Slackforce Surfaces: Slack bringt KI-Dashboards per Sprachbefehl

Slack, Box und Salesforce verbinden Unternehmensdaten mit KI. OpenAI, Five9 und weitere Anbieter zeigen neue Lösungen für Finanzwesen und Support.

Im Bereich der digitalen Produktivität zeichnet sich ein deutlicher Trend zur tieferen Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in bestehende Arbeitsabläufe ab. Mit der Einführung von „Slackforce Surfaces“ erweitert Slack sein Funktionsspektrum um eine sprachgesteuerte Analysekomponente.

Nutzer können hierbei per Sprachbefehl Anforderungen beschreiben, woraufhin der integrierte Slackbot eigenständig Live-Dashboards, Berichte und Umfragen erstellt. Die hierfür benötigten Informationen bezieht das System aus angebundenen Applikationen wie Salesforce oder Google Drive.

Vernetzung von Kommunikationsplattformen und Unternehmensdaten

Die neue Funktion innerhalb von Slack ist für alle Anwender zugänglich, bei denen der Slackbot aktiviert ist, was ausdrücklich auch Nutzer des kostenfreien Tarifs (Free-Tier) einschließt.

Während der Zugriff auf bereits freigegebene Daten unmittelbar möglich ist, wird die vollständige Live-Daten-Anbindung für „Slackforce Surfaces“ laut vorliegenden Berichten für Oktober 2026 erwartet. Damit einher geht das Ziel, die Hürden für den Datenabruf im Arbeitsalltag zu senken.

Parallel dazu treibt das Unternehmen Box die Integration von Unternehmensinhalten in externe KI-Modelle voran. Box-Kunden können nun innerhalb der ChatGPT Library auf ihre Dateien zugreifen, wobei bestehende Berechtigungen und Governance-Strukturen erhalten bleiben.

Als wesentliche Anwendungsfelder für diese Verknüpfung gelten komplexe Bereiche wie die klinische Forschung, die Prüfung von Verträgen sowie Versicherungs-Audits. Während die Integration für Box-Kunden bereits allgemein verfügbar ist, wird der Zugang für Nutzer von ChatGPT-Bezahltarifen sukzessive freigeschaltet.

Infrastruktur und Governance als Kernbestandteile der Enterprise-KI

Salesforce begegnet der steigenden Komplexität mit der Einführung des „Enterprise AI Harness“. Dieses Framework basiert auf verschiedenen Komponenten wie Data 360, MuleSoft und Tableau. Rohan Kumar von Salesforce hob in diesem Zusammenhang hervor, dass der proprietäre Kontext eines Unternehmens das entscheidende Differenzierungsmerkmal darstelle.

Das System bietet sechs zentrale Vertrauensfunktionen, darunter Sicherheitsaspekte und die Verwaltung der genutzten Modelle. Durch eine Headless-Struktur über APIs und Plug-ins lässt sich diese Infrastruktur auch auf Drittplattformen wie Microsoft Teams oder Claude ausweiten.

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Ergänzend dazu stellt das Unternehmen Tribal mit „Campfire“ einen gemeinsamen Arbeitsbereich für Fach- und Technikabteilungen vor, der speziell auf die Entwicklung innerhalb des Salesforce-Ökosystems ausgerichtet ist. Eine integrierte Metadata Fabric bildet dabei Objekte und Berechtigungen ab. Das System wird Mitte September 2026 auf der Branchenkonferenz Dreamforce in San Francisco demonstriert.

Spezialisierte KI-Lösungen für Finanzwesen und Support

Im Finanzsektor setzt OpenAI auf spezialisierte Modelle. Mit „ChatGPT for Financial Services“ kommt das Modell GPT-6 Astra zum Einsatz, das Zugriff auf Premium-Datenquellen wie PitchBook, Moody’s und die LSEG bietet.

In Benchmark-Tests wie OfficeQA Pro erreichte Astra eine Genauigkeit von 69,9 Prozent und übertraf damit Vorgängermodelle. Zudem konnten Fehlerraten bei der Datenanbindung signifikant gesenkt werden, beispielsweise beim Anbieter Daloopa von 7,53 Prozent auf 2,57 Prozent.

Auch im Kundenservice und in der internen Kommunikation gewinnen KI-Integrationen an Bedeutung:
RingCentral hat MCP-Connectors für Claude und ein ChatGPT-Plugin veröffentlicht, um Sprach- und Textdaten unter Einhaltung von Governance-Regeln in KI-Modelle zu überführen.

Ein Pilotprojekt bei OrangeTheory Fitness führte laut Unternehmensangaben zu einer Steigerung der Lead-Response-Rate um über 50 Prozent.
Five9 integriert mit „Five9 Fusion“ Echtzeit-Transkriptionen direkt in ServiceNow-Arbeitsumgebungen. Dies ermöglicht eine automatisierte Zusammenfassung von Fällen durch KI.
KPMG agiert künftig als Implementierungspartner für ServiceNow-Rollouts und nutzt die entsprechende KI-Plattform mit über 276.000 Mitarbeitern auch intern.

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Effizienzsteigerung in Produktion und Logistik

In der Industrie nutzt Briggs & Stratton Gemini Enterprise, um die globale Lieferkette zu optimieren. Über 25 Low-Code-Agenten unterstützen die Mitarbeiter bei der Ausnahmebehandlung und der Kontrolle von Bestandsveränderungen. CIO Brian Olsson verwies darauf, dass SAP-Daten nun mittels natürlicher Sprache abgefragt werden können.

Für den Bereich Marketing und Content-Erstellung bietet Xebia seit September 2026 den „AI Content Hub“ an. Das System zur Orchestrierung von visuellen Inhalten soll die Produktionskosten um bis zu 90 Prozent senken.

Im Bereich der Medienproduktion erweitern Avid und Google Cloud ihre Zusammenarbeit, um KI-gestützte Workflows für Editoren direkt im Browser über den Avid Media Composer zugänglich zu machen. Umfragen unter Profi-Editoren zeigen, dass bereits 79 Prozent der Fachkräfte KI in ihren Arbeitsabläufen einsetzen.