Der US-Konzern Apple bereitet die Veröffentlichung eines neuen Betriebssystem-Updates für Ende Oktober vor, das die Sprachassistenz Siri AI um Unterstützung für die koreanische Sprache erweitert.
Die Veröffentlichung wird im Anschluss an die für den 23. Oktober angesetzte Markteinführung des iPhone-Duos erwartet. Apple Korea stellte die neuen Funktionen im Rahmen einer Präsentation in Seoul vor und kündigte die Verfügbarkeit der koreanischen Sprachunterstützung ab dem 26. Oktober an.
Eigenständige App und erweiterte Kontextfunktionen
Mit der Aktualisierung wird Siri zu einer eigenständigen Anwendung ausgelagert, die Nutzern auch die Einsicht in frühere Gesprächsverläufe ermöglicht. Technisch setzt Apple nicht auf ChatGPT, sondern auf eigene Foundation Models, die auf Basis von Google Gemini trainiert wurden.
Die Verarbeitung erfolgt entweder direkt auf dem Endgerät oder über die Infrastruktur von Private Cloud Compute. Persönliche Daten verbleiben dabei lokal auf dem Gerät, während externe Server ausschließlich für Webabfragen herangezogen werden. Konversationen lassen sich zudem geräteübergreifend fortführen.
Die KI-Funktionen liefern personalisierte Antworten unter Rückgriff auf Nachrichten, E-Mails, Fotos und Kalenderdaten. Unterstützt werden Geräte ab dem 2023 erschienenen iPhone 15 Pro sowie die Modelle der Reihe iPhone 16. Bei der Demonstration in Seoul zeigte Apple verschiedene Anwendungsbeispiele für den persönlichen Kontext, darunter das Auffinden spezifischer Ortsangaben wie Seonjae-gil in Odaesan aus Textnachrichten.
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Über die visuelle Intelligenz erkennt die Kamera Objekte wie eine Monstera-Pflanze oder wandelt Textinformationen von Werbeflyern direkt in Kalendereinträge um. Zudem lassen sich aus Notizen automatisiert E-Mail-Entwürfe erstellen. Die Einbindung lokaler Drittanbieter-Anwendungen wie KakaoTalk ist derzeit noch ungeklärt.
Internationaler Rollout und Plattform-Updates
Bereits am 19. Oktober veröffentlichte Apple die Release Candidates für iOS, iPadOS, macOS 27.2 Golden Gate unter der Build-Nummer 26B118 sowie watchOS, tvOS und visionOS 27.2. Damit erweitert das Unternehmen Siri AI neben Koreanisch auch um Französisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch, nachdem der Dienst zuvor ausschließlich auf Englisch bereitstand.
Die Testversion von macOS 27.2 erschien für Entwickler sowie Teilnehmende des öffentlichen Beta-Programms eine Woche nach der vierten Beta; Tschechisch wird weiterhin nicht unterstützt.
In der vierten Vorabversion von macOS 27.2 trat zudem ein Fehler bei Electron-Anwendungen auf, der das Verschieben von Fenstern verhinderte und einen Neustart erforderte. Das Update bringt neue Regler für Helligkeit und Lautstärke sowie Werkzeuge zur Gestenerkennung in System-Apps.
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Für Nutzer in der Europäischen Union bleibt der Zugriff auf Siri AI auf dem iPhone, dem iPad und der Apple Watch weiterhin ausgesetzt. Ausnahmen bilden macOS 27 und visionOS 27, auf denen der Dienst testweise in englischer Sprache genutzt werden kann.
Das Update auf iOS 27.2, dessen reguläre Veröffentlichung vor Monatsende und möglicherweise in der kommenden Woche ansteht, enthält zudem Profile für Apple TV, Jubiläumshinweise in Call Context, ein angepasstes Apple-Music-Symbol und erweiterte Vorgaben für die App Tracking Transparency in der Europäischen Union. Eine Überarbeitung der Health-App wurde hingegen verschoben. Am 13. November soll Siri AI darüber hinaus auf HomeView und Apple TV 4K starten.
Angepasste Strategie für den chinesischen Markt
Für den chinesischen Markt ist die Einführung von Apple Intelligence im Rahmen von iOS 27.3 für Dezember vorgesehen, allerdings ohne Siri AI und ohne Image Playground. Das dortige Angebot beschränkt sich auf die Funktion Clean Up zur Fotobearbeitung, eingeschränkte Schreibwerkzeuge, ältere Genmoji und Zusammenfassungen von Mitteilungen.
Apple kooperiert vor Ort mit Alibaba bezüglich der Modelle Qwen und Tongyi Wanxiang sowie mit Baidu für Such- und Siri-Dienste, wobei jede Aktualisierung der Modelle einer Genehmigung durch die chinesischen Behörden bedarf.
Am 29. September erhielt Apple die behördlichen Freigaben für das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo mit den Alibaba-Modellen. Executive Chairman Tim Cook erklärte am 15. Oktober in Shanghai, dass Apple Intelligence sowie das Qwen-Modell genehmigt seien und eine Testversion mit Echtzeit-Übersetzung, Schreibwerkzeugen und Foto-Bereinigung noch im Oktober folge. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens IDC lag Apples Marktanteil in China im dritten Quartal bei 17,8 Prozent.

