Siri als KI-Agent: Apple prüft autonome Aufgaben für iOS 28

Apple erwägt einen autonomeren Siri, doch Datenschutzfragen und fehlende Zusagen lassen Einführung und Zeitplan offen.

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Apple untersucht derzeit einen umfassenden Umbau seines Sprachassistenten Siri zu einem autonomen KI-Agenten. Wie der Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem Newsletter berichtet, soll der Assistent künftig eigene Nutzerziele eigenständig verfolgen und Aufgaben im Hintergrund fortsetzen können, anstatt lediglich einzelne Befehle abzuarbeiten. Als möglicher Meilenstein für die Einführung dieser Technologie gilt das Betriebssystem iOS 28.

Bislang liegt jedoch weder eine offizielle Ankündigung des Konzerns noch ein bestätigter Zeitplan oder eine feste Zusage des Entwicklerteams vor. Der Bericht schildert interne Überlegungen und strategischen Druck im Unternehmen, kein fertiges Produkt.

Technischer Ansatz und datenschutzrechtliche Hürden

Als technische Grundlage für die Weiterentwicklung dient das System der App Intents. Das geplante Agenten-Konzept soll es Siri ermöglichen, ein fortlaufendes Ziel zu erfassen und eigenständig über die nächsten Handlungsschritte zu entscheiden.

In Berichten wird dieses Modell mit Entwicklungen wie OpenAI ChatGPT Dots verglichen. Für eine tiefergehende Kontextfähigkeit benötigt der Sprachassistent demnach eine überarbeitete Engine sowie neue Modelle, die auf lizenzierter Technologie von Google basieren.

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Die größte Hürde bei der Umsetzung stellt der Datenschutz dar. Um autonom agieren zu können, müsste der Assistent auf persönliche Daten wie Nachrichten, Kalendereinträge und Dokumente zugreifen. Wie die dafür notwendigen Nutzerberechtigungen und Bestätigungsschritte geregelt werden sollen, ist derzeit noch offen.

Interner Druck auf die Entwicklungszeitpläne

Hinter den Plänen steht auch ein Führungswechsel bei Apple. CEO John Ternus, der das Amt am 1. September 2026 übernommen hat, drängte Softwarechef Craig Federighi in internen Besprechungen zu einer ehrgeizigeren KI-Strategie.

Ternus forderte eine Beschleunigung der Entwicklungspläne, um Siri über schrittweise Verbesserungen hinaus weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sorgt ein möglicher Abgang von Mike Rockwell, der für Vision Pro und Siri-KI zuständig ist, für interne Unruhe.

In einer Telefonkonferenz mit Analysten am 2. November bezeichnete Ternus Siri als primär anfragebasiert. Die aktuelle Architektur biete jedoch Raum für Erweiterungen. Nach Unternehmensangaben verzeichnet der Sprachassistent derzeit mehr als 2,5 Milliarden Anfragen pro Tag.

Meilensteine bei der Software-Entwicklung

Mit dem Update auf iOS 27 hatte Apple rund fünf Monate zuvor einen überarbeiteten, konversationellen Siri ausgeliefert und das vorab versprochene personalisierte System bereitgestellt. Der europäische Rollout hatte sich zuvor aufgrund von Vorgaben des Digital Markets Act verzögert. Bei der proaktiven Erledigung von Aufgaben liegt der Assistent jedoch weiterhin hinter den Erwartungen.

In der aktuellen Entwicklerversion iOS 27.3 werden die Siri-Aktionen zwar auf Apple-eigene Anwendungen erweitert und Drittanbietern über Schnittstellen zugänglich gemacht, ein übergeordnetes, fortlaufendes Ziel lässt sich damit jedoch noch nicht übergeben.

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Nach Einschätzung von Journalisten soll die erweiterte Unterstützung für Apple-Apps im Dezember in einer öffentlichen Version erscheinen, während die Integration für Drittanbieter erst im Frühjahr 2027 als Testversion erwartet wird.

Der Übergang zu einem echten KI-Agenten dürfte nach Einschätzung von Branchenbeobachtern frühestens Anfang 2027 greifen. Für iOS 28 und iPadOS 28 mit dem Codenamen Bell sowie macOS 28 mit dem Codenamen Poppy hat Apple die Arbeitsweise bereits angepasst: Ein Entwicklungszyklus von unverändert acht Wochen umfasst nun sechs Wochen für Programmierung und Erprobung sowie zwei Wochen für die Integration, statt der zuvor üblichen jeweils vier Wochen. Dies bedeutet eine Steigerung der reinen Entwicklungszeit um 50 Prozent.

Die Festlegung des konkreten Funktionsumfangs für den nächsten Software-Zyklus steht unmittelbar bevor, während eine erste Beta-Version von iOS 28 für Juni und die finale Veröffentlichung für September 2027 erwartet werden.