Die Mumbai Cyber Police hat sechs Personen festgenommen, die einen 68-jährigen pensionierten Geschäftsmann aus dem Mumbai-Stadtteil Dahisar über fast zwei Wochen hinweg unter sogenannten „digitalen Arrest“ gestellt und dabei zur Überweisung von ₹1,12 Crore genötigt haben sollen. Wie die Polizei laut einem Bericht vom 18. September 2026 mitteilte, wurde der Fall unter der Nummer 186/2026 geführt.
Ablauf des Betrugs
Das Opfer wurde zwischen dem 30. Juli und dem 12. August per WhatsApp-Videoanruf kontaktiert, wie ein Bericht vom 17. September 2026 schildert. Die Anrufer behaupteten, seine SIM-Karte sei mit einem Geldwäschefall über ₹238 Crore verknüpft, und versetzten den Mann so unter permanenten digitalen Druck, bis dieser die genannte Summe überwies.
Unter den sechs Festgenommenen befinden sich laut Polizeiangaben ein IIT-Delhi-Absolvent namens Gohel, der als Webentwickler arbeitete und bereits 2021 wegen Betrugs angeklagt worden war, sowie Tyagi, der als Operations Manager bei einer Privatbank beschäftigt war. Die Ermittler konnten die Geldspur bis zu einem Konto einer Goldhandelsfirma zurückverfolgen; ein Teil der Summe wurde in Bijnor im Bundesstaat Uttar Pradesh abgehoben.
Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei zwei Laptops, 20 Mobiltelefone und 25 Bankkonten sicher, die im Zusammenhang mit dem Betrugssystem genutzt worden waren.
Teil eines größeren Musters
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ermittlungen der Mumbai Cyber Police ein. Parallel dazu nahm die Crime Branch West Region Cyber Police drei weitere Personen fest – Pramod Kumar alias Bipin, Dharmendra Gupta und Rajiv Kumar Gupta –, die im Rahmen sogenannten OTP-Farmings für ausländische Investmentbetrüger tätig gewesen sein sollen. In diesem Fall überwies ein Opfer Rs 22,30 Lakh. Der Fall wurde unter mehreren Paragrafen des Bharatiya Nyaya Sanhita sowie des IT Act registriert.
Nach Angaben der Ermittler nutzte der 34-jährige Pramod Kumar aus Delhi mindestens 6.000 SIM-Karten und verkaufte Einmalpasswörter für Beträge zwischen Rs 12.500 und Rs 2.500, teils in Kryptowährung bezahlt. Dharmendra Gupta und Rajeev Gupta aus Uttar Pradesh sollen die dafür benötigten gefälschten SIM-Karten geliefert haben.
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Ausgangspunkt dieser Ermittlung war der Fall eines 68-jährigen Bewohners von Andheri, der im April Rs 22,3 Lakh verloren hatte. Bei den Durchsuchungen wurden 100 Mobiltelefone – darunter 91 einfache Samsung-Guru-Tastenhandys und neun Smartphones –, 669 SIM-Karten, 120 Akkus und 20 Ladegeräte beschlagnahmt.
Größere Dimension des Phänomens
Die Häufung solcher Fälle verweist auf ein strukturelles Problem im Zusammenhang mit missbräuchlich genutzten SIM-Karten. Laut Angaben der Enforcement Directorate wurden im Juni rund 36.000 aktive indische SIM-Karten mit Ursprung in Kambodscha identifiziert, von denen 5.300 mit Betrugsfällen im Umfang von über Rs 100 Crore in Verbindung gebracht wurden.
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Auch in anderen Landesteilen gingen Ermittlungsbehörden in den vergangenen Tagen gegen ähnliche Netzwerke vor. Die Mumbai Crime Branch nahm sieben Personen im Zusammenhang mit einem Rs 400-Crore-Betrug mit gefälschten SIM-Karten fest, bei dem Konten unter Aliasnamen und SIM-Karten mit fremden Identitäten genutzt wurden; eine Verbindung nach Goa wurde dabei aufgedeckt. Die Beschuldigten befinden sich bis zum 24. September in Polizeigewahrsam.
Die Serie der Festnahmen verdeutlicht, wie stark organisierte Betrugsnetzwerke inzwischen auf gefälschte SIM-Karten, gekaperte Bankkonten und psychologischen Druck durch angebliche Behördenverfahren setzen, um Opfer zu hohen Geldüberweisungen zu bewegen.

