Ab dem 17. August 2026 greift in Singapur eine umfassende Gesetzesänderung, die die Erstellung und Verbreitung von intimen Bildern ohne Zustimmung der Betroffenen kriminalisiert. Das neue Gesetz adressiert explizit auch technologische Entwicklungen wie KI-generierte Inhalte und sieht empfindliche Strafen vor.
Die Neuregelung ist Teil einer globalen Bewegung zur Verschärfung rechtlicher Rahmenbedingungen gegen digitale Gewalt und den Missbrauch von Informationstechnologien.
Haftstrafen und Sonderregelungen für Minderjährige
Der Gesetzgeber in Singapur sieht für die unbefugte Erstellung intimer Aufnahmen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Minderjährigen: Handelt es sich bei den Opfern um Kinder unter 14 Jahren, droht Tätern eine obligatorische Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren.
Zusätzlich können Geldstrafen sowie die Auspeitschung verhängt werden. Über die Bildproduktion hinaus erweitert das Gesetz die Strafbarkeit auf das sogenannte Auslands-Grooming, um grenzüberschreitende Anbahnungsversuche zu unterbinden.
Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen wird durch aktuelle Daten der Organisation Refuge untermauert. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Organisation einen Anstieg von 62 Prozent bei komplexen Fällen von technologiebasiertem Missbrauch.
Insgesamt waren 829 Frauen betroffen, wobei Täter zunehmend moderne Gadgets wie Smartwatches, Fitness-Tracker oder Oura-Ringe zweckentfremden. Besonders besorgniserregend sei laut Refuge ein Anstieg der Vorfälle um 24 Prozent in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen, wobei auch KI-Spoofing eine wachsende Rolle spiele.
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Geplante Reformen gegen häusliche und digitale Gewalt in Deutschland
Parallel zur Entwicklung in Asien forciert die deutsche Bundesjustizministerin Stefanie Hubig Reformen zum Schutz vor Gewalt. Statistiken des Bundeskriminalamts für das Jahr 2025 belegen den Handlungsbedarf: Die Behörde registrierte insgesamt 266.000 Opfer häuslicher Gewalt, was einem Anstieg von 18 Prozent innerhalb von fünf Jahren entspricht. Davon waren 187.000 Opfer weiblich.
Das geplante Maßnahmenpaket sieht Verschärfungen im Bereich der psychosozialen Prozessbegleitung sowie den Einsatz elektronischer Fußfesseln vor. Zudem sollen Gesetzeslücken beim heimlichen Filmen in öffentlichen Räumen wie Saunen oder an Badeseen geschlossen werden.
Während solche Handlungen in privaten Räumen bereits mit bis zu zwei Jahren Haft bewehrt sind, fehlt bislang eine entsprechende Grundlage für den öffentlichen Raum. Hubig schlug vor, diese Lücke bundesweit zu schließen, was bereits Unterstützung aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhielt.
Plattformhaftung und Überwachung im internationalen Fokus
Auch in anderen Jurisdiktionen wächst der Druck auf Technologieunternehmen. In Japan hat das Ministerium für Innere Angelegenheiten erstmals Empfehlungen auf Basis des im April 2025 in Kraft getretenen Information Flow Platform Act ausgesprochen.
Betroffen sind Plattformen wie Google, Meta und X. Google habe es versäumt, Löschungsentscheidungen ausreichend zu begründen, während X Defizite bei der Offenlegung der Anzahl japanischsprachiger Moderatoren aufwies.
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In China konkretisierte der Oberste Gerichtshof die Haftung von Netzwerkdienstanbietern. Diese können für Schadensausweitungen haftbar gemacht werden, wenn sie nach einer Meldung keine Maßnahmen wie Löschungen oder Blockierungen ergreifen.
Bei nachgewiesener Kenntnis einer Rechtsverletzung droht eine Gesamthaftung. Die Entschädigungssummen für Ermittlungs- und Anwaltskosten können dabei bis zu 500.000 Yuan erreichen, sofern der konkrete Schaden oder Gewinn unklar bleibt.
Indische Justizbehörden und Experten warnen derweil vor Cyberkriminalität als zentraler Herausforderung des kommenden Jahrzehnts. Der indische IPS-Offizier Dhruva Kant Thakur hob hervor, dass insbesondere KI-Sprach- und Video-Spoofing sowie transnationale Syndikate die Polizeiarbeit erschweren.
Der indische Oberste Gerichtshof forderte zudem eine Stellungnahme der Regierung zur Verbreitung von Kinderpornografie in sozialen Medien und regte einen zentralisierten Online-Meldemechanismus an, um Defizite bei der Meldung an lokale Behörden zu beheben.

