SharePoint-Lücke CVE-2026-50522: Kritisches Risiko auf Stufe 9,8

Ein Infrastruktur-Update führte zu massiven Störungen bei Microsoft 365. Parallel dazu bedrohen Sicherheitslücken und Phishing-Kampagnen die Nutzer.

Ein Infrastruktur-Update brachte Microsofts E-Mail-Dienst ins Wanken. Tausende Nutzer konnten zeitweise keine Mails versenden oder empfangen.

Der Vorfall mit der Kennung EX1436407 begann am 19. Juli 2026 und sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen. Betroffene Nutzer erhielten bei E-Mail-Versuchen sogenannte Non-Delivery Reports (NDRs) – die Nachrichten kamen schlichtweg nicht an. Auch der Zugriff auf Kalender war blockiert.

Speicherprobleme als Auslöser

Die Ursache war ein infrastruktureller Eingriff, der zu übermäßigem Speicherverbrauch führte. Die Systeme quittierten dies mit einer fälschlichen Quarantänisierung von Postfächern. Es handelt sich dabei um ein erneutes Auftreten eines bereits bekannten Problems (EX1434354).

Microsoft betont: Es gibt keine Hinweise auf einen Cyberangriff oder Datenverlust. Die genaue Zahl der betroffenen Kunden und Regionen blieb zunächst offen.

Fortschritt bei der Wiederherstellung

Bis zum Abend des 22. Juli 2026 waren die Aufräumarbeiten zu etwa 72 Prozent abgeschlossen – ein Anstieg von zuvor 66 Prozent. Der nächste Statusbericht ist für heute, den 23. Juli 2026, um 20 Uhr MESZ geplant. Ein Ende der Störungen zeichnet sich ab.

Mehrere Sicherheitslücken gleichzeitig

Die Exchange-Probleme sind nur ein Teil einer größeren Bedrohungslage für Microsoft 365. Sicherheitsforscher entdeckten eine kritische Sicherheitslücke in SharePoint (CVE-2026-50522) mit einem CVSS-Score von 9,8 – die höchste Risikostufe. Obwohl Microsoft im Juli 2026 einen Patch veröffentlichte, kursiert seit dem 20. Juli ein öffentlicher Proof-of-Concept. Angreifer versuchen aktiv, SharePoint-Maschinen-Schlüssel zu stehlen. Administratoren sollten die Schlüssel nach dem Einspielen des Patches dringend rotieren.

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Phishing-Welle mit gestohlenen Outlook-Konten

Seit Mai 2026 läuft zudem eine großangelegte Phishing-Kampagne. Angreifer nutzen kompromittierte Outlook-Konten, um gefälschte Beschaffungsanfragen zu versenden. Die Empfänger landen auf geklonten Login-Seiten – Ziel ist der Diebstahl von Sitzungscookies, um Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen. Betroffen sind Unternehmen, Universitäten und internationale Organisationen.

Eine weitere Kampagne zwischen April und Mitte Mai 2026 missbrauchte den OAuth 2.0 Device Authorization Grant. Die Täter verschickten passwortgeschützte Dokumente und brachten Nutzer dazu, Gerätecodes auf gefälschten Microsoft-Seiten einzugeben. Folge: Die Angreifer erlangten Zugriff auf E-Mails, OneDrive und Teams.

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Auslaufende Unterstützung für Exchange-Server

Microsoft bereitet zudem mehrere Änderungen vor. Ab August 2026 wird die OWA Light-Version für Exchange Server abgeschaltet – eine Funktion, die bereits seit August 2024 als veraltet galt. Administratoren können die Deaktivierung per PowerShell vorziehen.

Ebenfalls ab August 2026 beginnt die automatische Umstellung gemeinsamer Kalender vom MAPI- auf das REST-Modell für GCC High- und DoD-Umgebungen. Die Migration soll bis Ende September 2026 abgeschlossen sein und die Synchronisationszuverlässigkeit verbessern.

Endgültiges Aus für Exchange 2016 und 2019

Das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Exchange Server 2016 und 2019 endet im Oktober 2026. Microsoft stellt klar: Es wird keine weiteren Verlängerungen geben. Unternehmen müssen bis dahin auf Exchange Online umsteigen oder auf die Exchange Server Subscription Edition (SE) upgraden. Der reguläre Support für Exchange 2016 endete bereits im Oktober 2020, für Exchange 2019 im Januar 2024. Der Oktober 2026 markiert das endgültige Ende aller Sicherheitspatches für diese Versionen.