-Asset-Agenda der aktuellen Trump-Administration eingebettet, die eine stärkere Integration von Kryptowerten in das US-Finanzsystem anstrebt.
Fokus auf qualifizierte Verwahrer und Rechtssicherheit
Der vorliegende Entwurf richtet sich primär an Anlageberater sowie Investmentgesellschaften. Im Zentrum stehen präzisierte Anforderungen an sogenannte „Qualifizierte Verwahrer“ für Krypto-Assets. Die rechtliche Grundlage für diese Neuregelungen bilden der Investment Advisers Act sowie der Investment Company Act.
Ziel der Maßnahme ist es, die Standards für die Aufbewahrung digitaler Vermögenswerte auf ein institutionelles Niveau zu heben und gleichzeitig bestehende Rechtsunsicherheiten für professionelle Marktteilnehmer zu beseitigen.
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Ein wesentlicher Aspekt der Sicherheitsdebatte im Kontext dieser Regelungen betrifft die technische Umsetzung der Verwahrung. In einem vorangegangenen Vorschlag aus dem März 2023 wurde bereits eine Differenzierung zwischen verschiedenen Speicherformen vorgenommen.
Demnach sollten sogenannte Cold Wallets für eine besonders sichere, langfristige Aufbewahrung zum Einsatz kommen, während Hot Wallets für den häufigen Handel und die Liquiditätssicherung vorgesehen waren. Die nun vorgelegten Anpassungen zielen darauf ab, diese Sicherheitskonzepte regulatorisch zu festigen.
Politisches Umfeld und gesetzgeberische Begleitmaßnahmen
Parallel zu den Bemühungen der SEC wird auf gesetzgeberischer Ebene über den Digital Asset Market Clarity Act, auch bekannt als CLARITY Act, debattiert. Dieser Entwurf steckt derzeit im US-Senat fest. Marktbeobachter rechnen jedoch für den kommenden September mit einer Abstimmung über die Beendigung der Debatte (Cloture), was den Weg für weitere gesetzliche Klarstellungen ebnen könnte.
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Die Einreichung der Verwahrungsregeln beim Weißen Haus gilt als Signal für eine beschleunigte Regulierung im Sinne der Krypto-Branche. Für Unternehmen bedeutet dies eine Abkehr von der bisherigen Praxis, regulatorische Fragen primär durch Gerichtsverfahren zu klären.
Stattdessen sollen künftig klare Standards definieren, unter welchen Bedingungen Dienstleister die digitalen Bestände ihrer Kunden sichern müssen, um den Schutz vor Missbrauch und technischen Ausfällen zu gewährleisten. Die Überprüfung durch das OIRA ist nun der nächste notwendige Schritt, bevor die Regeln final in Kraft treten können.

