SIM-Karten-Diebstahl: So schützen Sie Ihr digitales Leben

Diebstahl oder Betrug führen zur Übernahme der Handynummer, was Zugang zu Bankkonten und Online-Diensten ermöglicht. Schnelle Sperrung und der Wechsel zu sichereren Authentifizierungsmethoden sind entscheidend.

Ein gestohlenes Smartphone ist oft nur der Anfang. Kriminelle zielen gezielt auf die SIM-Karte ab – den Schlüssel zu Ihrem digitalen Leben. Mit der übernommenen Rufnummer knacken sie Online-Banking, E-Mail-Konten und soziale Netzwerke. Die Methoden der Betrüger werden immer raffinierter. Doch wer schnell handelt, kann den Schaden begrenzen.

Sofort sperren! Erste Schritte nach dem Diebstahl

Ihre oberste Priorität muss die Sperrung der SIM-Karte sein. So verhindern Sie, dass Diebe auf Ihre Kosten telefonieren oder – noch gefährlicher – SMS für die Zwei-Faktor-Authentifizierung abfangen. Jeder Mobilfunkanbieter bietet eine 24-Stunden-Sperr-Hotline. Notieren Sie diese Nummer vorsorglich und bewahren Sie sie getrennt vom Handy auf.

Ändern Sie umgehend die Passwörter aller sensiblen Dienste. Beginnen Sie bei Ihrem E-Mail-Konto, dem Schlüssel für alle anderen Passwort-Rücksetzungen. Online-Banking und Shopping-Portale folgen direkt danach. Erstatten Sie außerdem Anzeige bei der Polizei. Das dokumentiert den Vorfall.

Die unsichtbare Gefahr: SIM-Swapping

Die physische Entwendung ist nur eine Methode. Viel subtiler ist das sogenannte SIM-Swapping. Dabei sammeln Kriminelle persönliche Daten über Sie – aus Leaks oder sozialen Netzwerken. Mit diesen Informationen geben sie sich bei Ihrem Mobilfunkanbieter als Sie aus und bestellen eine neue SIM-Karte auf Ihren Namen. Ihre alte Karte wird damit sofort deaktiviert.

Die Täter haben nun die Kontrolle über Ihre Rufnummer. Sie können SMS-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung abfangen. Damit öffnen sich alle Türen: Passwörter zurücksetzen, Überweisungen tätigen, in Ihrem Namen handeln. Experten warnen, dass KI-gestützte Tools diese Angriffe immer überzeugender machen.

Zurück zur eigenen Nummer und Vorsorge für morgen

Nach der Sperrung bestellen Sie eine neue SIM-Karte bei Ihrem Anbieter. Die Verfahren zur Legitimation wurden verschärft, oft ist eine Video-Ident nötig. Die Kosten variieren, Ihre Rufnummer behalten Sie. Doch wie schützen Sie sich präventiv?

Aktivieren Sie eine SIM-PIN, die bei jedem Neustart abgefragt wird. Steigen Sie bei wichtigen Konten von SMS-Codes auf sicherere Methoden um. Nutzen Sie Authenticator-Apps wie den Google Authenticator oder physische Sicherheitsschlüssel. Seien Sie skeptisch bei unerwarteten Anrufen oder Nachrichten, die nach persönlichen Daten fragen.

Warum Ihre Handynummer zur Zielscheibe wurde

Die Attacken zeigen eine fatale Schwachstelle: Die Mobilfunknummer hat sich zum zentralen Identitätsmerkmal entwickelt. Viele Dienste nutzen sie als vermeintlich sicheren zweiten Faktor. Genau diese Abhängigkeit machen sich Kriminelle zunutze.

Verbraucherschützer fordern seit langem, von der SMS als Sicherheitsanker abzurücken. Mobilfunkanbieter müssen ihre Identitätsprüfungen verbessern, um betrügerische Bestellungen zu stoppen. Online-Dienste sollten Alternativen zur Rufnummer anbieten. SIM-Swapping ist ein globales Problem, das bereits zu Millionenschäden führte.