Der südkoreanische Mischkonzern SK Group plant den bau einer gigantischen „KI-Fabrik“ in Japan – ein milliardenschweres Signal für die Zukunft der Branche. Konzernchef Chey Tae-won kündigte die Pläne in einem Interview mit der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei an, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das spezialisierte Rechenzentrum soll zwischen 2028 und 2029 den Betrieb aufnehmen und wäre das erste derartige Auslandsprojekt der Gruppe.
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Gigawatt-Datenzentrum mit NVIDIA-Technik
Die geplante Anlage in Japan ist als Rechenzentrum im Gigawatt-Maßstab konzipiert – ausschließlich für KI-Workloads. Chey zufolge wird das Projekt in Zusammenarbeit mit NVIDIA und lokalen japanischen Partnern realisiert. Die Infrastruktur kombiniert SK hynix‘ High Bandwidth Memory (HBM) mit NVIDIAs Grafikprozessoren (GPUs). Das Ziel: eine spezialisierte Umgebung für KI-Entwicklung und Produktivität.
Der Schritt folgt der Strategie des Konzerns in Südkorea, wo die erste KI-Fabrik bereits 2027 ans Netz gehen soll. Chey betonte, dass die japanische Anlage als Schaufenster für SK-hynix-Halbleiter dienen werde. Gedacht ist sie vor allem zur Unterstützung der KI-Produktivität japanischer Unternehmen. Der Chairman warnte zugleich vor einem anhaltenden Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei Speicherchips.
Japan als Kandidat für Chip-Produktion
Doch Chey denkt weiter: Er bezeichnete Japan als hervorragenden Kandidaten für ein künftiges SK-hynix-Werk zur Halbleiterfertigung. Ausschlaggebend sei das robuste industrielle Ökosystem des Landes. Zwar konzentriere sich das Unternehmen derzeit auf die Fertigstellung seines Halbleiter-Clusters in Yongin, Südkorea – ein Projekt, das Chey zufolge um mehrere Jahre beschleunigt wird. Doch langfristig seien zusätzliche Produktionsstandorte nötig.
Die Standortwahl für künftige Werke – ob im In- oder Ausland – werde von der Verfügbarkeit essenzieller Infrastruktur abhängen: stabile Stromversorgung, Wasserressourcen, Grundstücke und technische Fachkräfte. Auf mögliche Partnerschaften mit japanischen Unternehmen wie Rapidus oder Kioxia angesprochen, zeigte sich Chey offen. Eine direkte Übernahme von Kioxia schloss er jedoch aus.
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Wirtschaftsallianz als „Regelsetzer“ der KI-Ära
Chey hatte bereits Anfang der Woche auf dem Nikkei Forum in Tokio für Aufsehen gesorgt. Dort schlug er eine „Big Tent“-Plattform für wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Südkorea und Japan vor. Seine Vision: Kombiniert man die Führungsrolle Südkoreas bei Speicherchips mit Japans Industrie-Ökosystem, könnten beide Nationen zu „Regelsetzern“ in der KI-Ära werden.
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind gewaltig. Chey schätzte, dass ein solches Bündnis zusätzliche Synergien von rund einer Billion Euro freisetzen könnte – zusätzlich zur kombinierten Wirtschaftsleistung beider Länder von rund sechs Billionen Euro. Die Kooperation soll über KI und Halbleiter hinausgehen und auch den Energiesektor umfassen. Chey nannte explizit Small Modular Reactors (SMRs) als mögliches Feld sowie die Bewältigung der Herausforderungen alternder Gesellschaften.
SK hynix verdreifacht Kapazität bis 2034
Um die ehrgeizigen High-Tech-Pläne zu stemmen, will SK hynix seine Wafer-Kapazität bis 2034 verdreifachen. Mit diesem aggressiven Ausbau soll der prognostizierte Nachfrageschub nach KI-Hardware im kommenden Jahrzehnt bedient werden. NVIDIA hatte unterdessen diese Woche seine Partnerschaft mit mehreren koreanischen Firmen vertieft. Konzernchef Jensen Huang war persönlich vor Ort. Die Zusammenarbeit umfasst die gemeinsame Entwicklung der nächsten Speicherchip-Generation mit SK hynix sowie die Erforschung von Stromversorgungssystemen für KI-Rechenzentren mit anderen Industriepartnern.

