Der Sprachassistent bekommt Zugriff auf Googles Gemini-KI – ein strategischer Paukenschlag, der die jahrelange Rückständigkeit beenden soll.
Partnerschaft mit Google: Milliarden für bessere Antworten
Das Herzstück der neuen Siri ist eine Partnerschaft mit Google. Der Suchmaschinenriese stellt sein Gemini-Sprachmodell zur Verfügung – ein Deal, der Apple angeblich rund eine Milliarde Euro pro Jahr kostet. Einfache Anfragen verarbeitet Siri weiterhin direkt auf dem Gerät, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Komplexe Aufgaben wandern in die Cloud, wo sie auf Nvidia Blackwell B200-Chips in Googles Rechenzentren laufen.
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Die neue Siri bekommt einen eigenen Chat-Modus und ein „persönliches Kontext“-Feature. Der Assistent kann dann auf E-Mails, Nachrichten und Kalendereinträge zugreifen, um relevantere Antworten zu liefern. Mit CoreAI führt Apple zudem ein Entwickler-Tool ein, das Drittanbietern den Zugang zu den KI-Fähigkeiten ermöglicht. Neben Gemini können Nutzer künftig auch andere KI-Motoren wie ChatGPT oder Claude auswählen.
Führungswechsel nach internem Krisenmodus
Die Neuausrichtung ist das Ergebnis einer internen Revolution. Bereits Anfang 2025 soll CEO Tim Cook die Reißleine gezogen haben – aus Unzufriedenheit mit den Fortschritten der bisherigen KI-Initiativen. Der damalige KI-Chef John Giannandrea musste gehen, sein Nachfolger wurde Mike Rockwell, der zuvor das Vision-Pro-Team leitete.
Obwohl Rockwell den Google-Deal eingefädelt und das Entwicklungsteam neu aufgestellt hat, trat er auf der WWDC-Bühne nicht auf. Die Präsentation übernahmen Tim Cook und Craig Federighi, Apples Software-Chef. Branchenbeobachter sehen darin ein Zeichen: Der Umbau war eine Krisenreaktion auf massive technische Probleme bei der Integration großer Sprachmodelle in Apples strenges Datenschutzkonzept.
Rechtsstreit beigelegt: 250 Millionen Euro Entschädigung
Der Zeitpunkt der Siri-Vorstellung ist kein Zufall. Apple hat einen Rechtsstreit um irreführende Werbeversprechen zu Siri und der Apple-Intelligence-Suite mit einer Zahlung von 250 Millionen Euro beigelegt. Anspruchsberechtigt sind Käufer eines iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max oder der iPhone-16-Serie, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 gekauft haben. Pro Gerät sollen zwischen 25 und 95 Euro ausgezahlt werden. Benachrichtigungen werden innerhalb von 45 Tagen nach der vorläufigen Genehmigung verschickt.
Apple weist alle Vorwürfe zurück. Dennoch sehen Analysten den Vergleich als Beleg für den Druck, unter dem der Konzern steht, seine KI-Versprechen endlich einzulösen. Die neuen Siri-Funktionen benötigen moderne Hardware – mindestens ein iPhone 15 Pro oder neuer. Bei über zwei Milliarden aktiven Apple-Geräten weltweit könnte das einen gewaltigen Upgrade-Zyklus auslösen.
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Ausblick: iOS 27 im September – und Abschied von Cook
Die vollständige Version des überarbeiteten Siri erscheint mit iOS 27 im September 2026. Allerdings könnte der Start zunächst mit einem Beta-Label und einer Warteliste für bestimmte Funktionen erfolgen – eine Taktik, die Apple bereits bei früheren KI-Features angewandt hat.
Die WWDC 2026 markiert auch eine Ära der Veränderung an der Spitze: Es war Tim Cooks letzte WWDC als CEO. Am 1. September 2026 übergibt er den Staffelstab an John Ternus. Apples Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um 50 Prozent gestiegen – das liegt zwar hinter Alphabets 120 Prozent, aber deutlich vor Microsofts Minus von sieben Prozent im selben Zeitraum.

