Smartphone-Betrug: SMS-Attacken steigen um 146 Prozent

Kriminelle nutzen Ausweisfotos und Fernzugriff für Millionenbetrug. EU-Impfpass weist Sicherheitslücken auf, SMS-Betrug steigt drastisch.

Die Kriminalitätsrate beim Smartphone-Betrug steigt rasant. Kriminelle kombinieren Social Engineering mit dem Auslesen von Ausweisdokumenten, um hohe Summen zu erbeuten. Besonders manipulierte Schnittstellen und Sicherheitslücken in digitalen Nachweisen stehen im Fokus der Ermittler.

Opfer legen Ausweis aufs Display – und verlieren ihr Geld

Internationale Sicherheitsbehörden warnen vor einer raffinierten Masche: Betrüger verleiten Opfer dazu, ihre Ausweisdokumente direkt auf das Smartphone-Display zu legen. In einem aktuellen Fall in Hanoi gaben sich Täter als Beamte aus. Sie forderten eine Bürgerin auf, einen QR-Code zu scannen und ihren Personalausweis auf das Gerät zu platzieren – angeblich zur Verifizierung.

Die Folge: Die Angreifer übernahmen die Kontrolle über das Smartphone und transferierten 585 Millionen VND (umgerechnet rund 22.000 Euro) auf ein Fremdkonto. Die Polizei warnt eindringlich davor, persönliche Dokumente oder QR-Codes auf Anweisung Unbekannter zu nutzen. Oft dienen manipulierte Webseiten als Grundlage, um Sicherheitsmechanismen von Banking-Apps zu umgehen.

EU-Impfpass leicht fälschbar

Auch europäische Systeme geraten unter Druck. Der EU-Impfpass weist erhebliche Sicherheitsmängel auf. Das Dokument ist leicht fälschbar – nötige Materialien sind sogar über Amazon erhältlich. Das zuständige Gesundheitsministerium räumte die Lücken ein. Der Chaos Computer Club kritisiert die mangelnde Absicherung scharf.

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Ein neuer digitaler Impfpass ist für das zweite Quartal 2026 angekündigt. Bis dahin bleibt die aktuelle Infrastruktur anfällig. Parallel kämpft das neue EU-Grenzsystem (Entry/Exit-System, EES) mit technischen Problemen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bestätigte Pannen, die an europäischen Flughäfen zu Wartezeiten von bis zu fünf Stunden führten. Trotz der Störungen identifizierte das System bereits 1.000 Sicherheitsrisiken unter 110 Millionen erfassten Reisenden.

SMS-Betrug steigt um 146 Prozent

Die Statistik für das erste Halbjahr 2026 zeigt die Dimension der Bedrohung: SMS-Betrug legte um 146 Prozent zu, Online-Betrug um 134 Prozent. Besonders alarmierend: Fernzugriffstrojaner verzeichneten einen Anstieg von 69 Prozent.

Ein Fall aus dem Landkreis Hildburghausen macht die finanziellen Folgen deutlich: Unbekannte erbeuteten durch Fernzugriff auf ein Smartphone fast 35.000 Euro. Kriminelle setzen dabei auf hochspezialisierte Werkzeuge. Der neu entdeckte Trojaner „Dolphin X“ verfügt über 329 Funktionen und extrahiert Daten aus über 300 Anwendungen – darunter mehr als 160 Krypto-Wallets. Zudem überschwemmen KI-generierte Apps die offiziellen Marktplätze. Schätzungen gehen von rund 560.000 solcher Anwendungen allein im Apple App Store aus.

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BKA und FBI zerschlagen Phishing-Dienst

Die Behörden reagieren mit verstärktem Druck. In einer koordinierten Aktion zerschlugen BKA und FBI den Phishing-Dienst „Kratos“. Er betrieb über 200 Server und wickelte monatlich rund 15.000 Kampagnen für etwa 1.800 Kunden ab.

Die Finanzwirtschaft sieht sich mit einer neuen Angriffsqualität konfrontiert. Laut Branchenberichten melden 89 Prozent der Institute eine Zunahme KI-gestützter Attacken. Die Europäische Zentralbank fordert von den Finanzhäusern detaillierte Aktionspläne bis Oktober 2026. Experten raten Verbrauchern zur Nutzung von Passkeys und zur sofortigen Meldung von Geräteverlusten – um den Missbrauch sensibler Identitätsdaten zu verhindern.