Apple stellt die KI-gestützte Version seines Sprachassistenten erstmals auf breiter Front für externe Softwarehersteller bereit. Über eine Entwicklervorschau in den aktuellen Beta-Versionen von iOS 27.3, iPadOS 27.3, macOS 27.3 und visionOS 27.3 können Entwickler eigene Anwendungen an Siri AI anbinden.
Das System erlaubt es, Inhalte sowie Aktionen direkt per App Intents bereitzustellen und über neu eingeführte Skills zu mehrstufigen Arbeitsabläufen zu verknüpfen.
Erweiterte Schnittstellen und mehrstufige Arbeitsabläufe
Für die Nutzung der Entwicklervorschau verlangt Apple weder ein gesondertes Berechtigungsprofil noch den Beitritt zu einem speziellen Entwicklerprogramm. Über das Swift-Makro @AppIntent(.tool) lassen sich bestehende Intents als Werkzeuge für die KI deklarieren.
Spezifische Authentifizierungsrichtlinien sichern dabei sensible Daten ab. Um komplexe Aufgabenfolgen über mehrere Einzelschritte hinweg abzubilden, setzt das System auf sogenannte Skills, die in Form von Markdown-Dateien definiert werden.
Im laufenden Betrieb greift Siri AI auf den persönlichen Nutzungskontext, die Verarbeitung natürlicher Sprache sowie die Bildschirmerkennung zurück. Der konkrete Name einer App muss bei Sprachbefehlen nicht mehr zwingend genannt werden, wenn sich die Anwendung bereits im Vordergrund befindet, eine Live-Aktivität aktiv ist oder ein fortlaufender Dialog zur App besteht.
Als praktisches Einsatzszenario nennt der Konzern etwa die Aufforderung, favorisierte Sneaker an den Partner zu senden. Die KI identifiziert dabei das gespeicherte Produkt, ermittelt den Empfänger über das Adressbuch und verschickt die Daten über einen Messenger.
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Tiefe Systemintegration und eigene Apple-Anwendungen
Zuvor standen Drittanbietern lediglich eingeschränkte Funktionssätze und wenige standardisierte Schemas für Siri AI zur Verfügung. Parallel zur Öffnung erweitert Apple auch 15 eigene System-Apps um die neuen Fähigkeiten, darunter Kalender, Dateien, Finder, Mail, Karten, Nachrichten, Musik, Notizen, Fotos, Vorschau, Erinnerungen, Safari, Kurzbefehle, Wetter sowie die Journal-App. Dadurch lassen sich über Sprachkommandos beispielsweise Verteilerlisten in Mail abbestellen, gesendete E-Mails zurückrufen, der Browserverlauf in Safari bereinigen oder Dateien nach bestimmten Zeiträumen löschen.
Zur Unterstützung der Programmierung stellt Apple Werkzeuge wie den Xcode Siri Integration Advisor sowie das Siri Evaluations Framework bereit. Die Testphase bleibt vorerst beschränkt: Die Preview läuft ausschließlich in Entwicklungs-Builds innerhalb von Xcode sowie in internen TestFlight-Umgebungen.
Externe TestFlight-Teilnehmer und reguläre Versionen im App Store sind derzeit ausgeschlossen. Während die finale Freigabe von iOS 27.3 für den kommenden Monat erwartet wird, sollen reguläre App-Store-Einreichungen mit den neuen Schnittstellen im Frühjahr folgen, bevor die ersten Endkundenversionen wenige Monate später starten.
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Beschränkungen und wirtschaftlicher Ausblick
Der Dienst steht derzeit in sechs Sprachen zur Verfügung – Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Traditionelles Chinesisch, Norwegisch, Türkisch und Vietnamesisch sollen folgen, womit das Angebot auf zehn Sprachen anwächst.
Siri AI bleibt jedoch an Geräte mit Apple-Intelligence-Unterstützung gebunden, ist für Nutzer unter 13 Jahren gesperrt und in der Europäischen Union auf iOS, iPadOS und watchOS vorerst nicht verfügbar. Zudem unterliegen serverbasierte Funktionen täglichen Nutzungslimits; ein erweiterter Zugriff soll künftig kostenpflichtig werden.
Nach Angaben von Apple-Chef John Ternus verarbeitet Siri insgesamt über 2,5 Milliarden Anfragen pro Tag. Im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen bezeichnete er KI-Dienste als künftigen Wachstumstreiber für die Services-Sparte.
Für das am 26. September 2026 beendete vierte Geschäftsquartal wies Apple einen Umsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wozu der Services-Bereich einen Rekordwert von 31,6 Milliarden US-Dollar beisteuerte.
Zugleich dämpfen steigende Speicherpreise und die Rechenkosten für Siri AI die Bruttomarge, für die Apple im Dezember-Quartal eine Spanne von 45 bis 46 Prozent prognostiziert. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung kletterten zuletzt um 32 Prozent auf 45,8 Milliarden US-Dollar.
Mehr zum Thema bei MacRumors: „Siri AI Gets More Capable in iOS 27.3“

