Die Singapore Police Force hat neue Codes of Practice unter dem Online Criminal Harms Act erlassen, die Messaging-Dienste, Social-Media-Plattformen und E-Commerce-Anbieter zu konkreten Schutzmaßnahmen gegen Online-Betrug verpflichten.
Betroffen sind WhatsApp, Telegram, WeChat, Apple iMessage, FaceTime, Google Messages und Google Meet, die bis zum 31. Januar 2027 die Einwilligung ihrer Nutzer einholen müssen, bevor unbekannte Kontakte sie zu Gruppen hinzufügen können. Zudem müssen die Dienste Warnungen anzeigen und Nutzern das Blockieren unerwünschter Kontakte ermöglichen.
Anti-Spoofing bis Ende September
Ein engerer Zeitrahmen gilt für Maßnahmen gegen sogenanntes Spoofing: Dieselben sieben Messaging-Dienste müssen bereits bis zum 30. September 2026 technische Vorkehrungen gegen die Vortäuschung falscher Identitäten umsetzen.
Social Media und E-Commerce im Visier
Auch Facebook, Instagram und TikTok werden in die Pflicht genommen. Sie müssen Werbetreibende anhand von Regierungsunterlagen verifizieren und nicht lizenzierte Finanzanzeigen bis zum 31. Januar 2027 blockieren. Parallel dazu müssen E-Commerce-Plattformen wie Carousell, Facebook Marketplace und Facebook Business Pages bis zum selben Stichtag eine stärkere Login-Zustimmung einführen, um Kontoübernahmen und betrügerische Angebote zu erschweren.
Empfindliche Strafen bei Verstößen
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Bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen den Plattformen Geldstrafen von bis zu S$1 Million. Eine Erhöhung dieses Höchstbetrags auf S$10 Millionen ist bereits vorgeschlagen. Für Verstöße gegen den Social-Media-Code sind zusätzlich laufende Geldstrafen von S$100.000 pro Tag vorgesehen, solange der Verstoß andauert.
Betrugszahlen als Hintergrund der Regulierung
Die Behörde begründet ihr Vorgehen mit aktuellen Betrugsstatistiken. Demnach entfielen 2025 rund 30 Prozent aller Betrugsfälle auf Facebook, Instagram und TikTok, wobei Facebook allein für 18 Prozent verantwortlich war. WhatsApp und Telegram machten im selben Jahr 23 Prozent der Betrugsfälle aus. Insgesamt ereigneten sich 52 Prozent aller Betrugsfälle 2025 auf den nun regulierten Diensten.
Gleichzeitig verzeichnete die Polizei einen Rückgang: Die Zahl der Betrugsfälle auf diesen Plattformen sank von 2024 auf 2025 um 37 Prozent. Auch die Gesamtverluste durch Betrug gingen zurück – von S$1,1 Milliarden im Jahr 2024 auf S$913,1 Millionen im Jahr 2025, während die Fallzahlen um 27 Prozent auf 37.308 sanken. Über den längeren Zeitraum von 2020 bis zum ersten Halbjahr 2025 summierten sich die Betrugsverluste in Singapur jedoch auf über US$2,8 Milliarden.
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Reaktionen aus der Fachwelt
Experten bezeichneten die neuen Maßnahmen gegen betrügerische Social-Media-Anzeigen als längst überfällig. Sie gelten als geeignetes Instrument, um die anhaltende Betrugsflut in Singapur weiter einzudämmen, nachdem bereits ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen und Verluste zu beobachten war.
Mit den gestaffelten Fristen – Ende September 2026 für Anti-Spoofing-Maßnahmen und Ende Januar 2027 für die übrigen Verpflichtungen – setzt die Singapore Police Force den betroffenen Unternehmen konkrete Zeitvorgaben, innerhalb derer die technischen und organisatorischen Anpassungen umgesetzt werden müssen.

