In mehreren deutschen Städten haben Kriminelle innerhalb weniger Tage Senioren um hohe Geld- und Schmuckbeträge gebracht. Die Täter nutzen vor allem die Maschen der „falschen Polizeibeamten“ und sogenannte Schockanrufe.
Dreiste Täter erbeuten über 150.000 Euro in Dresden und Stuttgart
Am 25. Juni schlug ein falscher Polizist in Dresden-Oberpoyritz zu. Der Täter bestahl eine 89-jährige Frau und erbeutete mehr als 48.000 Euro Bargeld sowie Schmuck im Wert von rund 3.000 Euro.
Nur wenige Stunden später registrierte die Polizei Stuttgart einen Schockanruf-Betrug. Ein über 80-jähriger Mann erhielt den Anruf einer Frau, die sich als seine Schwiegertochter ausgab. Sie behauptete, einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht zu haben und dringend eine Kaution zu benötigen. Der Senior übergab daraufhin Gold und Schmuck im Gesamtwert von über 100.000 Euro an einen unbekannten Abholer.
Bereits im April war es in Stuttgart zu einem nahezu identischen Vorfall gekommen. Auch damals entwendeten Täter Gold im Wert von über 100.000 Euro.
Auch Baden-Württemberg und NRW betroffen
In der Region Pforzheim und im Kreis Calw wurden am selben Tag zwei weitere Seniorinnen Opfer falscher Polizisten. In Pforzheim-Eutingen und Bad Wildbad entwendeten die Täter Schmuck in bislang unbekannter Höhe. Die Polizei sucht Zeugen, die Personen mit auffälliger Kleidung beobachtet haben – darunter weiße Hosen und schwarze T-Shirts.
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In Köln wurden in dieser Woche verschiedene Varianten des Trickdiebstahls bekannt. Neben falschen Polizisten traten Kriminelle auch als Prüfer für Einbruchschutz oder Rauchmelder auf. In einem Fall wurde einer 89-jährigen Frau Schmuck und Bargeld gestohlen, nachdem sie einem vermeintlichen Prüfer Zutritt zu ihrer Wohnung gewährt hatte. Ein weiterer Vorfall betraf eine 88-Jährige, deren Tresor von einem falschen Polizisten geleert wurde.
Prozess gegen mutmaßliches Bandenmitglied in Wiesbaden
Während die aktuellen Ermittlungen laufen, bereitet die Justiz in Wiesbaden einen Prozess gegen ein mutmaßliches Bandenmitglied vor. Gegen einen 22-Jährigen wurde Anklage wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs erhoben. Er war Ende 2025 nach einer Geldübergabe festgenommen worden. Der Gruppe wird vorgeworfen, zwischen Juni und Dezember 2025 bundesweit rund 680.000 Euro erbeutet zu haben.
Betrugswelle reicht bis nach Japan
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Die Betrugsmaschen sind kein rein deutsches Phänomen. Am 26. Juni wurde in der japanischen Stadt Numazu bekannt, dass eine Frau durch einen falschen Polizeibeamten umgerechnet rund 430.000 Euro betrogen wurde. Der Täter hatte sie dazu bewegt, ihr Vermögen per Online-Banking auf ein angebliches Sicherheitskonto zu überweisen.
Die Polizeibehörden warnen eindringlich: Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung und übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte. Die Polizei fordert am Telefon weder Kautionen noch verlangt sie die Überprüfung von Vermögenswerten.

