ServiceNow AI Control Tower: Neue Governance für Microsoft-365-Kunden

ServiceNow präsentiert den AI Control Tower zur Überwachung aller KI-Agenten und vertieft die Microsoft-Partnerschaft.

Der US-Softwarekonzern stellt auf seiner Knowledge-Konferenz eine zentrale Steuerung für KI-Agenten vor – und vertieft die Partnerschaft mit Microsoft.

Die unkontrollierte Ausbreitung Künstlicher Intelligenz in Unternehmen ist zu einem der drängendsten IT-Probleme geworden. ServiceNow will das jetzt lösen. Auf der diesjährigen Knowledge 2026 in Las Vegas präsentierte der Konzern einen AI Control Tower – eine zentrale Kommandozentrale für die Überwachung und Steuerung aller KI-Agenten im Unternehmen. Gleichzeitig kündigte ServiceNow eine erweiterte Integration seiner Plattform in das Microsoft-365-Ökosystem an.

Der Kampf gegen das KI-Chaos

Wenn jede Abteilung eigene KI-Modelle für Code-Generierung, Kundenservice oder Textarbeit einsetzt, verlieren IT-Teams schnell den Überblick. Wer hat welche Berechtigungen? Welche Daten werden verarbeitet? Und wer haftet, wenn ein KI-Agent Fehler macht?

Der AI Control Tower schafft hier Abhilfe. Über ein einheitliches Dashboard können Administratoren sämtliche KI-Agenten, Modelle und Anfragen im gesamten Unternehmensnetzwerk überwachen. Das System stellt sicher, dass alle KI-Einsätze den internen Richtlinien und gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Plattform erweitert bestehende Governance-Funktionen von Microsofts Foundry und Copilot Studio auf den gesamten Microsoft Agent 365-Kosmos.

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Jon Sigler, Executive Vice President bei ServiceNow, betont: „Unser Ziel ist es, Unternehmen den maximalen Nutzen aus ihren KI-Investitionen zu sichern – durch integrierte Transparenz und Kontrolle über alle Umgebungen hinweg.“

Digitale Mitarbeiter im Microsoft-Universum

Die vertiefte Partnerschaft mit Microsoft geht weit über reine Schnittstellen hinaus. ServiceNow bringt sogenannte AI Specialists in den Microsoft Agent 365 Marketplace. Das sind digitale Angestellte mit klar definierten Rollen, Berechtigungen und Rechenschaftspflichten.

Im Microsoft-Ökosystem tauchen diese KI-Spezialisten direkt in den Organigrammen auf – neben menschlichen Kollegen. Sie können eigenständig Word-Dokumente erstellen, Outlook-E-Mails beantworten oder Kommentare in PowerPoint-Präsentationen bearbeiten. Wichtig: Sie bleiben den bestehenden Microsoft-365-Berechtigungen unterworfen und können keine Aktionen außerhalb ihres autorisierten Rahmens ausführen.

Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen besteht seit 2019, doch die aktuelle Integration markiert einen neuen Grad an autonomer IT. ServiceNow liefert die Workflow-Intelligenz, Microsoft die Cloud-Infrastruktur – gemeinsam schaffen sie ein Ökosystem, in dem KI-Agenten nahtlos zusammenarbeiten und Menschen von lästigen Kontextwechseln entlasten.

Der Aufstieg der autonomen Belegschaft

Hinter den Ankündigungen steckt ein grundlegender Wandel: KI soll nicht mehr nur assistieren, sondern eigenständig ganze Arbeitsabläufe managen. ServiceNow positioniert sich als das verbindende Element, das diese Agenten über verschiedene Systeme hinweg orchestriert.

Die Konferenz zeigte, wie der AI Control Tower IT-Teams volle Transparenz über Agentenaktivitäten verschafft. Administratoren können jeden digitalen Mitarbeiter vor der Freigabe im Microsoft-Marktplatz prüfen und freigeben. So wird sichergestellt, dass nur geprüfte KI-Agenten zum Einsatz kommen.

Der Fokus auf Governance kommt nicht von ungefähr. Branchenanalysten beobachten seit Monaten, dass Unternehmen zwar von KI begeistert sind, aber oft an fehlenden Management-Tools scheitern. ServiceNow schließt genau diese Lücke – und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, den Return on Investment von KI-Ausgaben nachzuverfolgen.

Solide Finanzen trotz Kursrückgang

Die Produktneuheiten kommen zu einer Zeit, in der ServiceNow finanziell solide dasteht, aber an der Börse unter Druck steht. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 93,7 Milliarden Euro. Zwar ist der Aktienkurs in den letzten sechs Monaten um etwa 48 Prozent gefallen, doch die Fundamentaldaten überzeugen: Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 14 Milliarden Euro in den letzten zwölf Monaten.

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Mit einer Bruttomarge von 77 Prozent arbeitet ServiceNow äußerst effizient. Das Unternehmen peilt für Ende 2026 einen Jahresumsatz von über 15 Milliarden Euro an. Treiber dieser Entwicklung ist die „Now Assist“-Familie von KI-Agenten, die seit ihrer Vorstellung 2024 kontinuierlich ausgebaut wurde – unter anderem für IT-Service-Management, Kundenservice und strategisches Portfoliomanagement.

Ausblick: Vom Preview zur breiten Verfügbarkeit

Die Integration zwischen AI Control Tower und Microsoft Agent 365 befindet sich derzeit in der Preview-Phase. Ausgewählte Kunden können die Governance- und Spezialisten-Funktionen bereits testen. Die breite Verfügbarkeit der ServiceNow AI Specialists im Microsoft-Marktplatz ist für später im Jahr 2026 geplant.

ServiceNow setzt weiterhin auf seine „Bring Your Own LLM“-Strategie. Kunden können zwischen den hauseigenen Modellen, eigenen trainierten Modellen oder Large Language Models von Partnern wie Microsoft und IBM wählen. Die zentrale Steuerung über den AI Control Tower soll ServiceNow als Betriebssystem für das KI-gesteuerte Unternehmen etablieren.