Ein neuer humanoider Roboter aus Singapur stellt mit seiner Fingerfertigkeit die Konkurrenz in den Schatten. Sharpa hat mit „North“ einen rollenden Roboter vorgestellt, der in spektakulären Demos Tischtennis auf menschlichem Niveau spielt. Die Demonstration markiert einen Durchbruch bei der feinmotorischen Kontrolle und den Reaktionszeiten autonomer Systeme.
Vom autonomen Fahren zur Roboterhand
Das Startup Sharpa kommt aus dem Umfeld der autonomen Fahrzeugtechnologie. Sein Roboter North ist kein reines Forschungsprojekt, sondern für produktive Einsätze in komplexen Handhabungsaufgaben konzipiert. Das Highlight: North kann autonome Ballwechsel führen. Dieser Ping-Pong-Stresstest für die hauseigene KI „CraftNet“ offenbart Reaktionszeiten von nur 0,02 Sekunden.
Anders als bei vorprogrammierten Bewegungen passt sich das System in Echtzeit an Geschwindigkeit und Schnitt des Balls an. Beobachter sprechen von einer „System 0“-Verarbeitung. Diese reflexartige Schicht arbeitet mit etwa 100 Hz und meistert so unmittelbare physische Interaktionen.
Passend zum Thema KI-Compliance gilt die EU‑KI‑Verordnung seit August 2024 und bringt neue Kennzeichnungs-, Risikoklassen- und Dokumentationspflichten für Entwickler und Anbieter von KI‑Systemen. Wer jetzt nicht rechtzeitig handelt, riskiert Bußgelder, Zulassungsprobleme und Marktbeschränkungen – das betrifft gerade Hersteller komplexer Robotik und Sensorfusion. Unser kostenloses E‑Book fasst die Pflichten kompakt zusammen und liefert eine leicht umsetzbare Checkliste für Hersteller wie Sharpa. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Die Technik hinter der Fingerfertigkeit
Das Geheimnis liegt in der SharpaWave-Roboterhand. Mit 22 aktiven Freiheitsgraden erreicht sie die Komplexität einer menschlichen Hand. Über 1.000 Tastsensoren pro Fingerspitze ermöglichen ein Fühlen von Textur und Druck mit Submillimeter-Genauigkeit.
Angetrieben wird die Hardware vom CraftNet-Modell. Dieses „Vision-Taktil-Sprache-Aktion“-System (VTLA) imitiert menschliche Kognition. Eine hierarchische Architektur trennt die übergeordnete Planung von den reflexartigen Feinjustierungen. Während das „Motion Brain“ die Aufgabe plant, übernimmt das „Interaction Brain“ die millisekundenschnellen Anpassungen.
Neben Ping-Pong bestand North auch die „Windmühlen-Herausforderung“. Dabei faltete und montierte der Roboter autonom ein Papierwindrad – eine Abfolge von über 30 präzisen Handgriffen. Sharpa bezeichnet dies als eine der längsten öffentlich gezeigten autonomen Manipulationsaufgaben.
Marktpositionierung gegen Tesla & Co.
Sharpa ist zwar ein neuer Name, die Gründer stammen jedoch vom LiDAR-Sensorhersteller Hesai Technology. Diese Herkunft verrät Expertise in Hardware- und Sensorfusion – essenziell für Navigation und Wahrnehmung.
Mit North tritt Sharpa in direkte Konkurrenz zu etablierten Playern wie Tesla und dessen Optimus-Roboter. Analysten sehen Sharpa‘s Fokus auf die „letzten Millimeter“ der Interaktion als Trumpf. Gerade in Logistik und Fertigung, wo fragile oder unregelmäßige Teile gehandhabt werden müssen, könnte dies den Unterschied machen.
„Roboter können seit langem Saltos schlagen, aber zuverlässiges Greifen war der Flaschenhals“, betont Alicia Veneziani, Global Vice President of Go-To-Market bei Sharpa. Die Strategie priorisiere praktische Produktivität über reine Bewegungsagilität.
Kommerzialisierung ab Mitte 2026 geplant
Nach den erfolgreichen Demos treibt Sharpa die Kommerzialisierung voran. Die SharpaWave-Hand wird bereits in Serie gefertigt und an erste Industriepartner ausgeliefert. Eine Produktionsversion des vollständigen North-Humanoiden ist für Mitte 2026 angekündigt.
Einsatz finden wird der Roboter voraussichtlich zunächst in kontrollierten Industrieumgebungen. Dort kann seine Fähigkeit zu komplexen Montageaufgaben sofort genutzt werden. Die Fachwelt reagiert vorsichtig optimistisch. Der Ping-Pong-Beweis ist spektakulär, doch der wahre test kommt im unstrukturierten Chaos realer Fabriken. Mit seiner Reflex-Architektur signalisiert Sharpa jedoch: Die nächste Roboter-Generation hat endlich die Hände, um mit ihrem Verstand Schritt zu halten.
PS: Die nächste Produktionsstufe – wie bei Sharpa mit Serienfertigung und Industrieeinsatz – verlangt jetzt klare Dokumentation, Risikoklassifizierung und Nachweise nach der EU‑KI‑Verordnung. Unser gratis Umsetzungsleitfaden zeigt Schritt für Schritt, welche Kennzeichnungen, Dokumentationspflichten und Übergangsfristen Sie beachten müssen, damit komplexe Robotiksysteme rechtssicher in Europa eingesetzt werden können. Ideal für Entwickler, Compliance‑Verantwortliche und Produktionsleiter. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung anfordern





