Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass sich das werbebezogene Tracking auf modernen Smart-TVs herstellerübergreifend deaktivieren lässt. Bei Geräten von LG, Samsung, Sony, Philips und Panasonic kommt für die Erfassung des Nutzerverhaltens die sogenannte automatische Inhaltserkennung (ACR) zum Einsatz.
Diese Technologie analysiert laufende Bilder und Töne, um Sehgewohnheiten zu registrieren und gezielte Werbung auszuspielen. Verbraucher müssen die entsprechenden Optionen jedoch meist eigenhändig in den Tiefen der Menüs abschalten.
Wie die automatische Inhaltserkennung arbeitet
Mithilfe von ACR können Fernsehgeräte das Programm unabhängig von der Empfangsquelle identifizieren. Laut einer Studie von Forschern aus den USA, Großbritannien und Spanien aus dem Jahr 2024 meldeten LG-Geräte alle 15 Sekunden Daten an Server, während Samsung-Geräte jede Minute entsprechende Signale übertrugen.
Die Untersuchung zeigte zudem, dass die Systeme nicht nur reguläre Fernsehprogramme erfassen, sondern auch Inhalte von angeschlossenen Spielkonsolen, DVD-Playern sowie privaten Diashows erkennen.
Menüpfade für Samsung, LG, Sony, Philips und Panasonic
Um die kontinuierliche Datenerfassung einzuschränken, müssen Nutzer die jeweiligen Tracking-Dienste in den Geräteeinstellungen manuell ausschalten. Die Stiftung Warentest listet hierfür herstellerspezifische Schritte auf:
- LG: Über den Pfad Einstellungen, Allgemein und System die Funktion „Live Plus“ deaktivieren.
- Samsung: In den Einstellungen unter Support und Nutzungsbedingungen den Dienst „Viewing Information Services“ abschalten.
- Sony: In den Systemeinstellungen die Optionen für interaktive TV-Einstellungen oder „Samba Interactive TV“ deaktivieren.
- Philips: Unter den allgemeinen Einstellungen das Menü für Samba TV ansteuern und dort „Einstellungen deaktivieren“ auswählen.
- Panasonic: Im Menübereich Netzwerk den Punkt Samba Interactive TV aufrufen und in den Datenschutzeinstellungen die Optionen für personalisierte Anzeigen, Messung sowie die Freigabe durch Dritte ausschalten.
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Vorwürfe gegen LG und Reaktionen des Herstellers
Insbesondere LG geriet durch Recherchen des YouTube-Kanals Gamers Nexus unter Druck. Demnach funkten Geräte des Herstellers selbst nach einem ausdrücklichen Widerspruch weiterhin Daten. Zudem habe das Mikrofon der Fernbedienung nach der Ausführung eines Sprachbefehls noch 15 Sekunden lang Audio aufgezeichnet.
LG wies diese Vorwürfe zurück und betonte, dass die ACR-Funktion ab Werk standardmäßig ausgeschaltet sei und Sprachbefehle ausschließlich lokal verarbeitet würden. In einem weiteren Test des Schweizer Magazins Saldo reagierte das Unternehmen zudem nicht auf offizielle Auskunfts- und Löschungsbegehren von Nutzern.
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Empfehlungen für mehr Privatsphäre am Fernseher
Über die gezielte Deaktivierung einzelner Menüpunkte hinaus rät die Stiftung Warentest zu grundsätzlicher Sparsamkeit bei der Datenweitergabe. Verbraucher sollten bereits bei der Ersteinrichtung sämtliche optionalen Einwilligungen zur Datennutzung ablehnen. Falls für Smart-TV-Dienste Nutzerkonten angelegt werden müssen, wird die Verwendung von Wegwerf-E-Mail-Adressen sowie Fantasienamen empfohlen.
Als radikalste Maßnahme bleibt die vollständige Offline-Nutzung des Geräts. Indem das Netzwerkkabel gezogen oder das WLAN am Fernseher deaktiviert und hinterlegte Zugangsdaten gelöscht werden, lässt sich die Datenübertragung vollständig unterbinden. Streaming-Funktionen können in diesem Fall über externe Zuspieler genutzt werden, bei denen Nutzer die Datenfreigaben separat steuern.

