Die Täter nutzen Schockanrufe, Love Scamming und digitalen Anlagebetrug. In einigen Fällen entstanden Schäden im sechsstelligen Bereich.
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Schockanrufe mit hohen Verlusten
In Schmalkalden verlor eine Seniorin am 3. Juni 100.000 Euro. Die Täter gaben am Telefon vor, das Geld sei für ein dringend benötigtes Medikament ihres angeblich krebskranken Sohnes nötig. Die Frau übergab den Betrag unter psychologischem Druck.
Einen weiteren Fall meldet die Polizei aus Heide. Dort wurde eine 88-Jährige am 2. Juni Opfer eines Schockanrufs. Eine Anruferin gab sich als Krankenhausmitarbeiterin aus und behauptete, der Schwiegersohn habe einen schweren Unfall verursacht. Eine schwangere Frau sei verletzt worden. Die Seniorin übergab gegen 23:30 Uhr in der Helgoländer Straße Bargeld an einen etwa 25-jährigen Abholer mit kräftiger Statur, der eine rote oder rosafarbene Weste und eine Base-Cap trug.
In Münster kam es zwischen Ende Mai und Anfang Juni zu vier ähnlichen Taten. Unbekannte gaben sich als Polizisten oder Staatsanwälte aus. Sie erbeuteten Bargeld und Wertsachen, indem sie die Sicherstellung von Vermögen oder Kautionszahlungen nach vorgetäuschten Unfällen forderten.
Digitale Betrugsmaschen nehmen zu
Neben telefonischem Betrug steigen auch die Fälle von digitalem Betrug. In Dresden erstattete eine 72-Jährige Anzeige, nachdem sie über sechs Monate etwa 115.000 Euro an einen Unbekannten gezahlt hatte. Der Kontakt kam über ein Datingportal zustande. Der Täter gab an, in China zu leben und sich in finanziellen Schwierigkeiten zu befinden.
In Neuruppin wurde ein 77-jähriger Mann Opfer eines Betrugs im Bereich der Kryptowährungen. Nachdem er zunächst einen geringen dreistelligen Betrag investiert hatte, suggerierten ihm die Täter Ende Mai, sein Guthaben sei auf über 100.000 Euro gestiegen. Obwohl der Mann die Übermittlung einer Ausweiskopie verweigerte, wurde ein fünfstelliger Betrag von seinem Konto abgebucht.
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Die Behörden in Altenburg warnen zudem vor falschen Bankmitarbeitern. Am 3. Juni wurden zwei Frauen im Alter von 85 und 86 Jahren telefonisch kontaktiert. In einem Fall gelang es den Tätern, die PIN der Geschädigten zu erfragen. Die Polizei betont: Banken fragen niemals telefonisch nach sensiblen Daten wie PIN oder TAN.
Trickdiebstähle an der Haustür
Auch klassische Haustürgeschäfte und Ablenkungsmanöver führen zu Verlusten. In Bremen-Schwachhausen wurde am 3. Juni eine 86-Jährige bestohlen. Zwei Männer gaben sich als Wasserwerker aus. Während einer die Seniorin in der Küche ablenkte, durchsuchte der zweite Täter das Wohnzimmer nach Bargeld.
Am selben Tag kam es in Berndorf zu einem Vorfall mit vermeintlichen Schrotthändlern. Zwei Täter lenkten eine Bewohnerin ab, drangen in das Haus ein und entwendeten Schmuck sowie Bargeld. Sie flüchteten mit einem hellen Kastenwagen ohne hintere Fenster.
In Mönchengladbach beobachtet die Polizei zuletzt vermehrt Täterpaare, die gezielt Senioren vor Bankfilialen abpassen. Die Opfer werden nach dem Abheben von Bargeld unter Vorwänden wie der Frage nach Wechselgeld oder einer Wegbeschreibung abgelenkt. Ziel ist es, Portemonnaies oder Handtaschen zu entwenden. Die Ermittlungsbehörden raten zur erhöhten Wachsamkeit im Umfeld von Geldinstituten und zur sofortigen Information der Polizei bei verdächtigen Vorkommnissen.

