Siri AI: Apple sperrt neue KI-Assistentin in der EU

Apples neue Siri-KI startet ohne EU-Märkte. Grund sind Bedenken wegen des Digital Markets Act und fehlender Einigung mit Brüssel.

Apple hat seine Sprachassistentin Siri grundlegend überholt – doch für iPhone- und iPad-Nutzer in der Europäischen Union bleibt die neue KI-Version vorerst tabu. Der Konzern begründet den Schritt mit dem Digital Markets Act (DMA).

Siri AI: Ein Quantensprung für den digitalen Assistenten

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC am 8. Juni 2026 präsentierte Apple die umfassendste Neuerung seiner Assistenz-Software seit Jahren. Die neue „Siri AI“ basiert auf den hauseigenen Foundation Models, die in Zusammenarbeit mit Google und dessen Gemini-Architektur entstanden sind. Das System soll natürliche Gespräche über mehrere Schritte hinweg führen und auf Echtzeit-Wissen zugreifen können.

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Herzstück der Neuerung ist eine eigenständige Siri-App mit iCloud-synchronisiertem Chatverlauf und einer überarbeiteten Oberfläche, die in die Dynamic Island integriert ist. Die sogenannte „Apple Intelligence“-Architektur kombiniert lokale Verarbeitung auf dem Gerät mit einer „Private Cloud Compute“-Infrastruktur – ein Ansatz, der komplexe Aufgaben ermöglichen soll, ohne die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden.

Zu den weiteren Funktionen gehören „On-Screen Awareness“, mit dem der Assistent Bildschirminhalte versteht, sowie „Personal Context“ für abteilungsübergreifende Abfragen. Auch neue Schreibwerkzeuge zur Tonanpassung, eine intelligente Safari-Tab-Verwaltung und KI-gestützte Fotobearbeitung wie „Clean Up“ und „Spatial Reframing“ wurden vorgestellt.

Regulatorischer Stillstand mit Brüssel

Während iOS 27 und iPadOS 27 in anderen Regionen mit den neuen Funktionen starten, bleiben iPhones und iPads in der EU außen vor. Apple verweist auf den Digital Markets Act und dessen Anforderungen an die Interoperabilität. Konkret befürchtet der Konzern, dass die geforderten Schnittstellen die Systemsicherheit und den Datenschutz gefährden könnten.

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Bereits im Vorfeld hatte Apple den EU-Regulierern mehrere Vorschläge unterbreitet, darunter ein „Trusted System Agent“-Framework sowie einen 18-monatigen Stufenplan zur Erfüllung der Interoperabilitätsstandards. Die EU-Kommission lehnte diese Vorschläge jedoch ab. Apple-Manager Craig Federighi zeigte sich enttäuscht über die fehlende zeitliche Perspektive für EU-Mobilnutzer.

Die EU-Kommission wiederum betonese durch Sprecher Thomas Regnier, dass die Entscheidung, den Dienst zurückzuhalten, allein bei Apple liege. Der DMA stehe einem solchen Launch nicht grundsätzlich entgegen. Für Apple ist der europäische Markt von enormer Bedeutung: Rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Konzern in Europa.

Unterschiedliche Verfügbarkeit je nach Gerät

Die Beschränkungen gelten nicht für alle Apple-Geräte. Während iPhones und iPads ausgeschlossen sind, sollen Macs (macOS 27) und die Vision Pro (visionOS 27) in der EU die neuen Siri-Funktionen erhalten. Die Apple Watch ist indirekt betroffen, da sie technisch an ein gekoppeltes iPhone gebunden ist.

Neben der EU bleibt auch China vorerst außen vor. In den unterstützten Regionen startet Siri AI zunächst nur auf Englisch, später sollen 16 Sprachen folgen. Die Beta für Entwickler ist seit dem 8. Juni 2026 verfügbar, eine öffentliche Beta wird später im Jahr erwartet. Kompatibel ist die Software ab dem iPhone 11, wobei einige erweiterte Funktionen täglichen Nutzungslimits unterliegen oder ein iCloud+-Abonnement erfordern.