Sicherheits-Zertifikate laufen heute ab: Windows-Boot gefährdet

Microsofts Point-in-Time-Wiederherstellung erfordert 200 GB freien Speicher. Zudem laufen wichtige Secure-Boot-Zertifikate aus.

Neue Recovery-Funktion braucht 200 GB freien Speicher – und das ist nicht alles.

Microsoft erhöht den Druck auf Windows-11-Nutzer. Mit der Einführung der Point-in-Time-Wiederherstellung Ende Juni 2026 gelten erstmals konkrete Speichervorgaben für die automatische Systemwiederherstellung. Gleichzeitig läuft der Countdown für kritische Sicherheitszertifikate, die heute auslaufen.

Die 200-GB-Hürde für die automatische Wiederherstellung

Die neue Point-in-Time-Restore-Funktion erstellt automatisch alle 24 Stunden einen Wiederherstellungspunkt und bewahrt diesen für 72 Stunden auf. Das ermöglicht es Nutzern, ihr System in einen früheren Zustand zurückzuversetzen – inklusive persönlicher Dateien.

Doch die Funktion hat einen Haken: Sie wird nur auf Home- und nicht verwalteten Pro-Geräten automatisch aktiviert, wenn die Betriebssystem-Partition mindestens 200 Gigabyte groß ist. Das Feature nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS) und reserviert rund zwei Prozent des verfügbaren Speicherplatzes.

Nutzer mit ausreichend Speicher finden die Funktion direkt im Einstellungsmenü. Eine Fernsteuerung über Verwaltungstools wie Intune befindet sich noch in der Entwicklung.

Version 26H2: Kleines Update, große Unterschiede

Microsoft hat den Zeitplan für Windows 11 Version 26H2 bestätigt. Die Auslieferung startet im Herbst 2026. Für Nutzer, die bereits auf Version 24H2 oder 25H2 laufen, wird der Umstieg einfach: Ein Enablement-Package von gerade einmal 174 Kilobyte schaltet die bereits im System schlummernden Funktionen frei.

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Ganz anders sieht es für Anwender aus, die noch auf Version 23H2 oder älter festhängen. Sie müssen ein komplettes Update von 6,5 Gigabyte herunterladen. Kein Wunder also, dass Microsoft bereits im Juni 2026 damit begonnen hat, nicht verwaltete Home- und Pro-PCs zwangsweise auf Version 25H2 zu aktualisieren. Nur so sind sie für das kleine Enablement-Package im Herbst gerüstet.

Tools gegen das Speicher-Chaos

Die steigenden Anforderungen machen Platzmanagement zur Pflicht. Genau hier setzt EaseUS an: Am 23. Juni veröffentlichte der Software-Entwickler Version 20.5 seines Partition Master. Das Update bringt ein neues Dashboard für Speicherverwaltung und Datenmigration.

Laut EaseUS sammeln sich auf typischen Windows-11-Systemen zwischen 8 und 15 Gigabyte an Junk-Dateien sowie rund zehn Gigabyte unerwünschter Anwendungen. Diese Datenmüllberge können schnell die 200-GB-Schwelle für die Recovery-Funktion gefährden. Die neuen Migrations-Tools sollen rund 20 Gigabyte freiräumen können – genug, um die Microsoft-Vorgaben zu erfüllen.

Sicherheits-Zertifikate laufen ab – System-Boot gefährdet

Noch dringlicher als der Speicherplatz ist ein kritisches Sicherheits-Update für Secure Boot. Mehrere wichtige Zertifikate sind heute – am 24. Juni 2026 – abgelaufen, darunter die Microsoft Corporation KEK CA 2011. Ein weiteres Zertifikat, die Microsoft UEFI CA 2011, folgt am 27. Juni.

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Microsoft hat die Updates auf alle kompatiblen Windows-11- und Windows-10-Geräte ausgerollt. Nutzer sollten in der Windows-Sicherheits-App prüfen, ob der Status auf Grün steht. Das bedeutet: Die neuen Zertifikate sind aktiv.

Ein grünes Licht ist aber kein Grund zur Entwarnung. Zwar ist der heutige Stichtag keine absolute Grenze – manuelle Updates und Zertifikatserweiterungen sind noch bis Oktober 2026 möglich. Doch wer die Sicherheitswartung vernachlässigt, riskiert Startprobleme und damit auch den reibungslosen Betrieb der Juni-Optional-Updates. Diese bringen übrigens auch Verbesserungen für die Barrierefreiheit: den verbesserten Sprachausgabe-Narrator und die Mehrfachbildschirm-Unterstützung für Voice Access.