Der Cloud-Marktplatzbetreiber Pax8 bringt mit 8os ein spezialisiertes Betriebssystem heraus, mit dem IT-Dienstleister KI-Agenten bei ihren Kunden zentral steuern und verwalten können.
Flankierend zu dieser Marktentwicklung treibt auch ServiceNow die Kontrolle digitaler Assistenten voran und kündigte mit dem AI Passport einen kryptografisch signierten Berechtigungsnachweis für KI-Agenten an. Beide Ansätze zielen darauf ab, den Wildwuchs autonomer Agenten im Unternehmensalltag einzudämmen und feste Governance-Strukturen zu etablieren.
Pax8 adressiert Dienstleister und den Mittelstand
Pax8 richtet sein neues System 8os direkt an Managed Service Provider (MSP). Die Plattform ermöglicht es, Agenten und Modelle verschiedener Anbieter wie eine geschlossene Belegschaft zu koordinieren. Zugriffsrechte werden dabei pro Kunde granular vergeben, während Speicherinhalte und Kontexte strikt getrennt bleiben.
Der Ressourcenverbrauch lässt sich pro Nutzer oder Kunde mit festen Obergrenzen abrechnen, wobei die IT-Partner ihre Endkundenpreise selbst festlegen. Als zweites Produkt führt Pax8 den 8bot ein – einen verwalteten digitalen Mitarbeiter, den Partner über 8os bereitstellen und überwachen können.
Grundlage für das neue Angebot ist der bestehende Pax8-Marktplatz mit über 47.000 IT-Anbietern und rund 800.000 betreuten Kleinunternehmen. Für 8os startet in dieser Woche ein begrenzter Vorabzugang, die allgemeine Marktverfügbarkeit ist für Anfang nächsten Jahres vorgesehen.
Die Notwendigkeit externer Steuerung belegen Erhebungen des Unternehmens: Laut Daten aus den SMB-AI-Pulse-Befragungen von Pax8 nutzen 9 von 10 Kleinunternehmen KI, doch lediglich 23 Prozent verfügen über eine dokumentierte Richtlinie.
Zudem haben 71 Prozent der KI-Anwender mindestens ein eigenes Werkzeug gebaut, von denen nur 31 Prozent einen formalen Prüfprozess durchliefen. Fast die Hälfte der Firmen stellte binnen sechs Monaten unautorisierte Schatten-KI fest, während 84 Prozent der Befragten bei der KI-Einführung einem externen Technologieberater vertrauen würden.
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Laut dem Q3 SMB AI Pulse Report nutzen 71 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe KI, wovon 67 Prozent eigene Lösungen entwickelt haben. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach KI laut Pax8 fast fünfmal schneller als im klassischen Bereich der Managed Services.
Das Vertrauen der MSP in die eigene Fähigkeit zur KI-Bereitstellung sank binnen eines Jahres jedoch von 90 Prozent auf rund 50 Prozent. Zur Unterstützung veröffentlichte Pax8 den Leitfaden „Managed Intelligence Guide: Navigating the Pax8 Ecosystem“ mit sechs Maßnahmenfeldern, der später als MCP-Server mit Chat-Schnittstelle im Marktplatz integriert werden soll.
ServiceNow setzt auf Identitätsnachweise und Leitstände
Auf Unternehmensebene setzt ServiceNow mit dem AI Passport an. Das Zertifikat definiert die Identität, erlaubte Aktionen, zugängliche Systeme sowie den verantwortlichen menschlichen Eigentümer eines KI-Agenten.
Die Softwareagenten verifizieren diesen kryptografischen Nachweis zur Laufzeit, um ihren autorisierten Rahmen sicherzustellen. Weicht ein Agent vom vorgegebenen Handlungsspielraum ab, greifen gestufte Maßnahmen: von einer Umleitung und Einschränkung über die Rekontextualisierung bis hin zu einem Kill Switch als letztem Mittel.
Ausgestellt wird der AI Passport über den Super Intelligence Control Tower auf Basis von CMDB-Einträgen, internen Richtlinien und Workflow-Freigaben. Die Spezifikationen sind offen gehalten und unterstützen auch Fremd-Agenten. Als Design- und Launch-Partner fungiert NVIDIA mit Plattformen wie der Open Agent Safety Platform beziehungsweise OpenShell sowie Sentry.
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Ergänzend umfasst das Paket eine Erkennung von Schatten-KI, über 400 vorgefertigte Konnektoren, Kosten-Governance sowie Werkzeuge zur KI-Kostenverfolgung nach Abteilungen und Nutzern. Der AI Passport, die Schatten-KI-Erkennung und das KI-Kostenmanagement sollen voraussichtlich im vierten Quartal 2026 verfügbar sein, während Lösungen für operationelle Resilienz im Finanzsektor bereits bereitstehen.
ServiceNow nannte keinen Preis für den Berechtigungsnachweis. Die Dringlichkeit unterstreicht der ServiceNow Banking AI Maturity Index 2026: Zwar nutzen demnach 100 Prozent der befragten Banken KI, doch lediglich 24 Prozent verfügen über entsprechende Governance-Strukturen.

