Ein leerlaufender Akku gehört zu den häufigsten Gründen, warum Smartphone-Nutzer über eine Reparatur nachdenken. Aktuelle Ratgeber zum Thema DIY-Reparatur ordnen ein, welche Eingriffe Laien selbst vornehmen können und wo die Grenzen liegen – eine Einordnung, die angesichts alternder Akkus in vielen im Umlauf befindlichen Geräten an Relevanz gewinnt.
Grundlegende Reparaturen gelten als machbar
Nach Einschätzung von Reparatur-Ratgebern zählen Akku- und Displaytausch zu den Eingriffen, die auch technisch weniger versierte Nutzer selbst durchführen können, während fortgeschrittenere Reparaturen Erfahrung voraussetzen.
Für den eigenständigen Akkutausch werden dabei Werkzeuge wie Schraubendreher, Plastik- beziehungsweise Hebelwerkzeuge und bei verklebten Komponenten zusätzlich eine Hitzepistole genannt.
Der typische Ablauf umfasst das Ausschalten des Geräts, das Entfernen der Rückabdeckung, das Abklemmen des alten Akkus, den Einbau des Ersatzakkus und das anschließende Zusammensetzen des Gehäuses. Wichtig sei zudem die fachgerechte Entsorgung des alten Akkus.
Ein DIY-Akkutausch nimmt laut Ratgebern etwa drei bis acht Stunden in Anspruch, während eine professionelle Reparatur ein bis zwei Tage dauern kann. Bei Flüssigkeitsschäden oder Problemen am Mainboard raten Ratgeber ausdrücklich zu professioneller Hilfe, da hier das Risiko von Folgeschäden deutlich steigt.
Kosten variieren je nach Anbieter
Die Preisspanne für einen Akkutausch reicht laut aktuellen Ratgebern von 30 bis 55 US-Dollar bei einer Eigenreparatur über 40 bis 75 US-Dollar bei Drittanbietern bis zu 69 bis 119 US-Dollar bei offiziellen Servicepartnern. Diese Differenz erklärt, warum viele Nutzer zunächst DIY-Lösungen in Betracht ziehen, bevor sie einen offiziellen Reparaturservice beauftragen.
Wie Akkus altern
Nach etwa 500 Ladezyklen verlieren Smartphone-Akkus laut Ratgebern rund 20 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Apple konstruiert seine Akkus so, dass nach 500 bis 1000 Ladezyklen noch rund 80 Prozent Restkapazität erhalten bleiben sollen.
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Sinkt die Akkugesundheit unter diese 80-Prozent-Marke, aktiviert sich üblicherweise ein Leistungsmanagement, das die Performance des Geräts drosselt; ab etwa 75 Prozent gilt die Degradation als deutlich spürbar.
Um die Lebensdauer zu verlängern, empfehlen Ratgeber, den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent zu halten. Ein rechtzeitiger Akkutausch kann demnach die Gesamtlebensdauer eines Geräts verlängern – Smartphones sollten grundsätzlich mindestens vier Jahre halten, mit einem Akkutausch teils sogar bis zu zehn Jahre.
Erschwerend kommt hinzu, dass moderne Smartphones durch Wasserdichtigkeit und immer schlankere Bauweisen zunehmend schwerer zu reparieren sind – ein Trend, der DIY-Eingriffe zusätzlich erschwert.
Ein Negativbeispiel aus der Vergangenheit
Wie schnell das Thema Akkualterung zum Rechtsproblem werden kann, zeigt der Fall Apple: Der Konzern einigte sich in einer Klage über 500 Millionen US-Dollar, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, ältere iPhones seien durch Software absichtlich verlangsamt worden.
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Auch andere Hersteller betroffen
Nicht nur Apple-Geräte zeigen alterungsbedingte Probleme: Beim Samsung Galaxy S6 etwa treten unerwartete Abschaltungen auf, die auf Akkudegradation, Softwarefehler, Hardwaredefekte oder Überhitzung zurückgehen können. Halten die Probleme an, empfehlen Fachleute einen Akkutausch oder die Reparatur betroffener interner Komponenten.
Reparierbarkeit als Verkaufsargument
Während viele Hersteller Reparaturen erschweren, positioniert sich Fairphone mit seinem Modell Gen 6+ bewusst gegen diesen Trend. Das für 649,99 US-Dollar in den USA angebotene Gerät verfügt über zwölf nutzerseitig austauschbare Teile – darunter Akku, Display, Kameras, Lautsprecher und USB-C-Port –, die sich mit einem Torx-T5-Schraubendreher demontieren lassen.
Der verbaute Akku fasst 4.415 mAh, die Demontage soll laut Angaben rund 20 Minuten dauern. Ergänzt wird das Konzept durch eine fünfjährige Garantie sowie zugesagten Software-Support bis 2033 – ein deutliches Signal, dass Reparierbarkeit zunehmend als Verkaufsargument im Smartphone-Markt dient.

