Smart Glasses boomen: Meta dominiert mit 69,2% Marktanteil

Display-lose Smart Glasses boomen mit 167 Prozent Wachstum, während klassische VR-Headsets an Boden verlieren.

Während klassische VR-Headsets wie die Meta Quest 3 oder Apple Vision Pro an Popularität verlieren, erleben leichte, bildschirmlose Smart Glasses einen regelrechten Boom.

Laut einer aktuellen Analyse des Marktforschungsinstituts Omdia vom 16. Juni 2026 werden die weltweiten Auslieferungen von XR-Kopfgeräten im laufenden Jahr um zwölf Prozent auf nur noch 6,2 Millionen Einheiten sinken. Erst ab 2027 zeichnet sich eine leichte Erholung ab. Die treibende Kraft hinter diesem Strukturwandel: Datenbrillen ohne Display, die als smarter Begleiter im Alltag dienen.

Smart Glasses legen um 167 Prozent zu

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Besonders eindrucksvoll ist das Wachstum der sogenannten Display-losen Smart Glasses. Die Marktforscher von IDC meldeten am 15. Juni 2026, dass im ersten Quartal 2026 weltweit 2,25 Millionen dieser Geräte ausgeliefert wurden. Das entspricht einem Anstieg von 167 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Geräte, die oft nur über Kameras, Mikrofone und Lautsprecher verfügen, aber keine Bilder auf die Netzhaut projizieren, werden zunehmend als modisches Accessoire und KI-Assistent vermarktet. Der Erfolg zeigt: Verbraucher wollen leichte Brillen, die Informationen liefern, ohne den Blick zu versperren.

Meta dominiert – dank Luxottica-Partnerschaft

Der klare Gewinner des neuen Trends ist Meta. Durch die Kooperation mit dem Brillenriesen EssilorLuxottica (Ray-Ban, Oakley) hält Meta im ersten Quartal 2026 einen Marktanteil von 69,2 Prozent bei den Display-losen Smart Glasses. Die Konkurrenz ist abgeschlagen: RayNeo kommt auf 3,4 Prozent, Xiaomi auf 3,1 Prozent, Viture auf 2,5 Prozent und XREAL auf zwei Prozent.

Der finanzielle Erfolg spricht Bände. EssilorLuxottica erzielte 2025 einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro – ein Plus von 7,5 Prozent. Allein die Modelle Ray-Ban Meta und Oakley Meta verkauften sich jährlich über sieben Millionen Mal. Das bedeutet eine Verdreifachung der Verkaufszahlen im Vergleich zu früheren Smart-Glasses-Generationen.

Dieser Erfolg lockt nun die Konkurrenz auf den Plan. Branchenberichte vom Juni 2026 zeigen: Google und Samsung arbeiten mit Modemarken wie Gentle Monster und Warby Parker zusammen, um KI-integrierte Brillen für die Android-XR-Plattform zu entwickeln.

China wird zum Treiber des Marktes

Neben den USA entwickelt sich China zur drittgrößten Smart-Glasses-Nation der Welt. IDC berichtet, dass im ersten Quartal 2026 rund 610.000 Einheiten im Reich der Mitte ausgeliefert wurden. Besonders rasant wuchs das Segment der Brillen mit Kamera- und Audiofunktionen – hier betrug das Plus über 500 Prozent im Jahresvergleich.

Chinesische Hersteller drängen aggressiv auf den Markt:
* Alibaba brachte eine KI-Brille auf Basis des hauseigenen Qwen-Modells für umgerechnet rund 275 Euro auf den Markt.
* Xiaomi startete in China eine KI-Brille mit dem Sprachassistenten Xiao Ai und tiefer HyperOS-Integration.

Auch das Segment der Optical See-Through (OST)-Displays wächst rasant. Für 2026 prognostiziert IDC rund drei Millionen Einheiten. Die Analysten erwarten eine jährliche Wachstumsrate von 41,9 Prozent bis 2030 – dann sollen 12,2 Millionen Geräte verkauft werden, sobald die Display-Technologie günstiger und ausgereifter wird.

Preise fallen – Umsätze steigen

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Ein entscheidender Faktor für den Massenmarkt sind die sinkenden Preise. Lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Display-lose Smart Glasses 2026 noch bei umgerechnet rund 376 Euro, soll er bis 2030 auf etwa 229 Euro fallen.

Der Gesamtumsatz des Segments soll 2026 bei 5,1 Milliarden Euro liegen und bis 2027 auf 6,4 Milliarden Euro steigen. Getragen wird dieses Wachstum von einem breiter werdenden Ökosystem: Google steigt mit Android XR ein, Snap investiert weiter in seine Spectacles-Hardware und Lens Studio.

Die Botschaft der Analysten ist klar: Die Ära der klobigen VR-Brillen mag noch nicht vorbei sein, aber die Zukunft der Wearables gehört den leichten, KI-gestützten Brillen, die aussehen wie eine normale Sonnenbrille – und trotzdem die Welt erklären.