Sicherheit: CVE-2026-6726/6727 gefährden Millionen AMD-Prozessoren

Sicherheitsforscher entdeckten zwei gravierende Fehler im TPM-2.0-Referenzcode, die sowohl AMD- als auch Intel-Chips betreffen. Erste BIOS-Updates sind bereits verfügbar.

Am 12. August 2026 hat der Halbleiterhersteller AMD zwei hochriskante Schwachstellen in der Trusted Platform Module (TPM) 2.0-Architektur bestätigt. Die Sicherheitslücken betreffen eine breite Palette an Prozessor-Generationen, von Consumer-Modellen bis hin zu Server-Lösungen. Da die Fehler im TPM-Referenzcode liegen, sind neben AMD-Produkten auch Systeme anderer Hersteller für die Problematik anfällig.

Risikobewertung und technische Hintergründe

Die Identifizierung der Schwachstellen erfolgte unter den Kennungen CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727. Die technische Bewertung nach dem Common Vulnerability Scoring System (CVSS) weist den Lücken Werte von 8.5 beziehungsweise 8.3 zu, was einer hohen Risikostufe entspricht.

Den vorliegenden Informationen zufolge ermöglichen diese Schwachstellen es Angreifern, die bereits über lokale erweiterte Zugriffsrechte auf einem System verfügen, sensible Daten aus dem Sicherheitschip auszulesen.

Zudem besteht das Risiko, dass der TPM-Chip durch die Ausnutzung der Lücken vollständig deaktiviert werden kann. Damit würden wesentliche Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems und der Hardware-Verschlüsselung ihre Wirkung verlieren. Ein lokaler, privilegierter Zugriff wird jedoch als Voraussetzung für einen erfolgreichen Angriff angeführt.

Breite Palette an Prozessoren betroffen

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Die Liste der betroffenen Hardware umfasst nahezu das gesamte Portfolio der letzten Jahre. Bei AMD sind die Ryzen-Serien 3000 bis 9000, die Threadripper-Plattformen sowie die Server-Prozessoren der Reihen Epyc 4004 und 4005 betroffen.

Auch spezialisierte Chips wie die für Handheld-Konsolen konzipierten Z1- und Z2-Serien sowie die neuesten Ryzen AI 300- und 400-Modelle weisen die Sicherheitsmängel auf. Berichte deuten darauf hin, dass die Anfälligkeit bis zurück zur ersten Ryzen-Generation (1000er-Serie) reicht.

Branchenanalysten weisen zudem darauf hin, dass die Problematik über AMD hinausgeht. Aufgrund der Natur des TPM-2.0-Referenzcodes sind auch Intel-Prozessoren bis hin zur aktuellen Core-Ultra-200-Serie von den Schwachstellen betroffen. Auch hier ist für eine Kompromittierung ein lokaler Zugriff mit Administratorrechten notwendig.

Zeitplan für Sicherheits-Updates und Handlungsempfehlungen

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AMD hat bereits im Vorfeld der öffentlichen Bekanntgabe Maßnahmen eingeleitet. Die notwendigen Software-Korrekturen wurden den Motherboard-Herstellern bereits im Mai 2026 zur Verfügung gestellt. In der Folge haben führende Partner wie ASUS, MSI, ASRock und GIGABYTE im Zeitraum zwischen Juni und Juli 2026 damit begonnen, BIOS-Updates für ihre jeweiligen Produkte zu veröffentlichen.

Für Nutzer von Ryzen-Embedded-Systemen wurden entsprechende Aktualisierungen ebenfalls im Juli bereitgestellt. Besitzer der neuesten Mobilprozessoren müssen teilweise noch auf die finalen Patches warten: Für die Serien Ryzen AI 300/400 sowie Ryzen AI Max 300 ist die Veröffentlichung von Updates für den integrierten Pluton-Sicherheitsprozessor für den laufenden Monat August geplant.

Sicherheitsexperten und der Hersteller empfehlen allen betroffenen Anwendern dringend, die BIOS-Versionen ihrer Systeme zu überprüfen und verfügbare Firmware-Updates zeitnah einzuspielen, um die Integrität der TPM-Funktionen sicherzustellen.