Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und IKT (MSIT) hat die Partner für die Umsetzung der nationalen Initiative „AI for All“ bekannt gegeben. Zu den ausgewählten Konsortialführern gehören die führenden Technologie- und Telekommunikationskonzerne SK Telecom, KT und Kakao.
Ziel des staatlich geförderten Projekts ist es, fortschrittliche Anwendungen der künstlichen Intelligenz für die gesamte Bevölkerung zugänglich zu machen.
Um die notwendige Rechenleistung für das Vorhaben sicherzustellen, plant die Regierung für das Jahr 2026 die Bereitstellung von 512 Nvidia B200 GPUs. Die weitere finanzielle Absicherung des Projekts soll über das staatliche Budget ab dem Jahr 2027 erfolgen.
SK Telecom plant niederschwelligen Zugang und medizinische Dienste
Im Rahmen des Konsortiums unter der Leitung von SK Telecom wird ein Fokus auf die einfache Erreichbarkeit der Dienste gelegt. Das Unternehmen beabsichtige, den Zugang zu KI-Funktionen direkt über herkömmliche Mobilfunkdienste wie Telefonanrufe und SMS zu ermöglichen.
Um die Identität der Nutzer zu verifizieren und administrative Prozesse zu vereinfachen, sollen 83 verschiedene Zertifikate über die staatlichen Plattformen Government24 und den Dienst PASS angebunden werden.
Den aktuellen Planungen zufolge wird SK Telecom im Oktober mit einer Beta-Version an den Markt gehen, während der reguläre Betrieb noch im Laufe des aktuellen Jahres aufgenommen werden soll. Das Vorhaben wird von einem Netzwerk aus insgesamt 31 Partnern unterstützt. Ein wesentlicher Bestandteil des Angebots von SK Telecom soll zudem die Einbindung medizinischer Verknüpfungen sein, um KI-gestützte Unterstützung im Gesundheitsbereich zu leisten.
Integration in bestehende Plattformen durch KT und Kakao
Auch die weiteren beteiligten Unternehmen haben ihre Strategien für die Verbreitung der KI-Dienste konkretisiert. Der Anbieter KT plant, die Funktionen von „AI for All“ in sein Daum-Portal sowie in sein bestehendes IPTV-Angebot zu integrieren. Damit zielt das Unternehmen auf eine breite Nutzerbasis im Heimunterhaltungs- und Informationssektor ab.
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Das Konsortium um Kakao setzt hingegen auf die Integration in den Messenger-Dienst KakaoTalk. Hierbei arbeitet das Unternehmen mit LG U+ als strategischem Partner zusammen, um die mobile Reichweite zu optimieren. Das Ministerium für Wissenschaft und IKT stellte klar, dass der Zugang zu den im Rahmen des Projekts entwickelten Diensten für alle Bürger Südkoreas bis zum Ende des Jahres kostenlos bleiben wird.
Fokus auf heimische Technologie und Ausschluss von Naver
Die Auswahl der Konsortien unterliegt strengen regulatorischen Auflagen zur Förderung der nationalen Technologiebranche. Das MSIT hat festgelegt, dass mindestens 50 % der genutzten KI-Modelle aus einheimischer Entwicklung stammen müssen. Weitere 30 % der Technologie müssen von anderen südkoreanischen Anbietern zugeliefert werden. Diese Quotenregelung soll sicherstellen, dass die Wertschöpfung des Projekts primär der lokalen Industrie zugutekommt.
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Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der südkoreanische Internetriese Naver bei der aktuellen Vergabe der Konsortien nicht berücksichtigt wurde. Mit der Bereitstellung der Nvidia-Hardware und den strengen Vorgaben für lokale Modellanteile versucht Südkorea, eine unabhängige KI-Infrastruktur aufzubauen, die sowohl auf internationaler Hardware-Spitzentechnologie als auch auf heimischer Software-Expertise basiert.

