Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im dritten Quartal 2026 dank explodierender Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren und hoher Aufträge aus dem Nahen Osten Rekordergebnisse erzielt. Der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro – ein neuer Bestwert für das Unternehmen.
Gewinn verdreifacht – Prognose angehoben
Das operative Ergebnis vor Sondereffekten mehr als verdreifachte sich auf 1,62 Milliarden Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die daraus resultierende Marge von 14,2 Prozent übertraf die Erwartungen deutlich. Der Konzern rechnet nun damit, das obere Ende seiner Jahresprognose von 10 bis 12 Prozent zu erreichen.
Der Nettogewinn legte um 70 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres summiert sich der Gewinn auf 2,8 Milliarden Euro – das Unternehmen liegt damit auf Kurs für sein Jahresziel von rund vier Milliarden Euro. An der Frankfurter Börse reagierten die Anleger erfreut: Die Aktie gewann mehr als drei Prozent.
KI-Rechenzentren als Wachstumstreiber
Der wichtigste Motor für das Rekordquartal ist der rasante Ausbau globaler Rechenzentrums-Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Nach Unternehmensangaben entfällt in den USA bereits ein Anteil von sechs bis acht Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf Rechenzentren. Sie machen inzwischen 20 Prozent des gesamten Auftragseingangs von Siemens Energy aus.
Besonders deutlich profitiert die Sparte Gas Services: Die Aufträge sprangen um 61,9 Prozent auf knapp zehn Milliarden Euro. Zusammen mit der starken Nachfrage aus dem Nahen Osten, die durch regionale geopolitische Spannungen befeuert wird, entfallen auf Rechenzentren rund 50 Prozent aller Gasturbinen-Bestellungen. Auch die Sparte Grid Technologies verzeichnete ein Auftragsplus von 27,6 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro – Versorger rüsten ihre Netze für die wachsenden Stromlasten.
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Wendepunkt bei Siemens Gamesa
Erstmals seit Ende 2022 ist die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa wieder operativ profitabel. Das Unternehmen erzielte einen Gewinn vor Sondereffekten von 75 Millionen Euro – eine deutliche Erholung vom Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Doch die Probleme sind nicht vollständig gelöst: Der Auftragseingang von Siemens Gamesa fiel auf 1,05 Milliarden Euro, nach 4,89 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Konzernchef Christian Bruch bezeichnete den Onshore-Windmarkt als außergewöhnlich aggressiv und betonte, der Fokus bleibe auf Kostenmanagement und interner Profitabilität.
Rekordauftragsbestand und KI-Integration
Mit einem Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro hat Siemens Energy eine außergewöhnlich gute Visibilität für die kommenden Jahre. Bruch kündigte zudem an, dass der Konzern den Einsatz von KI in der eigenen Produktion prüft – konkret geht es um Anwendungen in der Gasturbinen-Fertigung.
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Der freie Cashflow vor Steuern erreichte im Quartal 2,3 Milliarden Euro, in den ersten neun Monaten summiert er sich auf 6,6 Milliarden Euro. An der Umsatzprognose von 14 bis 16 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr hält das Management fest.

