Smart Home: 65% der Verbraucher nutzen vernetzte Geräte

Eine Studie zeigt: 65 Prozent der Deutschen nutzen Smart-Home-Technik. Komfort und Kostenersparnis treiben den Markt, doch Sicherheitsängste bleiben bestehen.

Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Reichelt Elektronik aus dem Juni 2026. Sicherheitsbedenken bleiben zwar bestehen, doch Komfort und Kostenersparnis überwiegen für die meisten Anwender.

Multimedia und Sprachassistenten dominieren

Multimedia-Lösungen führen mit 57 Prozent das Ranking der Smart-Home-Anwendungen an. Sprachassistenten folgen mit 46 Prozent, klassische Sicherheitssysteme wie Kameras oder Alarmanlagen kommen auf 26 Prozent. Überraschend: Smarte Lichtsteuerungen verlieren an Boden – ihr Anteil sank von 37 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 25 Prozent.

Die Beweggründe für die Anschaffung sind klar: 45 Prozent der Befragten suchen mehr Komfort, 38 Prozent schätzen den Fernzugriff, 31 Prozent erhoffen sich Einsparungen. Diese Erwartungen werden oft erfüllt – jeweils 51 Prozent der Nutzer berichten von messbaren Kostenvorteilen oder deutlichen Komfortgewinnen.

Einstiegshürden sinken, Sicherheitsbedenken bleiben

Die Preise als Hindernis nennen nur noch 34 Prozent, 2024 waren es 46 Prozent. Auch die Angst vor technischen Fehlern (von 38 auf 26 Prozent) und Inkompatibilitäten (von 29 auf 15 Prozent) hat deutlich nachgelassen.

Doch die Vorbehalte sind nicht verschwunden: 39 Prozent fürchten Hackerangriffe, 35 Prozent Datendiebstahl, 31 Prozent Abhörmöglichkeiten durch Sprachassistenten. 80 Prozent der Verbraucher fordern daher verlässliche Sicherheitsupdates.

Arno Doncks von Reichelt Elektronik bringt es auf den Punkt: „Das Smart Home ist im Alltag angekommen – der langfristige Erfolg hängt jedoch maßgeblich vom Vertrauen der Nutzer in die Sicherheit der Systeme ab.“

Auffällig bleibt die Unkenntnis über moderne Standards: Während WLAN (85 Prozent) und Bluetooth (72 Prozent) fast jeder kennt, geben 63 Prozent an, Protokolle wie Matter oder Zigbee nicht zu kennen.

Große Anbieter erweitern ihre Ökosysteme

Google kündigte für Juli 2026 ein umfangreiches Update für Google Home an. Vorlagen sollen die Erstellung von Automatisierungen vereinfachen – etwa Nachtmodi für Beleuchtung oder automatische Lautstärkeregelungen zur Schlafenszeit.

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Auch im Energiemanagement tut sich was: SMA Solar Technology präsentierte Ende Juni die „SMA Home & Commercial Energy Solution“. Das System kombiniert Hybrid-Wechselrichter und modulare Speicher in einem automatisierten Management-System. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll es in Deutschland verfügbar sein.

Der Effizienz-Fokus wird durch aktuelle Marktveränderungen untermauert: Bedingt durch die Hitzewellen der vergangenen Wochen stieg der Anteil der Haushalte mit Klimaanlagen auf 23,4 Prozent (Verivox-Erhebung). Fast ein Viertel plant eine Neuanschaffung – mobile Monoblock-Geräte überwiegen dabei noch deutlich gegenüber Split-Anlagen.

IT-Sicherheit und Datenschutz als Dauerbrenner

Während die Hardware voranschreitet, rücken Betriebssysteme und deren Sicherheitsarchitektur in den Fokus. Microsoft-Windows-Chef Pavan Davuluri bestätigte: KI-Systeme in der Entwicklung identifizieren deutlich mehr Schwachstellen, was zu mehr Sicherheitsupdates führt. Allein am Patchday im Juni 2026 gab es über 200 Aktualisierungen.

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Kritik gibt es an mangelnder Transparenz. Sicherheitsforscher bemängeln die Einführung einer nicht deaktivierbaren Windows-Gerätekennung (Global Device Identifier, GDID). Diese Kennung wird bei der Einrichtung mit einem Microsoft-Konto automatisch erstellt und ermöglicht eine langfristige Verfolgung von Geräten – was bereits in Ermittlungsverfahren genutzt wurde. Experten raten datenschutzbewussten Nutzern daher zur Verwendung lokaler Konten und zur Reduzierung der Telemetriedaten.