Die US-Bundespolizei FBI hat eine formelle Warnung vor einer Zunahme von Cyberangriffen herausgegeben, bei denen Kriminelle durch Social-Engineering-Taktiken Benutzerkonten in sozialen Medien übernehmen. Das primäre Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl sensibler und expliziter Inhalte. Wie die Behörde mitteilt, dringen Hacker systematisch in Profile ein, um intime Bilder von Erwachsenen sowie Minderjährigen zu entwenden. Diese Inhalte werden anschließend häufig zusammen mit persönlichen Daten der Opfer auf kriminellen Marktplätzen zum Verkauf angeboten.
Taktiken und Vorgehensweise der Angreifer
Die Ermittler beobachten verschiedene Methoden, mit denen sich Unbefugte Zugriff auf die Konten verschaffen. Neben klassischen Phishing-Angriffen über gefälschte Websites nutzen die Täter auch Brute-Force-Methoden unter Verwendung bereits geleakter Passwörter. Ein häufig angewendetes Verfahren ist zudem die gezielte Täuschung: Angreifer geben sich als Mitarbeiter des Supports von Social-Media-Plattformen aus oder versuchen, Passwörter und PIN-Codes durch einfaches Raten zu ermitteln.
Sobald der Zugriff erfolgt ist, werden die privaten Aufnahmen oft für sogenannte Sextortion-Angriffe genutzt. Dabei versuchen die Täter, die Opfer mit der Veröffentlichung der Bilder zu erpressen. Neben finanziellen Forderungen führt der Diebstahl der Daten laut FBI-Erkenntnissen regelmäßig zu schwerwiegenden Folgen wie Belästigung, Stalking und öffentlicher Bloßstellung. Rachel Tobac, die als CEO von SocialProof Security fungiert, bezeichnete die aktuelle Bedrohungslage in diesem Zusammenhang als ein bedeutendes öffentliches Gesundheitsproblem.
Sportler im Visier der Kriminellen
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In einer gemeinsamen Bekanntmachung mit dem College-Sportverband NCAA richtete das FBI eine spezifische Warnung an Athleten. Diese Personengruppe gilt aufgrund ihrer öffentlichen Profile und der Sichtbarkeit durch Vereinbarungen über Namens-, Bild- und Ähnlichkeitsrechte (NIL) als besonders gefährdet für Online-Ausbeutung. Die öffentliche Präsenz mache es Angreifern leichter, Anknüpfungspunkte für Social-Engineering-Versuche zu finden.
Dass solche Angriffe weitreichende Konsequenzen haben, zeigen aktuelle Justizfälle in den USA. In Illinois wurde in diesen Tagen ein Mann zu einer Haftstrafe von 76 Monaten verurteilt. Er hatte sich unbefugt Zugriff auf 517 Snapchat-Konten verschafft, wobei 59 Opfer direkt von seinen Taten betroffen waren. Ein weiterer Fall aus Illinois wurde Anfang des Jahres bekannt, als sich ein 27-Jähriger schuldig bekannte, die Konten von etwa 600 Frauen manipuliert zu haben. Auch im sportlichen Umfeld wurden Ermittlungen öffentlich: Ein ehemaliger Trainer aus Michigan wurde angeklagt, Datenbanken von Athleten gehackt zu haben, wobei etwa 150.000 Personen von dem Datenleck betroffen waren.
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Handlungsempfehlungen der Behörden
Um das Risiko einer Kontoübernahme zu minimieren, empfiehlt das FBI dringend die Verwendung von einzigartigen Passwörtern für jeden Dienst sowie die konsequente Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Zudem rät die Behörde davon ab, intime Bilder dauerhaft in Cloud-Speichern oder Online-Konten zu hinterlegen.
Opfern von Erpressungsversuchen wird geraten, keinesfalls auf Forderungen einzugehen oder Zahlungen zu leisten. Stattdessen solle der Kontakt zu den Tätern sofort abgebrochen und sämtliche Beweise für den Vorfall gesichert werden. Meldungen können direkt über das Internet Crime Complaint Center (IC3) oder spezialisierte Portale wie ncii.ic3.gov eingereicht werden.

