Der Elektronikkonzern Samsung hat weitreichende Maßnahmen gegen Applikationen auf seinen Smart-TV-Plattformen ergriffen, die im Hintergrund die Internetverbindung der Endnutzer teilen. Wie das Unternehmen bekannt gab, ist der Einsatz von sogenanntem Residential-Proxy-Code in TV-Apps ab sofort untersagt. In diesem Zusammenhang schränkt der Hersteller die Registrierung neuer Anwendungen ein und hat bereits damit begonnen, bestehende Apps, die gegen diese Richtlinien verstoßen, von seinen Geräten zu entfernen.
Sicherheitsrisiken durch zweckentfremdete Bandbreite
Hintergrund dieser Entscheidung ist eine Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Mnemonic. Die Forscher konnten nachweisen, dass verschiedene Anwendungen – darunter auch eine Version des Spieleklassikers Pac-Man – versteckten Proxy-Code enthielten. Dieser Code transformiert die Fernsehgeräte der Nutzer ungefragt in sogenannte Residential-Proxys. Dabei wird die private Internetverbindung des Nutzers als Relaisstation für fremden Datenverkehr genutzt, was oft dazu dient, die Herkunft von Anfragen zu verschleiern oder geografische Sperren zu umgehen.
Die Forschungsergebnisse verdeutlichen das erhebliche Risiko eines Hijackings der privaten Internetleitungen. Betroffene Nutzer stellen ihre Bandbreite unbewusst Dritten zur Verfügung, was nicht nur die eigene Verbindungsqualität beeinträchtigen kann, sondern auch Sicherheitsrisiken birgt, falls die Verbindung für illegale Aktivitäten missbraucht wird.
Branchenweites Problem mit Proxy-Software
Samsung steht mit dieser Problematik nicht allein. Auch der Wettbewerber LG hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Schritte unternommen und entsprechende Applikationen verbannt. Untersuchungen im Umfeld von LG-Geräten hatten zuvor ergeben, dass 42 % der untersuchten Anwendungen Proxy-Code enthielten, was die Dimension des Problems innerhalb der Smart-TV-Ökosysteme unterstreicht.
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Die Zweckentfremdung von Hardware zur Erzeugung von Proxy-Traffic beschränkt sich jedoch nicht nur auf Marken-Fernseher. Aktuelle Analysen von Bitsight zeigen zudem eine massive Ausnutzung von Android-TV-Boxen. In einem spezifischen Fall wurde die sogenannte Fuyao-Software auf Geräten des Typs H96 identifiziert. Diese Software ist darauf ausgelegt, die TV-Boxen als Smartphones zu tarnen. Ziel dieser Manipulation ist es, Ad-Fraud (Werbebetrug) zu betreiben und Proxy-Traffic über die privaten Anschlüsse zu leiten.
Massive Aktivitäten bei Android-TV-Boxen identifiziert
Die Ausmaße dieser Aktivitäten sind beträchtlich. Bitsight dokumentierte innerhalb eines Zeitraums von nur 24 Stunden insgesamt 65.957 Berichte, die mit etwa 38.000 unterschiedlichen MAC-Adressen im Zusammenhang mit der Fuyao-Software standen. Den Forschungsergebnissen zufolge wird diese Software mit dem Unternehmen Zhejiang Fengwo IoT Technology in Verbindung gebracht.
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Die aktuellen Schritte von Samsung markieren eine Verschärfung der Kontrollen für App-Entwickler. Durch die Blockade von Proxy-Funktionalitäten auf Betriebssystemebene soll verhindert werden, dass Endverbraucher-Hardware ohne deren Wissen Teil kommerzieller Proxy-Netzwerke wird. Branchenexperten werten dies als notwendigen Schritt, um die Integrität privater Heimnetzwerke angesichts zunehmend vernetzter Haushalte zu schützen.

