SharePoint-Lücke CVE-2026-50522: CVSS 9,8 – Angreifer stehlen Maschinenschlüssel

Mehrere kritische Schwachstellen in Unternehmenssoftware werden aktiv ausgenutzt. Microsoft, ServiceNow und WordPress haben Updates veröffentlicht.

Die Cybersicherheitslage hat sich dramatisch verschärft. Gleich mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken in weit verbreiteten Unternehmensanwendungen werden derzeit aktiv ausgenutzt. Besonders betroffen: Microsoft SharePoint, ServiceNow und WordPress.

SharePoint-Lücke mit höchster Gefahrenstufe

Eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft SharePoint sorgt für Alarm bei Sicherheitsexperten. Die als CVE-2026-50522 bekannte Schwachstelle ermöglicht Angreifern die ferngesteuerte Codeausführung – und das mit einem CVSS-Score von 9,8, der höchsten Gefahrenstufe.

Das Problem: Ein Fehler in der Deserialisierung erlaubt es Angreifern, Maschinenschlüssel zu stehlen und sich als legitime Nutzer auszugeben. Die Angriffe begannen nur Stunden nach der Veröffentlichung eines öffentlichen Proof-of-Concept-Codes am 20. Juli 2026. Die Sicherheitsfirmen watchTowr und Defused bestätigten die aktive Ausnutzung.

Microsoft hat zwar im Juli-Update 2026 einen Patch bereitgestellt. Experten raten jedoch dringend, nach der Installation auch sämtliche Zugangsdaten und Maschinenschlüssel zurückzusetzen. Nur so lässt sich ein dauerhafter Zugriff der Angreifer verhindern.

ServiceNow: Sandbox-Escape ermöglicht unbefugten Zugriff

Auch die KI-Plattform von ServiceNow steht im Fadenkreuz von Angreifern. Die Schwachstelle CVE-2026-6875 erlaubt einen sogenannten Sandbox-Escape – ebenfalls vor der Authentifizierung. Obwohl ServiceNow bereits am 13. Juli einen Patch veröffentlichte, wurden erste aktive Angriffe ab dem 17. Juli beobachtet.

Die Angreifer nutzen spezifische Endpunkte, um sich unbefugten Zugriff zu verschaffen. Unternehmen, die ServiceNow einsetzen, sollten die Aktualisierung umgehend einspielen.

WordPress: Massenangriff auf zwei kritische Lücken

WordPress-Administratoren stehen vor einer besonderen Herausforderung. Eine großangelegte Angriffswelle nutzt zwei als „wp2shell“ bekannte Schwachstellen aus (CVE-2026-63030 und CVE-2026-60137). Die Lücken erlauben Codeausführung vor der Authentifizierung über die REST-API-Batchverarbeitung.

Die Angriffe begannen um den 17. Juli. Die Täter installieren Webshells und legen unbefugte Administratorkonten an. Eine Stichprobe von 124.580 Websites zeigt: Rund 81,6 Prozent haben die notwendigen Patches eingespielt. Die Sicherheitsupdates sind in den Versionen 7.0.2, 6.9.5 und 6.8.6 enthalten.

Neue Masche: ConsentFix kapert Microsoft-365-Konten

Neben technischen Schwachstellen setzen Angreifer vermehrt auf Social Engineering. Eine neue Variante des ClickFix-Angriffs, getauft auf den Namen ConsentFix, wurde am 21. Juli entdeckt.

Die Methode ist raffiniert: Nutzer werden dazu gebracht, ein OAuth-Token auf eine Angreifer-seitige Seite zu ziehen – ganz ohne Passwort. Einmal ausgeführt, erhalten die Täter Zugriff auf E-Mails, Teams, OneDrive und SharePoint-Daten. Sicherheitsforscher von Kaspersky empfehlen verstärkte Mitarbeiterschulungen und eine verbesserte Mail-Gateway-Sicherheit.

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Oracle: Rekordzahl an Sicherheitsupdates

Oracles Juli-Update 2026 schloss mit 1.455 Schwachstellen eine Rekordzahl an Sicherheitslücken. Besonders brisant: eine Exploit-Kette in PeopleSoft. Die Lücken CVE-2026-35278 und CVE-2026-35273 wurden zwischen dem 27. Mai und 9. Juni von der Gruppe ShinyHunters aktiv ausgenutzt.

Die Folgen sind gravierend: Über 300 Server in mehr als 100 Organisationen wurden kompromittiert. Allein das Moody Bible Institute meldete die Offenlegung von 2,3 Millionen Datensätzen.

7-Zip: Manuelle Updates nötig

Eine Schwachstelle im weit verbreiteten Dateiarchivierer 7-Zip (CVE-2026-14266) wurde mit Version 26.02 vom 25. Juni geschlossen. Der Heap-basierte Pufferüberlauf tritt beim Dekomprimieren präparierter XZ-Dateien auf. Bislang wurden keine aktiven Angriffe gemeldet. Das Problem: 7-Zip verfügt über keine automatische Update-Funktion – Nutzer müssen manuell eingreifen.

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Outlook-Kalender als versteckter Kommando-Kanal

Eine besonders ausgeklügelte Schadsoftware namens HOLLOWGRAPH nutzt legitime Microsoft-Dienste zur Tarnung. Entdeckt bei einer Untersuchung zwischen dem 3. Juni und 9. Juli, zielt die Malware auf israelische Einrichtungen ab. Mindestens zwölf Systeme wurden infiziert.

Die Funktionsweise ist bemerkenswert: HOLLOWGRAPH verwendet die Microsoft Graph API, um Outlook-Kalenderereignisse in einen verdeckten Kommando-Kanal zu verwandeln. Die Schadsoftware liest und schreibt verschlüsselte Befehle in Kalendereinträge – und zwar gezielt in Ereignisse vom 13. Mai 2050, um der Entdeckung zu entgehen. Sicherheitsforscher von Group-IB stellten zudem DNS-Tunneling zur Aktualisierung von Zugangsdaten fest und sehen Verbindungen zum Cavern-Framework.