Im Rahmen einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Nature Electronics“ hat der Halbleiterhersteller SK hynix eine detaillierte Roadmap für die sogenannte Co-Packaged Optics-Technologie (CPO) vorgestellt.
Mit diesem Ansatz reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden „Bandwidth Wall“, ein physikalisches Hindernis in der Skalierung von Systemen für Künstliche Intelligenz (KI), bei dem die Datenübertragungsraten nicht mehr mit der rasant steigenden Rechenleistung Schritt halten können.
Überwindung der physikalischen Grenzen konventioneller Kupferverbindungen
Die technologische Herausforderung wird durch das Missverhältnis zwischen der Leistungssteigerung von KI-Chips und der Entwicklung der Verbindungsbandbreite verdeutlicht.
Während sich die Performance von KI-Prozessoren etwa alle zwei Jahre verdreifacht, wächst die Bandbreite der herkömmlichen Schnittstellen (Interconnects) im selben Zeitraum lediglich um den Faktor 1,4x. Um diese Lücke zu schließen, setzt SK hynix auf CPO. Bei diesem Verfahren werden optische Transceiver direkt in das Prozessor-Package integriert.
Durch den Ersatz klassischer Kupferverbindungen durch optische Schnittstellen soll die Datenübertragung in KI-Rechenzentren effizienter gestaltet werden. Das Unternehmen hat für diese Entwicklung ehrgeizige technische Ziele definiert. Die Roadmap sieht eine Bandbreite von mehr als 100 Tb/s pro Knoten vor. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch auf weniger als 1 pJ/bit gesenkt werden, bei einer Latenzzeit von unter 10 ns.
Während die Hardware-Entwicklung für KI-Systeme rasant voranschreitet, entstehen durch neue KI-Gesetze und technologische Komplexität auch neue Angriffsflächen für Unternehmen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report sichern
Ein Stufenplan zur optics-centric Architektur
Die von SK hynix skizzierte Roadmap beschreibt einen schrittweisen Integrationspfad, der von der aktuellen 2D-Technologie über 2.5D- bis hin zur vollständigen 3D-Integration führt. Langfristiges Ziel ist der Übergang zu einer sogenannten „optics-centric“ Architektur. In diesem Szenario verbindet ein optischer Interposer die Prozessoren und den Speicher direkt miteinander.
Dieses Konzept sieht vor, dass die optischen Verbindungen bis an die Memory-Schnittstelle heranreichen, um einen flexiblen Pool aus Recheneinheiten (XPUs) und Speichermodulen über einen photonischen Interposer zu koppeln. Diese Form der Innovation wird innerhalb der Branche als ein entscheidender Schlüssel für künftige Entwicklungen im Bereich des High Bandwidth Memory (HBM) gewertet, um systemweite Leistungssteigerungen zu ermöglichen.
Strategische Partnerschaften und positive Marktreaktion
Die wissenschaftliche Grundlage der Roadmap wurde in einer groß angelegten Kooperation erarbeitet. Neben Fachleuten von SK hynix waren die University of Virginia, die University of Illinois Urbana-Champaign (UIUC), die National Taiwan University (NTU), das MIT sowie die Yonsei University an der Studie beteiligt. Als federführende Autoren werden Seunghoon Hong seitens SK hynix und Prof. Kyusang Lee von der University of Virginia genannt.
Wer sich mit der Skalierung von IT-Infrastrukturen und KI befasst, muss auch die Sicherheit der sensiblen Unternehmensdaten im Blick behalten. Experten erklären im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre Firma proaktiv absichern. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit im Unternehmen stärken
An den Finanzmärkten stießen die Pläne des Speicherchipherstellers auf eine positive Resonanz. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der technologischen Meilensteine und der Roadmap verzeichnete die Aktie von SK hynix einen deutlichen Kursanstieg von über 11 %.
Analysten werten die Vorstöße im Bereich CPO als notwendigen Schritt, um die Marktführerschaft bei Speicherlösungen für KI-Anwendungen angesichts der steigenden Hardwareanforderungen zu festigen.

