Siri 2.0: Apple präsentiert KI-Assistent mit Google-Gemini

Apple stellt auf der WWDC eine völlig neu entwickelte Siri vor, die auf Googles Gemini-Modell basiert und sich für Drittanbieter öffnet.

Apple hat seine Sprachassistentin Siri grundlegend neu erfunden. Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC präsentierte Konzernchef Tim Cook die völlig überarbeitete Version 2.0 – und setzt dabei auf eine Partnerschaft mit Google.

Der Tech-Riese aus Cupertino geht neue Wege: Siri wird künftig nicht mehr nur als Systemfunktion, sondern als eigenständige App mit Chat-Oberfläche daherkommen. Herzstück ist ein maßgeschneidertes Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern, das im Rahmen einer milliardenschweren Kooperation mit Google zum Einsatz kommt. Branchenkreisen zufolge fließen dafür jährlich rund 900 Millionen Euro an den Suchmaschinenriesen.

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Siri wird zur Plattform für Drittanbieter

Unter dem internen Codenamen „Campo“ entwickelt, markiert die neue Siri einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Erstmals öffnet Apple sein System für fremde KI-Modelle: Nutzer können künftig zwischen verschiedenen Anbietern wie Claude oder ChatGPT wählen. Möglich macht das ein neuartiges Extensions-System, das Anfragen an externe Dienste weiterleitet.

Die Architektur setzt auf App Intents 2.0 – entwickelt unter der Regie von Craig Federighi und Mike Rockwell. Das System unterstützt Echtzeit-Antworten und erlaubt Rückfragen im natürlichen Gesprächsverlauf. Entscheidend für Apple: Die Kontrolle über Datenschutz, Berechtigungen und persönliche Kontexte bleibt in den eigenen Händen. Auf diese Weise verwaltet Siri künftig KI-Modelle auf 1,4 Milliarden iPhones weltweit.

iOS 27: Stabilität trifft auf KI-Features

Der überarbeitete Assistent ist das Herzstück von iOS 27, das Apple als „stabilitätsorientiertes Update“ beschreibt. Neu ist das „Search or Ask“-Panel, das sich per Wisch vom Dynamic Island aus öffnen lässt. Dort können Nutzer zwischen verschiedenen KI-Modellen hin- und herschalten.

Die visuelle Intelligenz wurde massiv ausgebaut: Die Kamera scannt Nährwerttabellen und Visitenkarten, das System generiert Untertitel für Videoclips. Die Developer-Beta von iOS 27 steht ab sofort bereit, eine öffentliche Beta folgt im Juli. Der finale Release ist für September 2026 geplant – und wird Hardware vom iPhone 12 bis zur kommenden iPhone-18-Serie unterstützen.

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Neben iOS stellte Apple auch macOS 27 vor, das den Support für Intel-Prozessoren endgültig einstellt, sowie visionOS 3 für die hauseigene Datenbrille.

Interne Neuausrichtung und Abschied von Cook

Der Umbau von Siri ist das Ergebnis einer internen Neuorganisation, die Anfang 2025 begann. Nachdem die Konzernspitze einräumen musste, dass frühere KI-Anstrengungen hinter den Erwartungen zurückblieben, übertrug sie die Verantwortung für Siri an Mike Rockwell – bisher Chef des Vision-Pro-Teams.

Die Strategieänderung ist grundlegend: Statt ausschließlich auf eigene Modelle zu setzen, verfolgt Apple nun einen Hybrid-Ansatz, der externe Large Language Models über Google Cloud und Private Cloud Compute integriert.

Branchenbeobachter sehen in dieser WWDC einen historischen Moment: Es dürfte die letzte offizielle Keynote von Tim Cook als CEO sein. Der langjährige Konzernchef wechselt im September 2026 auf den Posten des Executive Chairman. Zeitgleich schließt Apple mit der M5-Chip-Familie für Mac Mini, iMac und Mac Studio den Übergang zu hauseigenen Prozessoren endgültig ab.