SK Hynix investiert 38 Milliarden Euro in KI-Chip-Fabriken

SK Hynix genehmigt Rekordinvestition von 54 Billionen Won für zwei neue Chip-Fabriken in Südkorea, um die wachsende KI-Nachfrage zu bedienen.

Der südkoreanische Chip-Hersteller SK Hynix baut seine Kapazitäten massiv aus. Mit der Milliarden-Investition will das Unternehmen den weltweit boomenden Bedarf an KI-Speicherchips decken – ein Signal auch für den globalen Wettlauf um Halbleiter.

Der weltweit zweitgrößte Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat am heutigen Freitag eine Rekordinvestition von 54 Billionen Won (umgerechnet rund 38 Milliarden Euro) angekündigt. Der Vorstand gab grünes Licht für den Ausbau zweier Produktionsstandorte in Südkorea. Im Fokus: Speicherchips für Künstliche Intelligenz, deren Nachfrage weltweit rasant steigt. Für deutsche Unternehmen und Verbraucher ist die Entwicklung doppelt relevant – sie beeinflusst sowohl die Verfügbarkeit von KI-Hardware als auch die Preise für Speichertechnologie.

Milliarden für zwei Megafabriken

Der Löwenanteil der Investition fließt mit 35,2 Billionen Won in die Yongin Y2-Fabrik, die auf die Produktion von DRAM-Chips spezialisiert sein wird. Der Baubeginn ist für Juli 2027 geplant, die Inbetriebnahme des Reinraums für Juni 2029 vorgesehen. Das Werk ist Teil eines ehrgeizigen Masterplans für einen 600 Billionen Won schweren Chip-Komplex in Yongin. Ursprünglich sollte das Projekt erst 2045 abgeschlossen sein – nun peilt das Unternehmen bereits 2033 an.

Weitere 19,1 Billionen Won investiert SK Hynix in das Cheongju M17-Werk für NAND-Flash-Speicher. Diese Chips sind das Herzstück für Unternehmensspeicher und sogenannte „agentische KI“-Anwendungen, also Systeme, die eigenständig Aufgaben ausführen können. Der Bau startet im Februar 2027, die Fertigstellung des Reinraums ist für Dezember 2028 geplant.

Die Marktforscher von Omdia rechnen bis 2030 mit einem jährlichen Nachfragewachstum von 19 Prozent bei DRAM und NAND. SK Hynix positioniert sich mit den neuen Kapazitäten genau in diesem Wachstumsmarkt – vergleichbar mit dem Ausbau strategischer Fertigungskapazitäten, wie ihn etwa der deutsche Chip-Hersteller Infineon in Dresden vorantreibt.

Globaler Wettlauf um Halbleiter-Kapazitäten

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Die Ankündigung reiht sich ein in eine Welle globaler Milliardeninvestitionen. Erst am Donnerstag bestätigten Tesla und SpaceX eine erste Investition von 16,8 Milliarden Dollar in eine sogenannte „Terafab“ im texanischen Grimes County. Die Anlage soll als KI-Chip-Fabrik mit mehr als einem Terawatt Rechenleistung dienen – genug, um die größten KI-Modelle der Welt zu trainieren.

Parallel dreht die US-Regierung an der Handelsschraube: Per Proklamation wurden Mindestimportpreise für Polysilizium und bestimmte Derivate festgelegt, ergänzt durch einen Zollsatz von 15 Prozent. Hintergrund ist der dramatische Niedergang der US-Produktion: Lag der Anteil an der weltweiten Polysilizium-Herstellung 2005 noch bei 50 Prozent, waren es 2024 weniger als zwei Prozent. Im US-Senat gibt es zudem überparteiliche Bestrebungen, die Steuergutschrift für Fertigungsinvestitionen bis 2031 zu verlängern – ein klares Signal für den industriepolitischen Kurswechsel in Washington.

Übernahmen und staatliche Förderprogramme

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Die Branche konsolidiert sich weiter: AMD hat das kanadische Start-up Taalas übernommen, das KI-Modelle direkt in Silizium integriert. Mit dem Zukauf aus Toronto sichert sich der Chip-Konzern Schlüsseltechnologien für effiziente KI-Inferenz – ein Muster, das auch bei Wettbewerbern wie Nvidia zu beobachten ist.

In Europa setzt Deutschland auf staatliche Steuerung: Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Ausschreibung für die Verwaltung von Mikroelektronik-Förderprogrammen gestartet. Ab Januar 2027 sollen damit bis zu 160 Projekte mit einem Volumen von rund 37,8 Millionen Euro betreut werden – eingebettet in den European Chips Act und weitere industriepolitische Rahmenprogramme.

Die geballten Investitionen zeigen: Chip-Hersteller und Regierungen weltweit wetten auf eine Zukunft, in der Halbleiter zur kritischen Ressource werden – vergleichbar mit Öl im 20. Jahrhundert. Wer jetzt nicht baut, könnte den Anschluss verlieren.