Der TÜV SÜD rät davon ab, Smartphone-Akkus vollständig zu entladen, da eine Tiefentladung den Energiespeichern dauerhaft schaden kann. Wie die Prüforganisation betont, liegt der ideale Ladestand stattdessen zwischen 30 und 70 Prozent, während manche Fachleute sogar einen Bereich von 65 bis 75 Prozent als optimal einstufen.
Nutzer sollten das Gerät bei einem Ladestand von über 70 Prozent nicht unnötig nachladen und unterhalb von 30 Prozent auf kurzes Zwischenladen verzichten.
Auch das vollständige Aufladen sowie das Laden über Nacht sollten vermieden werden. Zudem empfiehlt der TÜV SÜD, das Ladegerät nach dem Ladevorgang umgehend zu entfernen und extreme Temperaturen zu meiden. Die Lebensdauer gängiger Akkus endet demnach meist nach 500 bis 2000 Ladezyklen.
Gängige Mythen rund um Ladezyklen und Ladestände
Das Ladeverhalten moderner Mobiltelefone wird seit Langem von zahlreichen Mythen begleitet. How-To Geek wies darauf hin, dass ein Akku bei einem Ladestand zwischen 20 und 80 Prozent länger halte. Ein dauerhafter Ladezustand von 100 Prozent sowie Hitze beschleunigen hingegen den Verschleiß.
Google bietet ab dem Modell Pixel 6a eine konfigurierbare Ladegrenze von 80 Prozent an, während kompatible Geräte der Reihe Samsung Galaxy Einstellungen für 80, 85, 90 oder 95 Prozent bereithalten. Als Alternative zu festen Begrenzungen gilt das adaptive Laden, welches das Gerät pünktlich vor Nutzungsbeginn fertig lädt.
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Auch nach Einschätzung von Androidworld kann das Entladen unter 20 Prozent den Verschleiß beschleunigen, wobei die Betriebstemperatur eine zentrale Rolle spiele.
Für iPhones gelte demgegenüber, dass das Laden über Nacht keinen Schaden anrichte, sofern Funktionen wie das optimierte Laden den Vorgang bei rund 80 Prozent vorübergehend pausieren. Auch das Schnellladen schade den Geräten nicht, da sie in mehreren Stufen laden. Ein Batterie-Gedächtniseffekt existiert bei modernen Smartphone-Akkus nicht.
Stromsparen durch App-Schließen bleibt wirkungslos
Entgegen weitverbreiteter Annahmen spart das manuelle Beenden von Apps keinen Strom. How-To Geek stellte klar, dass das Schließen von Programmen den Akku sogar mehr belasten könne, da ein anschließender Neustart der Anwendungen zusätzlichen Strom verbrauche.
Ähnlich verhalte es sich mit Schnittstellen wie WLAN oder Bluetooth. Ein Test von MakeUseOf über 24 Stunden ergab, dass dauerhaft aktivierte Verbindungen lediglich 3,4 Prozent mehr Akkuladung verbrauchten als abgeschaltete Funkmodule. Ein schwaches WLAN-Signal benötigte hingegen fast dreimal so viel Energie.
Für den Standby-Verbrauch kommen vor allem Hintergrundaktivitäten, schwache Mobilfunksignale, ständige Synchronisierungen, Standortdienste, Software-Updates und gealterte Akkus infrage. Das Schließen von Apps in der Multitasking-Ansicht behebt das Problem nicht verlässlich.
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Temperatureinfluss und kabelloses Laden
Hohe Temperaturen stellen die größte Belastung für mobile Energiespeicher dar. Apple gibt an, dass iPhones für einen Betrieb zwischen 0 und 35 Grad Celsius sowie für eine Lagerung zwischen minus 20 und 45 Grad ausgelegt sind. Bei drohender Überhitzung reguliert das Betriebssystem den Ladevorgang automatisch herunter, dimmt den Bildschirm und schränkt Kamerafunktionen ein.
Samsung nennt fehlerhafte oder nicht zugelassene Ladegeräte und Kabel als Hauptursache für Überhitzung, gefolgt von Verschmutzungen im Ladeanschluss. Bei Erwärmung rät das Unternehmen, das Gerät abzustöpseln, Schutzhüllen zu entfernen und auf harter Fläche im Schatten zu laden.
Auch das induktive Laden schadet Akkus nicht grundsätzlich, sofern die Hitzeentwicklung kontrolliert bleibt. Da beim kabellosen Laden häufig ein Viertel oder mehr der Energie als Wärme verloren geht, verstärken schlechte Positionierungen auf der Ladefläche den Effekt.
Eine magnetische Ausrichtung verringert diese Verluste. Experten raten bei drahtlosen Ladegeräten zu dünnen Hüllen und raten strikt davon ab, Smartphones unter Kissen oder in direkter Sonneneinstrahlung aufzuladen.

