Apple hat am 13. Juli die ersten öffentlichen Betas seiner neuesten Betriebssysteme veröffentlicht. Im Zentrum steht ein grundlegend überarbeiteter Siri-Assistent, der auf großen Sprachmodellen basiert und persönliche Datenkontexte verarbeiten kann.
Die Updates umfassen iOS 27, iPadOS 27, watchOS 27 und macOS 27 „Golden Gate“. Sie bringen nicht nur Leistungsverbesserungen, sondern auch eine neue Generation künstlicher Intelligenz, die persönliche Informationen nutzt – ohne die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden.
Siri wird kontextbewusst
Der überarbeitete Siri kann künftig auf persönliche Daten zugreifen, die auf dem Gerät gespeichert sind. Dazu gehören E-Mails, Kalendereinträge, Nachrichten und Notizen. So ist der Assistent in der Lage, konkrete Details aus Nachrichten zu extrahieren – etwa die Reihenfolge einer Konzertband aus einer E-Mail oder die Essensvorlieben eines Kontakts aus einer Notiz.
Eine neue, eigenständige Siri-App ermöglicht es Nutzern, ihren Gesprächsverlauf einzusehen und zu durchsuchen. Die Daten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Zudem erhält Siri eine Bildschirmwahrnehmung: Der Assistent erkennt, was der Nutzer gerade ansieht, und kann darauf basierend Aktionen ausführen – etwa Termine von einer Webseite hinzufügen oder Objekte per Kamera identifizieren. In einem Test erkannte das System das Schulschiff Palinuro über eine Live-Kameraaufnahme.
Die Technologie basiert auf Apples eigenen Foundation Models. Vier dieser Modelle wurden mit Ergebnissen von Googles Gemini verfeinert. Während die meiste Verarbeitung direkt auf dem Gerät stattfindet, werden Cloud-Anfragen über eine Partnerschaft mit Google abgewickelt, die Nvidia-GPUs in der Google Cloud nutzt. Apple betont, dass in die Cloud gesendete Daten entweder auf dem Gerät verarbeitet oder sofort nach der Anfrage gelöscht werden.
Deutliche Leistungssprünge
Neben der KI-Integration liefern die Betas messbare Leistungsverbesserungen. App-Starts sind bis zu 30 Prozent schneller, das Laden von Fotos verbessert sich um 70 Prozent. Den größten Sprung macht AirDrop: Die Übertragungsgeschwindigkeit steigt um bis zu 80 Prozent.
Die neue Siri-KI mit Bildschirmwahrnehmung ist da – aber nicht in der EU. Wie Sie die Beta trotzdem nutzen und welche versteckten Funktionen Ihren Alltag erleichtern, zeigt dieser kostenlose Report. Jetzt Siri-KI-Report anfordern
Die Updates führen zudem „Liquid Glass“ ein – eine Verbesserung der Benutzeroberfläche mit einem Transparenzregler für bessere Lesbarkeit. Unter macOS 27 Golden Gate kann der Assistent direkt Systemeinstellungen ändern und bei der Erstellung von Safari-Erweiterungen helfen. Für die Apple Watch bringt watchOS 27 eine Ein-Finger-Geste und tiefere Einblicke in die Workout-Buddy-Funktion. Siri-Gespräche synchronisieren sich dabei über alle Apple-Geräte hinweg.
Hardware-Anforderungen und regionale Einschränkungen
Die neuen Siri-KI-Funktionen sind an bestimmte Hardware gebunden. Voraussetzung ist ein iPhone 15 Pro oder neuer, ein Mac mit M3-Chip oder neuer beziehungsweise ein iPad mit M1-Chip oder neuer. macOS 27 Golden Gate ist das erste Betriebssystem, das Intel-basierte Hardware vollständig ausmustert und nur noch auf Apple Silicon läuft.
Aktuell ist Siri AI ausschließlich auf Englisch verfügbar. Aufgrund der regulatorischen Anforderungen des Digital Markets Act (DMA) ist die KI-Suite zudem nicht in der Europäischen Union verfügbar – auch nicht in Deutschland. Auch China ist ausgenommen. Nutzer in unterstützten Regionen müssen sich nach der Installation der Beta auf eine Warteliste setzen lassen, um die volle KI-Funktionalität freizuschalten.
Kreativ-Tools im Aufwind
Apple-User aufgepasst: Mit iOS 27 wird Siri kontextbewusst – erkennt E-Mails, Kalender und sogar Live-Kameraaufnahmen. Doch die KI-Features sind an bestimmte Hardware gebunden. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, ob Ihr Gerät kompatibel ist und wie Sie die Beta installieren. Beta-Installations-Guide jetzt sichern
Parallel zu den Beta-Veröffentlichungen hat Apple neue Software für professionelle Arbeitsabläufe vorgestellt. Am 13. Juli erschien Cadrage Studio im App Store für macOS und iOS. Die App bietet eine Pre-Production-Suite mit Shot-Listen, Kameradiagrammen und Skriptverwaltung – und nutzt keine Nutzerdaten für KI-Training. Ebenfalls aktualisiert wurde Hermex 1.4 mit nativen iPad-Layouts und verbessertem Workspace-Management.
Die Entwicklungen kommen zu einer Zeit, in der Analysten einen wachsenden Trend zu KI-gestützter Kreativarbeit beobachten. Ein Adobe-Bericht aus dem Jahr 2024 zeigte, dass 44 Prozent der Kreativschaffenden die Hälfte ihrer Arbeitswoche mit repetitiven Designaufgaben verbringen. In Deutschland deuten aktuelle Berichte darauf hin, dass Büroangestellte viel Zeit mit Formatierungsaufgaben verlieren – genau diese Tätigkeiten sollen die neuen KI-gesteuerten Arbeitsbereiche automatisieren.

