Siri AI: Apple nutzt Googles Gemini für Milliarden-Deal

Apple integriert Googles Gemini-Technologie in Siri AI. Der neue Assistent kommt im September, ist aber nur für neuere Geräte und nicht in der EU verfügbar.

Apple rüstet seinen Sprachassistenten Siri mit KI-Modellen von Google auf – ein milliardenschwerer Pakt, der die Kritik an der bisherigen Leistung beenden soll.

Der iPhone-Hersteller hat eine grundlegende Überarbeitung seines virtuellen Assistenten vorgestellt. Die neue Version namens Siri AI basiert auf Apples eigenem KI-Framework Apple Intelligence und nutzt dabei Technologie des Konkurrenten Google. Bereits in der aktuellen Beta von iOS 27 können Entwickler die Neuerungen testen, der öffentliche Rollout über alle Geräte hinweg – vom iPhone über iPad und Mac bis zur Apple Watch – folgt im September 2026.

Googles Milliarden-Deal mit Apple

Das Herzstück des neuen Siri bilden Apples eigene Foundation Models (AFM). Die kleinere Variante AFM 3 Core kommt auf drei Milliarden Parameter, die Advanced-Version auf 20 Milliarden. Trainiert wurden diese Modelle mit Googles Gemini-Technologie. Der Preis dafür ist happig: Rund eine Milliarde Dollar pro Jahr soll Apple an Google überweisen.

Trotz der engen Zusammenarbeit bleibt Siri AI ein eigenständiges Produkt und wird nicht zum Google-Assistant-Zwilling. Für spezielle Anfragen kann der Assistent aber auf Dienste wie ChatGPT, Claude oder Gemini zurückgreifen. Die Verarbeitung in der Cloud erfolgt über Apples Private Cloud Compute auf Basis von Nvidia-GPUs – ein Zugeständnis an Datenschutzbedenken.

Mehr Kontext, bessere Antworten

Die überarbeitete Version versteht deutlich besser, worum es dem Nutzer geht. Siri kann nun persönliche Zusammenhänge erkennen, etwa bestimmte Fotos, E-Mails oder Kalendereinträge finden und komplexe Aufgaben innerhalb von Apps ausführen. Gesprächsverläufe werden gespeichert, Dokument-Uploads sind möglich, und Aktionen lassen sich direkt aus Nachrichteninhalten ableiten.

Anzeige

Wer sich mit den neuesten Funktionen seines iPhones befasst, sollte auch die grundlegenden Sicherheitsaspekte nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Updates sicher installieren und Ihre Privatsphäre optimal schützen. iOS-Sicherheits-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

In visionOS 27 erscheint der Assistent als schwebende 3D-Kugel. Auch die Fotoverwaltung wurde aufpoliert: verbesserte Bereinigungswerkzeuge und Panoramen, die sich in 3D-Umgebungen betrachten lassen.

Doch die ersten Reaktionen auf die Beta fallen verhalten aus. Branchenbeobachter sprechen eher von einem notwendigen „Bugfix“ denn von einem revolutionären Sprung – schließlich hätten Wettbewerber ähnliche Funktionen bereits früher eingeführt.

Nur für neuere Geräte – und nicht in der EU

Die volle Leistungsfähigkeit von Siri AI bleibt einer begrenzten Geräteauswahl vorbehalten. Zwar lässt sich die iOS-27-Beta auf dem iPhone 11 und neueren Modellen installieren, die KI-Funktionen benötigen jedoch mindestens ein iPhone 15 Pro. Einige Spitzenfunktionen sollen sogar nur auf kommender Hardware wie dem iPhone Air, iPhone 17 Pro und iPhone 17 Pro Max laufen.

Anzeige

Angesichts der rasanten technischen Entwicklung und neuer Fachbegriffe fällt es vielen Nutzern schwer, den Überblick in der Apple-Welt zu behalten. Ein gratis PDF-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe rund um das iPhone leicht verständlich und bietet praktische Aussprachehilfen. Kostenloses iPhone-Lexikon hier anfordern

Hinzu kommen regionale Einschränkungen: Beim Start spricht Siri AI ausschließlich US-Englisch – und ist in der Europäischen Union vorerst gar nicht verfügbar.

Apples Kostenstrategie und der Wettbewerb

Apple-Chef Tim Cook zeigte sich in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2026 ausgesprochen zuversichtlich. Angesichts der hohen Kosten generativer KI denkt der Konzern über kostenpflichtige iCloud+-Stufen für Vielnutzer nach. Der Standardzugang soll jedoch kostenlos bleiben.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst kürzlich legte Apple einen Rechtsstreit über 250 Millionen Dollar bei, der mit Verzögerungen bei der Assistenten-Entwicklung zusammenhing. Die Branche insgesamt investiert derzeit auf Rekordniveau. Amazon hat für 2026 satte 220 Milliarden Dollar an KI-Investitionen angekündigt. Alphabet meldete 118 Milliarden Dollar Umsatz bei negativem freien Cashflow – Google Gemini zählt inzwischen 950 Millionen monatliche Nutzer. Meta verzeichnete einen freien Cashflow von 784 Millionen Dollar, während die Reality-Labs-Sparte im selben Zeitraum einen Verlust von neun Milliarden Dollar einfuhr.