Das KI-Startup Sesame, gegründet von den Oculus-Erfindern, hat heute eine erste öffentliche Version seiner iOS-App veröffentlicht. Die Anwendung setzt auf digitale Persönlichkeiten mit eigener Stimme und eigenem Gedächtnis – ein entscheidender Schritt weg von standardisierten Chatbots.
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Vier Agenten, vier Charaktere
Die App führt vier KI-Agenten namens Maya, Miles, Simone und Charlie ein. Jeder von ihnen besitzt eine individuelle Stimme, Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich an frühere Gespräche zu erinnern. Das Besondere: Während der Nutzer spricht, durchsucht die Technologie parallel das Internet. So liefern die Agenten in Echtzeit Informationen – dargestellt in übersichtlichen Suchkarten.
Neben der Sprachsteuerung bietet die App einen Textmodus sowie einen Inkognito-Modus für private Unterhaltungen. Eine Notizfunktion und ein „Deep Dive“-Modus für komplexe Fragen runden das Angebot ab. Das erklärte Ziel des Unternehmens: Die Verzögerung bei Antworten so gering wie möglich zu halten, damit Gespräche sich natürlich und flüssig anfühlen.
Verfügbarkeit und Zukunftspläne
Die iOS-App ist zunächst in 39 Ländern verfügbar. Der Download ist kostenlos, allerdings könnte eine Warteliste eingeführt werden, um die Nachfrage zu steuern. Eine Android-Version befindet sich bereits in Entwicklung.
Sesame wurde von Brendan Iribe und Ankit Kumar gegründet – Iribe war zuvor Mitgründer von Oculus, das Facebook 2014 für rund zwei Milliarden Dollar übernahm. Das KI-Startup hat bislang rund 290 Millionen Euro eingesammelt, darunter eine 235-Millionen-Euro-Serie-B-Runde unter Führung von Sequoia. Bereits in einer frühen Beta-Phase lockte die Technologie über eine Million Nutzer an.
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Die langfristige Strategie geht über reine Software hinaus: Für 2027 plant Sesame die Markteinführung einer intelligenten Brille.
Wettbewerb verschärft sich
Der Markt für KI-Assistenten ist in Bewegung. Erst Ende Mai brachte Amazon einen „Agentic Shopping Assistant“ auf AWS heraus – ein Tool auf Basis von Alexa for Shopping, das Einzelhändler wie Kate Spade für personalisierte Produktempfehlungen nutzen. Parallel dazu führte Robinhood KI-gesteuerte Trading-Konten und eine Kreditkarte ein, die Cashback auf Einkäufe von KI-Agenten gewährt.
Auch die etablierten Tech-Riesen reagieren. Meta kündigte am Dienstag an, ab Juni KI-Abonnement-Modelle zu testen. Die Dienste für 7,50 Euro und 18,80 Euro pro Monat werden zunächst in Singapur, Guatemala und Bolivien erprobt. Und Apple bereitet offenbar einen grundlegenden Umbau von Siri vor: Ein eigener App-Auftritt und eine Chatbot-Oberfläche sollen den Sprachassistenten wettbewerbsfähig machen – gegen spezialisierte Startups wie Sesame und Plattformen von OpenAI oder ElevenLabs.

