ServiceNow Arc: KI-Agent übernimmt Arbeitsaufträge über mehrere Tage

Der neue Agent ist in drei ServiceNow-Tarifen enthalten; Mac-Nutzer erhalten ihn zuerst, Windows-Unterstützung soll folgen.

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Am 21. Oktober 2026 haben ServiceNow und Nvidia die allgemeine Verfügbarkeit von Arc gestartet. Bei der Anwendung handelt es sich um einen persönlichen Enterprise-KI-Agenten, der Arbeitsaufträge über Zeiträume von mehreren Stunden oder Tagen eigenständig planen, ausführen und überprüfen kann. Das System erkennt offene Aufgabenstellungen selbstständig und lernt durch die fortlaufende Nutzung hinzu.

Erstmals im Mai angekündigt, wurde Arc auf Nvidias Fachkonferenz GTC Berlin live geschaltet. Der Agent ist ohne zusätzlichen Aufpreis in den Produktstufen Foundation, Advanced und Prime von ServiceNows EmployeeWorks enthalten. Der Rollout startet zunächst für Mac-Systeme, während eine Unterstützung für Windows in wenigen Wochen folgen soll.

Lokale Ausführung und tiefe Workflow-Integration

Arc lässt sich direkt an ServiceNow-Workflows, E-Mail-Dienste, Microsoft Teams und weitere Produktivitätsanwendungen anbinden und kann eigenständig neue Integrationen aufbauen.

Die technische Ausführung erfolgt wahlweise lokal auf dem Desktop-Rechner oder innerhalb der Nvidia-OpenShell-Sandbox auf RTX Spark. Das System nutzt lokale Sprachmodelle für standardisierte Routinearbeiten und greift nur bei komplexeren Aufgaben auf externe Frontier-Modelle zurück.

IT-Richtlinien für den Agenten werden zentral im Super Intelligence Control Tower definiert und zur Laufzeit durch Nvidia OpenShell durchgesetzt. Am 21. Oktober 2026 unterstrichen Jon Sigler von ServiceNow und Justin Boitano von Nvidia in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von Governance über sämtliche Ebenen hinweg.

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Laut ServiceNow verbreitet sich ein Entzug von Zugriffsrechten innerhalb von rund einer Sekunde über die Software- und Hardwareebene, ohne dass hierfür die Infrastruktur neu gestartet werden muss. Bei einem Widerruf isoliert OpenShell die jeweilige Aufgabe in der Sandbox, während parallel laufende Aktionen unbeeinträchtigt fortgeführt werden.

In künftigen Software-Releases sollen Nvidia OpenShell und BlueField-DPUs zudem den sogenannten AI Passport von ServiceNow auslesen, um Berechtigungen laufend zu validieren; ein Zeitplan oder Preise für diese Erweiterung wurden bisher nicht genannt. Für Anfang 2027 plant ServiceNow zudem die Einführung von Nvidia Sentry auf BlueField-4-DPUs.

Den Nutzen strukturierter Planungsschritte stützt eine im März durchgeführte ServiceNow-Studie namens EnterpriseOps-Gym mit 1.150 simulierten Aufgaben.

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Darin erzielte das kompaktere Modell Qwen3-4B in Kombination mit menschlichen Plänen bessere Ergebnisse als das größere Qwen3-30B: Im Kundenservice lag die Erfolgsquote bei 37,2 Prozent gegenüber 33,9 Prozent, im IT-Service bei 23,3 Prozent gegenüber 20,9 Prozent und im HR-Bereich bei 36,4 Prozent gegenüber 33,2 Prozent.

Geschäftszahlen und Ausblick auf das dritte Quartal

Der Produktstart fällt in eine Phase anhaltenden Wachstums bei ServiceNow. Im zweiten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von 3,99 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 24 Prozent im Vorjahresvergleich und der stärkste Zuwachs der vergangenen acht Quartale – ein GAAP-Betriebsergebnis von 162 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 55 Prozent im Jahresvergleich entsprach. Das annualisierte Vertragsvolumen (ACV) für KI-Lösungen überstieg die Marke von 1 Blickard US-Dollar, während die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) um 21 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar kletterten.

Am Tag der Ankündigung notierte die Aktie von ServiceNow nahe 149,43 US-Dollar, was nach einem Kursanstieg von 42,8 Prozent über drei Monate einem 33-fachen Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis entspricht. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 154 US-Dollar, was ein Kurspotenzial von rund 3 Prozent impliziert.

Branchenprüfungen von FUNDA deuten darauf hin, dass das cRPO-Wachstum im dritten Quartal um 150 bis 200 Basispunkte über den Erwartungen liegen könnte. Allerdings befindet sich der AI Control Tower noch in Test- und Pilotphasen und dürfte erst im Jahr 2027 wesentliche Ergebnisbeiträge liefern. Die Finanzergebnisse für das dritte Quartal wird das Unternehmen am 28. Oktober vorlegen.