Sicherheit: SUSE und Red Hat schließen kritische Serverlücken

SUSE und Red Hat beheben kritische Schwachstellen in Valkey, BIND und weiteren Komponenten. Angreifer könnten Schadcode ausführen oder Dienste stören.

Mehrere schwerwiegende Schwachstellen in zentralen Infrastruktur-Komponenten bedrohen Unternehmensserver. Die Hersteller SUSE und Red Hat haben nun Updates veröffentlicht, die Angreifern das Handwerk legen sollen.

Serverbetreiber in Deutschland und Europa sollten aufhorchen: Am 4. August haben SUSE und Red Hat umfangreiche Sicherheitsupdates für Kernkomponenten ihrer Enterprise-Systeme bereitgestellt. Betroffen sind unter anderem der In-Memory-Datenspeicher Valkey und der DNS-Server BIND. Die Schwachstellen könnten Angreifern die Ausführung von Schadcode ermöglichen oder Denial-of-Service-Angriffe erleichtern.

Kritische Lücken im Valkey-Datenspeicher

Besonders brisant: Im Valkey-Datenspeicher, einem beliebten Open-Source-Projekt für schnelle Datenhaltung, wurden gleich zwei Schwachstellen geschlossen. Das Update SUSE-SU-2026:3483-1 für Valkey 8.0.10 behebt einen Use-after-Free-Fehler in der TLS-Implementierung (CVE-2026-56684) mit einem CVSS-Score von 7,5. Noch schwerer wiegt die zweite Lücke: CVE-2026-63639 erreicht einen CVSS-Wert von 8,8 und erlaubt Angreifern die Remote Code Execution über manipulierte RDB-Datenströme.

Betroffen sind zahlreiche Enterprise-Distributionen, darunter openSUSE Leap 15.6, SUSE Linux Enterprise Server (SLES) 15 SP6 sowie spezielle Versionen für SAP-Umgebungen und den Langzeitsupport (LTSS).

Umfassende Updates für DNS-Server und weitere Komponenten

Parallel dazu hat SUSE kritische Patches für die DNS-Server-Suite BIND veröffentlicht. Die Updates SUSE-SU-2026:3477-1 und openSUSE-SU-2026:3476-1 beheben insgesamt sechs Schwachstellen in BIND 9.16.50. Darunter findet sich mit CVE-2026-10723 (CVSS-Score 8,9) eine besonders kritische Lücke, die Cache-Poisoning-Angriffe und die Umgehung von DNSSEC-Schutzmechanismen ermöglicht. Die Patches betreffen SLES 15 SP4 und SP5 sowie openSUSE Leap 15.4 und 15.5.

Bereits am 3. August hatte SUSE weitere wichtige Updates veröffentlicht:

  • Nginx: Das Update SUSE-SU-2026:3448-1 behebt Heap-Overflow-Schwachstellen (CVE-2026-42055 und CVE-2026-42533) mit CVSS-Werten bis zu 9,2. Diese könnten über HTTP/2 Denial-of-Service oder über Regex-Captures Speicherkorruption auslösen.
  • OpenSSL: Das Update SUSE-SU-2026:3457-1 entschärft die als „HollowByte“ bekannte Denial-of-Service-Lücke, die über eine manipulierte TLS-ClientHello-Nachricht ausgelöst werden kann.
Anzeige

Die stetig wachsende Zahl an Sicherheitslücken in Server-Strukturen verdeutlicht, wie wichtig eine proaktive Absicherung für Unternehmen heute ist. Dieses kostenlose E-Book unterstützt Verantwortliche dabei, aktuelle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und die IT-Sicherheit effizient zu stärken. Experten-Checkliste zur Cyber-Security jetzt kostenlos sichern

  • Xen-Hypervisor: Eine umfangreiche Aktualisierung für Xen 4.16.7 schließt insgesamt 15 einzelne CVEs in Virtualisierungsumgebungen.
  • Vim: Der Texteditor erhielt Fixes für Code-Ausführungslücken in den PHP- und C-Omnivervollständigungsfunktionen.

Ergänzend dazu veröffentlichte SUSE am 30. Juli ein Live-Patch für den Linux-Kernel. Das Update für SUSE Linux Micro 6.2 korrigiert einen Use-after-Free-Fehler im KVM-Hypervisor (CVE-2026-53359) sowie ein IPv4-Fragmentierungsproblem (CVE-2026-53366).

Red Hat schließt Lücken in RHEL 7 bis 10

Auch Red Hat hat seine Sicherheitsbemühungen am 4. August verstärkt und eine Reihe von Updates für Red Hat Enterprise Linux (RHEL) in den Versionen 7 bis 10 veröffentlicht. Die Patches decken ein breites Anwendungsspektrum ab, darunter RHEL AI 3.5, JBoss Enterprise Application Platform 8.1.7 und den Linux-Kernel.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das kritische Update für das Perl-GD-Paket (RHSA-2026:49758). Darüber hinaus adressierte das Unternehmen mehrere Kernel-Schwachstellen. Bereits im Mai hatte Red Hat mit RHSA-2026:15883 Deadlocks und Heap-Overflows in RHEL 10 behoben.

Anzeige

Wer sich mit der Absicherung geschäftskritischer Infrastrukturen befasst, muss neben technischen Updates auch neue regulatorische Anforderungen im Blick behalten. Ein kompakter Report klärt darüber auf, wie Unternehmer gesetzliche Pflichten erfüllen und Sicherheitslücken ohne hohe Investitionen schließen. Gratis-Report zu Cyber-Risiken und KI-Gesetzen herunterladen

Systemadministratoren wird dringend empfohlen, die Updates zeitnah einzuspielen, um das Risiko unbefugter Code-Ausführung und Dienstunterbrechungen in Unternehmensumgebungen zu minimieren. Angesichts der Schwere der Schwachstellen – insbesondere in Valkey und BIND – sollten betroffene Systeme nicht ungepatcht bleiben.