Ein Münchner Start-up erhält vier Millionen Euro, um mit autonomen Robotern die Sanierung von Brücken und Tunneln zu revolutionieren. Sie sollen zehnmal schneller arbeiten als Menschen.
Die Finanzierung unter Führung der Venture-Capital-Firmen b2venture und OpenOcean ist ein starkes Signal für spezialisierte Robotik-Lösungen. Sie zielen auf eines der drängendsten Probleme der Bauwirtschaft: den akuten Fachkräftemangel und die langen Wartezeiten bei dringenden Instandhaltungsarbeiten. Das Investment spiegelt den robusten Trend zu Investitionen in Deutschlands Deep-Tech- und KI-Ökosystem wider.
Die Technologie: Roboter ohne Bauplan
Der Kern der Innovation sind modulare Roboter, die direkt auf bestehenden Strukturen arbeiten – ohne vorherige 3D-Modelle oder digitale Pläne. Das ist ein großer Schritt gegenüber herkömmlicher Automatisierung, die oft standardisierte Baustellenbedingungen benötigt.
Mithilfe von fortschrittlicher Sensorik, KI zur Entscheidungsunterstützung und adaptiven Steuerungssystemen meistern die Roboter komplexe Geometrien und unterschiedliche Materialbedingungen. Ihre Hauptaufgabe: das Entfernen von morschem Beton an Brücken, Tunneln oder öffentlichen Gebäuden. Eine Arbeit, die bisher unter harschen Bedingungen manuell ausgeführt wird.
Ein Milliardengrab wird zum Zukunftsmarkt
Der Markt für Sitegeist ist gewaltig. Europa steht vor einem gewaltigen Sanierungsstau seiner alternden Infrastruktur. Allein in Deutschland wird der Instandhaltungsrückstand auf Hunderte Milliarden Euro geschätzt. Demografie und Fachkräftemangel verschärfen das Problem und führen zu langen Wartelisten für lebenswichtige Renovierungen.
Investoren sehen in den maßgeschneiderten Robotern eine ideale Anwendung für KI und Automatisierung. Sie bedienen einen manuellen, teuren und unterversorgten Markt. Die Technologie adressiert einen kritischen Engpass und bietet eine skalierbare Lösung für ein Problem, das mit aktuellen BauMethoden kaum zu bewältigen ist.
München festigt seinen Status als Robotik-Zentrum
Sitegeist, ein Spin-off der Technischen Universität München, entspringt einem fruchtbaren Forschungs-Umfeld. Die Finanzierung folgt einem erfolgreichen Muster: Erst vor einem Monat sicherte sich das Münchner Automatisierungs-Start-up Robco eine Finanzierungsrunde in Höhe von rund 93 Millionen Euro für seine Expansion in den US-Markt.
Diese Entwicklungen werden von einer starken nationalen KI- und Digitalisierungsstrategie beflügelt. 2025 verzeichnete Deutschland eine Rekordzahl an Neugründungen, wobei mehr als ein Viertel KI als Kernbestandteil ihres Geschäftsmodells integrierten. Dieses Ökosystem aus Spitzenforschung, qualifizierten Ingenieuren und wachsendem Venture-Kapital-Interesse positioniert Deutschland als globalen Schlüsselspieler in der Robotik.
Vom Beton zur umfassenden Bau-Lösung
Mit den vier Millionen Euro will Sitegeist die Zusammenarbeit mit deutschen Sanierungsfirmen ausbauen, weitere Testeinsätze starten und neues Personal einstellen. Das langfristige Ziel ist breiter gefasst: Die modulare Plattform soll künftig auch andere anspruchsvolle Aufgaben wie Sandstrahlen und Bohren übernehmen. Der visionäre Ansatz könnte ganze Flotten spezialisierter Roboter hervorbringen und die Bau- und Infrastrukturindustrie für die kommenden Jahrzehnte grundlegend verändern.
Wer künftig Roboterflotten oder Fremdfirmen auf Brücken und in Tunneln einsetzt, trägt auch rechtliche Verantwortung – besonders bei Unfällen oder Sicherheitsmängeln. Eine fertige, rechtssichere Vorlage zur Unterweisung von Fremdfirmen hilft Verantwortlichen, Haftungsrisiken zu minimieren und eingesetzte Teams schnell und nachvollziehbar zu schulen. In der praktischen Word-Vorlage finden Sie alle Pflichtinhalte und einen Unterweisungsnachweis, damit Einsätze zügig starten können. Unterweisung Fremdfirmen kostenlos herunterladen





