ShareGate-Tool: KI reduziert Cloud-Migration auf unter 60 Minuten

KI-gestützte Migrationen reduzieren Ausfallzeiten drastisch, während Microsoft Project Online eingestellt wird. Deutsche Städte setzen auf Open Source.

Technische Neuerungen und auslaufende Microsoft-Dienste zwingen Unternehmen weltweit, ihre Migrationsstrategien zu überdenken.

KI-gestützte Migration ohne Ausfallzeiten

Ein entscheidender Fortschritt kommt aus Kanada: Das Unternehmen Workleap Technologies hat am 19. Juni 2026 eine neue Funktion für sein ShareGate-Tool vorgestellt. Die Erweiterung ermöglicht Administratoren, den gesamten Umzug von Identitäten, Postfächern und Workloads – inklusive Sicherheitsgruppen und Lizenzzuweisungen – über eine einzige Oberfläche zu steuern. Die Abfolge ist dabei klar definiert: Zuerst werden die Identitäten migriert, erst dann folgen Postfächer und Dienste wie SharePoint oder Teams.

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Noch beeindruckender sind die Fortschritte durch künstliche Intelligenz. Branchenexperten berichten, dass KI-gestützte Migrationslösungen die traditionellen Ausfallzeiten von acht bis zwölf Stunden auf unter 60 Minuten drücken können. Die Systeme nutzen prädiktive Analysen und intelligente Automatisierung, um Abhängigkeiten zwischen Workloads zu erkennen. Risiken wie verschachtelte Berechtigungen oder hybride Identitätskonflikte werden noch vor dem endgültigen Umschalten identifiziert.

Countdown für Project Online läuft

Für Unternehmen, die Microsoft Project Online nutzen, tickt die Uhr. Am 30. September 2026 stellt Microsoft den Dienst ein. Experten raten, den Umstieg auf Alternativen wie Power Platform oder Dataverse bis Anfang August abzuschließen.

Der Softwareanbieter BrightWork hat darauf reagiert und am 17. Juni eine aktualisierte Version seines Migrationstools veröffentlicht. Die Lösung kann bis zu 2.500 Projekte in weniger als sechs Stunden übertragen. Der manuelle Aufwand für den Wechsel sinke dadurch um rund 60 Prozent.

Kostenfallen und Datenresidenz

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen wird die Lizenzlandschaft zunehmend komplex. Die aktuellen Preise für Business-Pläne liegen zwischen umgerechnet rund 5,80 Euro pro Nutzer für Business Basic und 21,20 Euro für Business Premium. Enterprise-Tarife wie E5 können bis zu 57,40 Euro pro Nutzer kosten.

Marktanalysen zeigen: Unternehmen verschwenden bis zu 30 Prozent ihres monatlichen Cloud-Budgets für überflüssige Anwendungspakete oder nicht zugewiesene Profile. Moderne Beschaffungsmodelle erlauben inzwischen die Mischung verschiedener Nutzerpläne innerhalb eines Kontos. Für britische Firmen werden die Daten in der Regel in Rechenzentren in London oder Cardiff gespeichert. Ein typischer Migrationszeitplan für ein 50-Mitarbeiter-Unternehmen liegt bei acht Wochen – von der Planung über Pilotphase bis zum endgültigen Umschalten.

Deutsche Städte setzen auf digitale Souveränität

Während viele Konzerne tiefer in die Cloud eintauchen, gehen einige europäische öffentliche Einrichtungen einen anderen Weg. Die Stadt Oberkirch in Baden-Württemberg hat angekündigt, bis Ende 2026 auf eine digitale Umgebung auf Basis von OpenDesk und Open-Xchange umzusteigen. Ziel ist die Unabhängigkeit von großen internationalen Softwareanbietern.

Der Schritt folgt einer großangelegten Migration in Schleswig-Holstein. Dort werden 30.000 Arbeitsplätze auf Open-Source-Alternativen wie LibreOffice und Nextcloud umgestellt. Zwar führte das Projekt zunächst zu einem Rückgang im digitalen Ranking des Bundeslandes für 2026. Doch die Verantwortlichen betonen: Die digitale Souveränität und die langfristige Entlastung des Steuerzahlers rechtfertigen die Anfangshürden. Bereits im Oktober 2025 hatte das Land 35.000 E-Mail-Postfächer migriert und 80 Prozent der Arbeitsplätze auf Open-Source-Software umgestellt.

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Die drei Säulen moderner Administration

Für Unternehmen, die im Microsoft-Ökosystem bleiben, hat sich die Verwaltung auf drei Kernbereiche verlagert: Identitäts- und Zugriffsmanagement, Sicherheit und Compliance sowie proaktive Überwachung. Aktuelle Migrationskonzepte setzen auf eine „Zero Trust“-Architektur und Identitätsmodelle, die rein cloudbasiert, hybrid oder föderiert sein können.

Der Erfolg einer Migration hängt maßgeblich von einer gründlichen Bestandsaufnahme ab. Dazu gehören die Analyse von Inhalten auf Duplikate und Vertraulichkeitseinstufungen sowie die Prüfung der Bereitschaft für KI-Tools wie Copilot. Besondere Vorsicht ist bei risikoreichen Workloads geboten: SharePoint-Berechtigungen und Teams-Kanalverläufe erfordern oft manuelle Neuzuordnung oder spezialisierte Migrationswerkzeuge, um Datenverluste zu vermeiden.