Smartphone-Betrug: Behörden warnen vor Ratenzahlungs-Fallen auf TikTok

Verbraucherschützer und Polizei melden vermehrte Betrugsversuche per Anzeigen, QR-Codes und Anrufen. Täter erbeuten Bankdaten über gefälschte Seiten und Messenger.

In sozialen Netzwerken verbreiten sich verstärkt betrügerische Anzeigen für Ratenzahlungsmodelle, die gezielt auf die Erlangung sensibler Bankdaten von Verbrauchern ausgerichtet sind. Behörden mahnen zur Vorsicht bei vermeintlich attraktiven Finanzierungsangeboten für Smartphones, die über Plattformen wie TikTok oder Facebook ausgespielt werden.

Aktuelle Warnmeldungen von Polizei und Verbraucherschutzorganisationen verdeutlichen eine Zunahme koordinierter Betrugsversuche im digitalen Raum. Im Zentrum der neuen Masche stehen Werbeanzeigen, die Mobiltelefone zu günstigen monatlichen Raten versprechen. Interessenten werden dabei auf täuschend echte Phishing-Seiten geleitet, um dort ihre Online-Banking-Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen preiszugeben.

Phishing über QR-Codes und App-Aktualisierungen

Neben manipulierten Anzeigen in sozialen Medien identifizierten Ermittler zuletzt weitere technische Methoden, um Zugriff auf Kontoverbindungen zu erhalten. Die Polizei Offenbach berichtet über eine als „Quishing“ bezeichnete Methode. Dabei erhalten Kunden gefälschte Schreiben einer Bank aus Dreieich, in denen sie zur Konto-Verifizierung mittels eines QR-Codes aufgefordert werden. Der Scan führt die Betroffenen auf eine gefälschte Website, auf der Zahlungen direkt an die Täter ausgelöst werden.

Parallel dazu warnt das Verbraucherschutzforum Berlin vor betrügerischen E-Mails im Namen der Volks- und Raiffeisenbanken. Darin wird die Aktualisierung der VR-SecureGo-App gefordert, wobei den Empfängern eine Frist bis zum 11. August 2026 gesetzt wurde. Experten betonen in diesem Zusammenhang, dass Bankinstitute grundsätzlich keine Zugangsdaten oder App-Aktualisierungen per E-Mail anfordern.

Hohe finanzielle Schäden durch Manipulation am Telefon

Dass Cyberkriminelle nicht nur auf technische Lücken, sondern auch auf psychologische Manipulation setzen, zeigen aktuelle Fälle aus Bayern und Österreich. In der Oberpfalz registrierten Polizeidienststellen in Amberg, Weiden sowie in den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Schwandorf eine Welle von Betruganrufen. Die Täter geben sich als Polizeibeamte, Ärzte oder Bankmitarbeiter aus, um insbesondere ältere Menschen zur Herausgabe von Vermögenswerten zu bewegen.

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Ein besonders schwerwiegender Vorfall ereignete sich im Wipptal, wo ein 62-Jähriger einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag verlor. Ein vermeintlicher Bankmitarbeiter spiegelte dem Mann vor, sein Konto sei gehackt worden. Das Opfer gewährte daraufhin Fernzugriff auf seinen Computer und tätigte eigenhändig Überweisungen an einem Bankautomaten.

Betrug über Messenger-Dienste und Geschenkgutscheine

Die Polizei Oberhausen warnt zudem vor einer Masche, bei der persönliche Kontakte über soziale Medien vorgetäuscht werden. Ein 65-jähriger Mann fiel auf eine Bekanntschaft über die Plattform TikTok herein. Nachdem ein Vertrauensverhältnis aufgebaut worden war, wurde er zum Kauf von Amazon-Gutscheinen und zur Übermittlung der Codes bewegt. Da Gutscheincodes nur schwer zurückverfolgt werden können, stellt dies für Kriminelle einen effizienten Weg zur Geldwäsche dar.

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Ergänzend zu diesen individuellen Betrugsfällen warnen Fachbehörden wie das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) vor gefälschten Erstattungsansprüchen. In E-Mails wird ein angebliches Guthaben aus einer Jahresveranlagung in Höhe von 263 Euro versprochen. Auch hier dient ein Link in der Nachricht dazu, persönliche Daten abzufangen. Das Fachmagazin CHIP weist zudem auf SMS-Nachrichten hin, die im Namen von Park-App-Anbietern versendet werden und zu unrechtmäßigen Zahlungen auffordern.

Juristen und Polizeibehörden raten dringend dazu, bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen misstrauisch zu bleiben. QR-Codes sollten nur bei bekannter Herkunft gescannt und keine sensiblen Daten auf Webseiten eingegeben werden, die über Links in SMS oder sozialen Medien erreicht wurden. Bei Verdacht auf einen Betrugsversuch wird empfohlen, das Gespräch sofort zu beenden und die offizielle Hotline der jeweiligen Bank oder die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu kontaktieren.