Sharpa-Roboter North: Ein neuer Maßstab für Präzision

Das KI-Roboterunternehmen Sharpa präsentiert mit North einen humanoiden Roboter, dessen hochentwickelte Hände komplexe Montage- und Greifaufgaben autonom meistern.

Singapurs KI-Roboterfirma Sharpa hat mit „North“ einen humanoiden Roboter vorgestellt, der durch seine feinmotorischen Fähigkeiten beeindruckt. Auf der CES 2026 demonstrierte der Roboter autonomes Tischtennisspielen und komplexe Montageaufgaben – ein direkter Angriff auf die größte Schwachstelle der Branche: die geschickte Handhabung von Objekten.

Die Vorführung markiert einen strategischen Wechsel. Statt auf spektakuläre Akrobatik setzt das 2024 gegründete Unternehmen auf Nützlichkeit im Alltag. Die Mission: „Zeit herstellen, indem wir Roboter nützlich machen.“ Mit North zeigt Sharpa, wie diese Philosophie in die Praxis umgesetzt werden kann.

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Die Hände machen den Unterschied

Der Schlüssel zu Norths Fähigkeiten sind seine hoch entwickelten Hände, die „SharpaWave“. Sie verfügen über 22 aktive Freiheitsgrade und ahmen menschliche Bewegungen täuschend echt nach. In Live-Demos meisterte der Roboter Aufgaben, die langfristige Planung und höchste Präzision erforderten.

Die Krönung war der vollautonome Zusammenbau eines Papierwindrads – eine Abfolge von über 30 fehlerfreien Schritten. North zeigte zudem, wie er Spielkarten austeilt oder eine Kamera mit einer Präzision von etwa zwei Millimetern bedient. Diese Sensibilität verdankt er der proprietären Dynamic Tactile Array (DTA)-Technologie.

Jede Fingerspitze integriert eine Miniaturkamera und über 1.000 Tastsensoren. Das System „sieht durch Fühlen“ und ermöglicht so eine sofortige, adaptive Griffkontrolle. Dies verhindert das Abrutschen von Objekten und ist die Grundlage für die beobachtete Feinfühligkeit.

Die KI hinter den Bewegungen

Die physische Präzision wird von der KI-Architektur CraftNet gesteuert. Dieses hierarchische Modell integriert Vision, Tastfeedback, Sprache und Aktion. Es übersetzt Sprachbefehle in präzise Bewegungen.

Auf der obersten Ebene versteht die KI eine Aufgabe wie „Baue ein Windrad“. Eine zweite Ebene plant die groben Bewegungsabläufe. Das unterste System korrigiert dann millisekundenschnell basierend auf dem Tastfeedback der Hände. Diese Struktur erlaubt es North, Ziele zu verstehen, Schritte zu planen und dynamisch auf die physische Welt zu reagieren.

Die ungeskripteten, achtstündigen Live-Demonstrationen auf der CES sollten genau diese Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen – ein Kontrast zu einstudierten Robotershows.

Marktpositionierung und europäischer Kontext

Mit North positioniert sich Sharpa als ernstzunehmender Player im Wettlauf um humanoide Roboter. Der Fokus auf Dexterität statt Dynamik unterscheidet das Unternehmen von Wettbewerbern wie Boston Dynamics. Für Analysten ist genau diese Fähigkeit, Werkzeuge in menschlichen Umgebungen zu bedienen, der entscheidende nächste Schritt für die Branche.

Die SharpaWave-Hand wurde bereits als CES 2026 Innovation Awards Honoree ausgezeichnet. Das Führungsteam hinter Sharpa stammt vom erfolgreichen Lidar-Hersteller Hesai Technology. Diese Erfahrung könnte den rasanten Entwicklungsfortschritt erklären.

Für die deutsche und europäische Industrie, die auf Automatisierungslösungen von Unternehmen wie KUKA oder Universal Robots setzt, stellt die Demonstration eine neue Benchmark dar. Die Fähigkeit, fragile Objekte zu handhaben, öffnet Türen für Anwendungen in der Feinmontage, Logistik oder Pflege.

Der Weg in die Serienproduktion

Sharpa treibt die Kommerzialisierung voran. The SharpaWave-Hand, seit Mitte 2025 in Entwicklung, wird seit Ende 2025 in Serie gefertigt und an erste Kunden ausgeliefert, darunter globale Technologiefirmen und Forschungsuniversitäten.

Für Mitte 2026 plant das Unternehmen die Markteinführung einer Serienversion des vollständigen North-Humanoiden. Die Botschaft ist klar: Wer Roboter für komplexe, menschliche Aufgaben einsetzen will, braucht nicht nur Stärke oder Schnelligkeit, sondern vor allem Fingerspitzengefühl. Mit North hat Sharpa diesen Anspruch eindrucksvoll untermauert.

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