Sferical One: Schwedens neuer KI-Supercomputer bündelt 1.152 Nvidia-GPUs

Sferical One verarbeitet Daten in Schweden und unterstützt Anwendungen von Wirkstoffforschung bis Netzbetrieb.

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Führende Industrieunternehmen aus Schweden haben gemeinsam mit dem Chiphersteller Nvidia einen neuen Hochleistungsrechner für künstliche Intelligenz in Betrieb genommen. Die Anlage namens Sferical One basiert auf Nvidias Blackwell-Ultra-Architektur und steht im schwedischen Linköping. Das System, das bereits seit dem Spätsommer 2026 läuft, wurde nun bei einer Veranstaltung in Stockholm offiziell vorgestellt.

Leistungsstarke Blackwell-Architektur für schwedische Kernbranchen

Das Gesamtsystem umfasst 1.152 Nvidia Blackwell Ultra GPUs in 16 Nvidia DGX GB300 NVL72 Systemen, die auf zwei Nvidia DGX SuperPODs verteilt sind. Jedes der NVL72-Systeme verfügt über 72 GPUs und 36 Grace ARM CPUs sowie 20 TB HBM3E und 130 TB/s NVLink.

In der Summe erreicht der Supercomputer rund 320 TB HBM3E-Speicher, eine Speicherbandbreite von 9.216 TB/s sowie eine Rechenleistung von rund 23.040 Petaflops bei FP4-Berechnungen, was etwa 23 Exaflops entspricht. Die interne Vernetzung erfolgt über ConnectX-8 SuperNICs mit 800 Gbit/s pro GPU über InfiniBand.

Hinter dem Vorhaben steht Sferical AI, eine im August 2025 ins Leben gerufene Organisation. Zum Kreis der Gründungsmitglieder gehören der Pharmakonzern AstraZeneca, der Telekommunikationsausrüster Ericsson, das Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen Saab, die Bank SEB sowie Wallenberg Investments. Im April 2026 trat zudem der Wälzlagerhersteller SKF als strategischer Partner bei.

Geführt wird Sferical AI von CEO Jenny Nordlöw, während Anders Ynnerman den Posten des Executive Chairman innehat. Die Investitionssumme für das Projekt belief sich auf mehr als 1 Milliarde schwedische Kronen. Laut Angaben von CEO Jenny Nordlöw verbleiben sämtliche verarbeiteten Daten auf schwedischem Hoheitsgebiet.

Breit gefächerte Anwendungsbereiche von Pharma bis Telekommunikation

Die Dienste der Plattform setzen auf offenen multimodalen Nemotron-Modellen von Nvidia auf. Die beteiligten Unternehmen decken damit unterschiedliche industrielle Schwerpunkte ab. AstraZeneca nutzt die Infrastruktur für die Entdeckung neuer Wirkstoffe, personalisierte Medikamente sowie die Forschung an Proteinen und Krebsimpfstoffen.

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Ericsson setzt die Rechenleistung für KI-gestützte Netzwerkoperationen sowie Entwicklungen an der Schnittstelle von KI und 6G ein. Bei Saab dient das System komplexen Simulationen und Prognosemodellen, während die SEB Anwendungen zur Steuerung von Kundenbeziehungen vorantreibt. SKF plant Einsätze in den Bereichen vorausschauende Wartung, Qualitätskontrolle sowie Forschung und Entwicklung.

Beim offiziellen Launch in Stockholm versammelten sich hochrangige Vertreter der beteiligten Akteure, darunter Nvidia-CEO Jensen Huang, Ericsson-CEO Per Narvinger, Ericsson-CTO Erik Ekudden, Marcus Wallenberg als Vorsitzender von Wallenberg Investments sowie Spotify-Gründer Daniel Ek. Neue Investitionszusagen für Schweden gab Huang im Rahmen seines Besuchs jedoch nicht bekannt.

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Ausbau der KI-Infrastruktur im nordeuropäischen Raum

Parallel zum Start von Sferical One baut auch die Initiative Sweden AI Factory ihre Kooperation mit Nvidia aus. Für Anfang 2027 ist ein neuer KI-optimierter Supercomputer auf Basis von Nvidia-Grafikprozessoren geplant.

In Zusammenarbeit mit RISE und NAISS richtet sich das Angebot an kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups, die über das Nvidia-Inception-Programm Schulungen, Workshops und Hackathons erhalten; die operative Verantwortung dafür liegt bei Thor Wikfeldt von RISE.

Die Region verzeichnet eine wachsende Nachfrage nach Compute-Ressourcen: Verschiedene Betreiber von KI-Clouds planen bis Ende 2027 den Aufbau von rund 1 Gigawatt Kapazität in den nordischen Ländern, darunter Akteure wie Bitdeer, CoreWeave, Crusoe, Hyperstack, Nscale, Verda und Volta.

Nvidia investiert zudem gezielt in schwedische Jungunternehmen wie Lovable und Legora und kündigte die Eröffnung eines eigenen KI-Labors in Stockholm für das Jahr 2027 an.