Mit der Veröffentlichung der Version 8.30 hat der Messenger-Dienst Signal die Einführung verschlüsselter Backups über alle unterstützten Plattformen hinweg vervollständigt.
Wie aus Berichten vom 29. September 2026 hervorgeht, steht die Funktion nun konsistent für Android, iOS sowie die Desktop-Anwendungen unter Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Damit reagiert der Anbieter auf die steigende Nachfrage nach plattformübergreifender Datensicherung bei gleichzeitigem Erhalt der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Neue Speicheroptionen und plattformübergreifende Kompatibilität
Während Android-Nutzer bereits länger auf eine Backup-Funktion zugreifen konnten, wurden diese Backups nun auf ein einheitliches, plattformübergreifendes Format umgestellt. Dies ermöglicht es Anwendern, Sicherungen zwischen verschiedenen Betriebssystemen zu erstellen und wiederherzustellen. Für iOS und die Desktop-Versionen handelt es sich um eine Neueinführung von On-Device-Backups.
Signal bietet den Nutzern dabei zwei grundlegende Methoden an: lokal gespeicherte On-Device-Backups und von Signal gehostete Backups. Lokale Sicherungen unterliegen keinem Größenlimit und können beispielsweise auf externen Laufwerken oder im heimischen Netzwerk auf einem NAS-Server gesichert werden. Die gehostete Variante ermöglicht hingegen eine Cloud-basierte Speicherung direkt über die Infrastruktur des Dienstes.
Sicherheitsarchitektur und Verschlüsselungsverfahren
Beide Backup-Methoden sind standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt und erfordern zur Wiederherstellung einen sogenannten Recovery Key. Bei der technischen Umsetzung bestehen jedoch Unterschiede in der Schlüsselverwaltung.
Wie aus technischen Berichten hervorgeht, nutzen die gehosteten Backups zusätzlich einen täglich rotierenden Supplemental Key. Dieser wird in einer vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment) verwaltet, um Forward Secrecy zu gewährleisten.
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Lokale On-Device-Backups verzichten auf dieses spezifische Verfahren. Hier dient der Recovery Key als alleiniges Mittel, um sämtliche vergangenen Sicherungen zu entschlüsseln. Nachrichten, die als „Disappearing Messages“ mit einem 24-Stunden-Ablauf konfiguriert sind, werden von keiner der beiden Backup-Methoden erfasst und bleiben somit dauerhaft von der Archivierung ausgeschlossen.
Differenzierung zwischen kostenlosem und bezahltem Tarif
Im Zuge der erweiterten Backup-Funktionen konkretisierte Signal auch die Bedingungen für die Datennutzung. Im kostenlosen Tarif bleibt der Versand von Nachrichten unbegrenzt. Medieninhalte werden jedoch nur für die letzten 45 Tage vorgehalten. Einzelnachrichten, die eine Größe von 128 KB überschreiten, werden dabei wie Dateianhänge behandelt und unterliegen ebenfalls dem 45-Tage-Limit.
Für eine monatliche Gebühr von 2 US-Dollar bietet Signal einen bezahlten Tarif an. Dieser umfasst bis zu 100 GB Speicherplatz für Medien pro Konto, wodurch die zeitliche Begrenzung von 45 Tagen entfällt. Zahlende Nutzer haben zudem die Möglichkeit, ältere Fotos und Videos auf dem Gerät durch platzsparende Vorschaubilder (Thumbnails) zu ersetzen. Die Vollversionen können bei Bedarf jederzeit aus dem gehosteten Backup nachgeladen werden.
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Optimierung des Speicherbedarfs und Gerätetransfer
Zur Effizienzsteigerung setzt Signal auf eine Deduplizierung der Daten auf Kontenebene, bei der Medien separat vom eigentlichen Backup-Archiv gespeichert und Duplikate nur einmalig abgelegt werden. Eine integrierte Speicheroptimierung („Optimize Signal Storage“) soll den Platzbedarf erheblich reduzieren. In Testszenarien schrumpfte ein Datenvolumen von 5.120 MB (5 GB) an ungenutzten Medien auf etwa 600 MB.
Für den direkten Gerätewechsel unter iOS ermöglicht die Version 8.30 zudem einen Transfer von iPhone zu iPhone über eine lokale, verschlüsselte Wi-Fi-Aware-Verbindung. Diese Technologie beschleunigt laut Berichten auch den Wechsel zwischen iOS und Android. Ergänzend dazu sorgt die Funktion „Attachment Backfill“ dafür, dass fehlende Medien auf neu verknüpfte Geräte vom Primärgerät synchronisiert werden, sofern beide Geräte online sind.
Die Entwicklung der verschlüsselten Sicherungen geht auf die Einführung der sogenannten „Signal Secure Backups“ zurück, die bereits im September 2025 initiiert wurde. Mit dem aktuellen Rollout der Version 8.30 ist die Integration nun auf allen unterstützten Systemen abgeschlossen.
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