Der südkoreanische Halbleiterkonzern SK hynix hat für das dritte Quartal 2026 historische Rekordzahlen vorgelegt. Angetrieben von einer ungebrochen hohen Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren und Anwendungen künstlicher Intelligenz stieg der operative Gewinn auf 83,3338 Billionen Won bei einer operativen Marge von 80 Prozent.
Der Quartalsumsatz kletterte erstmals in der Unternehmensgeschichte über die Marke von 100 Billionen Won und erreichte 104,6155 Billionen Won. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 39,7756 Billionen Won, was einer Marge von 38 Prozent entspricht.
Siebenfacher Gewinnsprung übertrifft Marktprognosen
Mit diesen Zahlen markiert SK hynix das sechste Rekordquartal in Folge bei Umsatz und operativem Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem der operative Gewinn noch bei 11,4 Billionen Won gelegen hatte, entspricht das Ergebnis von umgerechnet 62,8 Milliarden US-Dollar einem Anstieg um mehr als das Siebenfache beziehungsweise einem Zuwachs von 632,1 Prozent. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Markterwartungen von 76,7 Billionen Won deutlich.
Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 327,9 Prozent auf umgerechnet 78,86 Milliarden US-Dollar. Auch gegenüber dem zweiten Quartal 2026 legte das Geschäft kräftig zu: Der Umsatz wuchs um 31,9 Prozent, während der operative Gewinn um 37,6 Prozent anzog. Haupttreiber der Entwicklung bleibt der Ausbau der globalen KI-Infrastruktur.
So legten die Auslieferungen von Server-DDR5 gegenüber dem Vorquartal um 40 Prozent zu, während die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM-Speicher um hohe 20er-Prozentwerte stiegen. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Speicherkomponenten mittlerweile rund ein Drittel der Gesamtkosten für KI-Rechenzentren ausmachen.
Volle Auftragsbücher bis zum Ende des Jahrzehnts
SK hynix teilte am 27. Oktober 2026 mit, dass sowohl High Bandwidth Memory (HBM) als auch herkömmlicher DRAM bis 2029 ausverkauft seien. Die Nachfrage nach HBM-Speicher übersteige das lieferbare Volumen derzeit um das Doppelte. Der Konzern geht davon aus, dass die strukturelle Knappheit auf dem Speichermarkt mindestens bis 2030 anhalten wird.
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Um sich Kapazitäten zu sichern, haben 14 Großkunden langfristige Lieferverträge mit einer typischen Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Diese Vereinbarungen decken bereits über 50 Prozent der geplanten Produktionskapazitäten für die Jahre 2027 und 2028 ab, wobei derzeit Gespräche über weitere Verlängerungen laufen.
Ab dem vierten Quartal soll die nächste Generation HBM4 das Hauptprodukt des Herstellers bilden. Die Massenproduktion läuft bereits; für das Jahresendquartal wird erwartet, dass HBM4 bei Auslieferungen und Umsatzanteil den Vorgänger HBM3E übertrifft. Zur Deckung der Nachfrage plant der Konzern eine gestaffelte Inbetriebnahme neuer Fertigungsstätten in Yongin sowie des Werks M17 in Cheongju.
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Milliardenschwere Ausschüttungen und Reaktionen an den Börsen
Die starken Finanzzahlen nutzt SK hynix für ein umfangreiches Kapitalrückführungsprogramm. Für das Gesamtjahr 2026 stellte das Management Ausschüttungen an die Aktionäre von rund 100 Billionen Won in Aussicht, was etwa 75,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Geplant sind mindestens 30 Billionen Won an Bardividenden sowie Aktienrückkäufe und -einziehungen im Umfang von mindestens 60 Billionen Won.
Für das dritte Quartal beschloss der Konzern eine Dividende von 14 Billionen Won beziehungsweise 20.000 Won je Aktie, worin eine Sonderdividende aus Kioxia-Mitteln enthalten ist. Gleichzeitig beendete SK hynix die Pläne für einen Börsengang der Tochtergesellschaft Solidigm, die sich aktuell in Gesprächen mit US-Behörden über eine Großinvestition in den USA befindet.
Die Bekanntgabe der Quartalszahlen sorgte an den asiatischen Handelsplätzen für deutliche Kursgewinne. Die Aktie von SK hynix legte im morgendlichen Handel zeitweise um über zehn Prozent zu.
Auch der südkoreanische Leitindex Kospi verzeichnete kräftige Aufschläge, die zwischenzeitlich zu einer kurzen Handelsaussetzung bei Terminkontrakten führten. Analysten werten die Ergebnisse und den anhaltenden Auftragsboom als Beleg dafür, dass die Investitionswelle in Rechenzentren und künstliche Intelligenz ungebrochen anhält.

